2017_08 New Brunswick, Nova Scotia entlang dem Fundy Bay

Willkommen in Canada.

An der Grenze über den Fluß von Calais/Maine nach St. Stephen/New Brunswick begrüßt uns so eine nette Grenzerin. Nach ihren Routinefragen aus ihrem Häuschen weist sie uns mit einem gelben Zettel zum gegenüberliegenden Gebäude, wo wir ohne weiteres 6 Monate Aufenthaltsgenehmigung erhalten und das US-Dokument abgeben. Das Ganze ist eine Minutensache. An unserem Womo besteht kein Interesse. Wir überschreiten die Zeitzonengrenze zwischen Eastern- und Atlantik Time und stellen die Uhr 1 Stunde (von 6 auf 5 Stunden zu Deutschland) vor.

Wir fahren den „Fundy Costal Drive“ der uns mit seiner guten Beschulderung -weißer Leuchtturm auf blauem Grund- entlang dem Fundy Bay leitet. In St. Andrew erinnert ein von Geschützen umrandeter Festungsturm, der wie ein Abbild eines Limeswachturm wirkt, an die Historie, war doch das Gebiet Zankapfel zwischen der noch nicht lange unabhängigen USA und der Kolonialmacht England. Einige der weißen Schindelhäuser stammen noch aus Maine Aus den amerikanischen Kolonien geflüchteten Kolonialisten hatten ihre Häuser einfach per Schiff mitgenommen. Dazwischen äsen Hirsche mitten im Ort.

Die unvorstellbaren Wassermassen, die 2 x täglich durch das weitläufige Fundy Bay strömen, bestimmen das herrliche Küstenpanorama. Allein auf kleinen Plagegeister wie Mücken und Bremsen heißt es aufzupassen.

 

 

Ein Naturphänomen erleben wir in St. John, der größten Stadt von New Brunswick an der Mündung des Saint John River in die Bay. Bei den „Reversing Fall Rapids“ ändert der Fluß 2 mal täglich seine Fließrichtung von flußabwärts in flußaufwärts. Der Tidenhub von über 8 m ändert die Verhältnisse an den Stromschnellen vor der Flußmündung. Wenn das Wasser in der Bay ansteigt, erreicht es bei der Gezeitengleichheit die Höhe des Flußwasserstandes. Die Strömung ist ausgeglichen und Boote können den Fluß für ca. 20Min. ungehindert in beide Richtungen befahren. Schreitet die Flut fort, ändert sich das Bild weiter. Das Meerwasser ist stärker als der Fluß, so daß der Fluß scheinbar seine Fließrichtung ändert.

Menschenscharen ziehen am „New Brunswick Day“ zu den Höhlen von St. Martin. Es ist ein für uns überraschender Feiertag an dem das öffentliche Leben einschließlich der Geschäftswelt ruht,. Sie bevölkern bei Ebbe den breiten Strand auf ihrem Weg zu den Höhlen. Vereinzelt stürzen sie sich sogar in die Fluten. Mit der Flut werden die Parkplätze wieder frei und wir können überraschend am Ufer stehen.

Das Wetter bleibt wechselhaft, teilweise begleitet uns Dauerregen nach herrlichen Sonnentagen. So auch in Sussex einer früheren großen Garnisonsstadt, wo der Eingang der Information im früheren Bahnhof, der gleichzeitig ein Militärmuseum ist, von einem Schützenpanzer bewacht wird.

Unser eigenwilliges GPS wählt letztlich eine breite Schotterstraße zum und durch den „Fundy Nationalpark“ ein breit erschlossenes Wandergebiet, einschließlich Golfplatz. Die vielen Mücken und der Wetterbericht vertreiben uns schnell.

Die Kanadier verstehen Marketing. Am „Hopewell Cape“ warten große Parkplätze mit Einweisern auf die Besucher der „ Flowerpot Rocks“, von den Fluten aus den Felsen gewaschen Säulen. Bei Ebbe gilt es einen kostenpflichtigen Spaziergang um die Felsen, die wie kleine mit Kiefern bewachsene Inseln aussehen, zu machen. Das geht woanders genauso spektakulär kostenfrei.

Über Moncon, die Land-und Eisenbahnverbindung nach Nova Scotia kommen wir auf dem „Acadien Costal Drive“ an den Atlantic. Die französiche Trikolore mit Stern am oberen hinteren Rand, der für Maria -Schutzpatronin der Acadier- steht, zeigt an, daß wir in eine französichsprachige Region kommen.

Beim „Cape Pele“ erwartet uns eine Sonntagsmorgenüberraschung. Unser Hinterreifen ist platt. Für uns ist Reifenwechsel eigentlich Routine. Aber eine Schraube der Ersatzradhalterung trotz Rostlöser und unseren Anstrengungen. Wir finden einen hilfsbereiter Tankwart in einer nahen Tankstelle der spontan trotz teilweise Hochbetrieb an seinen Tanksäulen hilft. Dabei bricht die Halterung ab, die nach dem Reifenwechsel -für den neuen Chinesen aus Florida in Charleston montiert- durch Draht ersetzt wird. Er will keine Bezahlung und erinnert an vielfache Hilfen bei seinem Deutschlandaufenthalt.

Die Brücke nach „Prince Edward Island“ lädt uns wetterbedingt nicht zum Queren des Atlantiks ein.

Von Armherst, Nova Scotia, geht es wieder an das Bay von Fundy. Diesmal auf der Lighthouse Route.

Über die „Joggins Fossilcliff“ (Unesco) mit seinen erdgeschichtlichen Faltungen erwarten uns die Saurier in „Parrsboro- Geologiemuseum-“ und das „Patrigde Island“ vor dem das „Ottawahouse“ zugleich als Gasthof und Museum an alte Zeiten erinnert. Erbaut von einem Eisenbahnmogul, dann Sommersitz des kanadischen Gouverneurs blühten hier im 19. Jahrhundert Handelsgeschäfte an die nur noch Bildtafeln erinnern. Wir genießen den Strand und die hohe Tide.

 

 

Das Naturschauspiel „Tidal Bore“ in Truro, Nova Scotia, hätten wir beinahe wieder verpaßt, obwohl wir vor Ort nächtigen. Die Innenstadtinformation zeigt sich wie vor einem Jahr informationslos und gibt uns keinen entsprechenden Hinweis auch auf die Parkmöglichkeiten.

Vor unseren Füssen löst die mächtige Tide 2x täglich eine Flutwelle aus wenn das Baywasser auf den Salomonriver trifft. Pünktlich nach dem Tideplan hören wir es schon in der Ferne rauschen wenn die Flutwelle sogar nachts beleuchtet, anstürmt.

Endlich mal wieder schönes Wetter am „Motton Cove Beach“, wo wir unmittelbar am Ufer stehen und die hohe Tide vor unseren Füßen genießen. Bei Ebbe können

 

 

 

wir wunderschön am breiten steinigen Strand und den geschichteten Klippen spazieren.

 

 

In Grande Pre rasten jetzt die Strandpiper auf ihrem Flug von den Brutplätzen in Alaska zum kolumbischen Winterquartier. Mit der Flut kommen die kleinen quirrligen unscheinbaren Vögel in Schwärmen um sich als Nichtschwimmer für ihren 3 tägigen Nonstoppflug über den Atlantik fit zu fressen. Eine nette Naturschützerin klärt uns auf und sorgt mit Schildern für eine möglichst ungestörte Nahrungsaufnahme der vielen Schwärme, die nur ein bestimmtes kurzes Zeitfenster nutzen.


Zurück in Halifax besichtigen wir die Zitadelle, deren Bau der damaligen Zeit nachhingte. Bei ihrer Vollendung gab es keine Indianerangriffe mehr dafür aber eine bessere Geschütztechnik, so daß sie nie kriegerisches erlebte. Historisch uniformierte bewachen die Anlage. Es wird sogar ein historisches Gewehr im Stundentakt mit lautem Knall und Pulverdampf vorgeführt. Auch hier steht der 1. Weltkrieg im Mittelpunkt. Zwischen den Zitadellengräben lädt ein nachgebauter Schützengraben zu einer Zeitreise ein.

Den steilen Berg abwärts ist die Uferpromenade ein Publikumsmagnet. Ein schwankender langer Steg umgeht eine Pierbaustelle, Überall locken lauschige Plätze und Kneipen. Ein einlaufendes großes „Hapag lloyd“ Containerschiff und ein für Ausflügler umgebauter Lastensegler zeigen die Dimensionen zu früher.

Wo die 90 000 Einwohner von Dartmouth wohnen? Sicher nicht im alten Zentrum gegenüber von Halifax, das sich genauso steil am Hang ohne das quirllige Leben von gegenüber überschaubar erstreckt. Mehrspurige Sraßen erschließen das bewaldete und von See durchzogene Hinterland, wo im Nichts eine riesige Mall und demnächst auch Ikea auf Kunden warten. Auch unsere Spedition finden wir in einem Abzweig mit Industriefirmen.

Wir sind überrascht, daß die von Seabridge vorgegebenen Zeitachsen keine Rolle spielen. Von wegen „ausnahmsweise“, nicht am Montag sondern am Dienstag bis 11 Uhr Womoabgabe im Hafen. Bei der weit außerhalb liegendenSpedition geht es im wesentlichen um das Bezahlen der ausgefertigten Ladepapiere mit Hafen bis 12.30 Uhr. Muss dafür dieser lange Weg sein, wo auch noch eine der 2 Brücken wegen Bauarbeiten gesperrt ist?

Wir genießen noch einmal Seeluft bevor wir die unkomplizierte Hafenabfertigung für unser Womo hinter uns bringen. Wichtig war die Unterschrift auf dem Anlieferprotokoll nach Abgleich der WDB Nr. und dem „Gasflaschen leer“.

Anstelle eines Taxis geht es auch gut vom Hafen mit dem Bus ins Zentrum von Halifax, befindet sich doch die nicht so weit entfernte Bushaltestelle oberhalb der mehrspurigen Durchgangsstraße. Allein ein Fußgängerüberweg fehlt.

Bevor wir vor Mitternacht von Halifax unseren Rückflug über München nach Münster antreten können wir noch einmal am Harborwalk gemütlich in der warmen Sonne auf einem der vielen Sitzplatzangebote bei unserem Spaziergang verweilen.

Unser Womo schwimmt inzwischen auf der „Atlantic Sail“, die von einer chinesischen Staatsreederei 2016 ausgeliefert wurde, und kommt planmäßig in Hamburg an, wo wir es wohlbehalten abholen, Allein der Zoll nervt wegen der Womo Zulassung vom Vortag und wittert zollpflichtige „Rückware“ ohne sich, abgesehen vom WDB-Abgleich, für uns zu interessieren.

Wir und das Womo sind wieder gut in Münster angekommen. Hinter uns liegt eine tolle unbeschwerte Zeit mit vielen schönen, auch familiären Erlebnissen.

 

2017_07 Von New York nach Maine – zum östlichsten Punkt der USA

Nach den schönen erlebnisreichen New Yorker Tagen, die imposante Feuerwerke am Unabhängigkeitstag (4.7.) krönen, verabschiedet uns strömender Regen. Er durchnäßt nicht nur uns auch unser Parkplatz steht wie viele Straßen unter Wasser.

Entlang dem Hudson, den wir über die Bear Bridge queren, verlassen wir Städtevielfalt um die riesige Inselstadt New York.

Um Boston, das wir schon kennen, machen wir genauso wie um Rhode Iseland, dem kleinsten US-Staat, einen Bogen um vor Porthmouth, New Hampshire, wieder an die Ostküste zu stoßen.

An der Route 1 reihen sich die Ferienorte. Überall locken Lobsterangebote im nördlichsten Bundesstaat Maine. Die Wetterkapriolen bestimmen unsere Reise. Die Zeit der schönen langen Sandstrände, die uns von Texas an begleiten, sind vorbei. Die Küstenregion erinnert schon an Canada obwohl wir noch nicht so hoch im Norden sind.

Mit einem Blues Festival, einer Windjammerparade zieht Rockland nicht nur Touristen an, auch wir fühlen uns in der von Inseln eingerahmten Bucht mit ihren Leuchttürmen besonders wohl, bis das Wetter wieder umschlägt und das Thermometer beachtlich fällt.

Leider begleitet uns nur wenig Sonne vom Acadia Nationalpark bis zum östlichsten Punkt der USA, wo sich überraschend schon ein Kanadazipfel anschließt.

Wir verlassen Maine via Calais nach New Brunswick, Kanada.

Jetzt liegen die USA, durch die wir kreuz und quer nicht nur an der Westküste bis Alaska wie an der Ostküste durchstreiften, hinter uns.

Wir blicken auf herrliche Tage zurück. Spontan bleiben die Südstaaten als Highlights mit ihren langen Sandstränden in Erinnerung.

Grenzenlose Freiheit? Die Amerikaner schwärmen davon.

Die Rahmenbedingungen in den einzelnen Bundesstaaten lassen uns auf uns und die EU blicken, der die verbindende gemeinsame Sprache fehlt.

Auch in der USA fallen viele Gebote und Verbote gerade im Straßenverkehr auf. Bei Gemeinden ist die wöchentliche Straßenreinigung mit stundenweisen Halteverboten an dem Kehrtag eine beliebte Einnahmequelle fährt doch der Knöllchenschreiber unmitelbar vor dem Kehrwagen. Wehe dem der den Kehrzeitpunkt nicht beachtet.

Warum Kunden im Supermarkt eine Pistole tragen, Hunde mitführen, wo sonst immer wieder entsprechende Verbotsschilder auffallen? Es ist ein Leichtes mit dem Wohnmobil in der USA unterwegs zu sein, auch wenn das freie Übernachten auf den Walmartparkplätzen, das mannigfach genutzt wird, im Vergleich zu vorher eingeschränkt ist. Wehe wenn ein LKW oder ein Wohnwagen ungeachtet der riesigen Parkfläche deine Nähe sucht und seinen lautstarken Generator rücksichtslos anwirft. Dann bleibt nur umsetzen.

Jetzt erwartet uns wieder Canada.

 

2017_05 und 06 Von Texas nach New Jersey

Reise 1

Texas. Louisiana, Mississippi, Florida, Georgia, South und North Carolina, Virgina, Maryland, Deleware und New Jersey, jeder Bundesstaat hat einen Küstenzugang.

Am Golf von Mexiko führt unsere Route nach Osten, bevor es auf der Atlantikseite später nach Norden geht.

Wir wählen wenn möglich Nebenstraßen. Wie in Texas kommen wir in Louisiana an riesigen Raffinerien und Chemiekomplexen vorbei. Auf hohen langgestreckten Brücken und kostenfreien Fähren über Meeresbuchten und Flussmündungen geht es durch Marschland. In Sümpfen, Tümpel, Wassergräben stehen weiße und graue Reiher, dazwischen grasen Kühe auch Höckerrinder.20170504_173837

20170517_131529Rutherford Beach- ein Tipp von Overlander- gehört uns und dem neugierigen netten Sheriff fast alleine. Wir stehen direkt am Strand. In der Nähe gibt es sogar Toiletten. Auf einem gekieseltem Platz steht eine offene Halle mit Duschen, daneben ein Müllcontainer.

Nachsts toben schwere Gewitter, die uns in dieser Wucht überraschen. Es blitzt und donnert, der Regen brasselt nur so. Dazu pfeift ein Südwestwind und das auflaufende Meerwasser tobt. Das Scenario wirkt gespensterisch und beängstigend. Erst als wir das Womo vom Strand versetzen können wir wieder beruhigter schlafen. Die Schlechtwetterfront erinnert an Nordseewetter, nur erheblich wärmer.20170504_165718

Auf dem verkehrsarmen Louisiana Scenic Bay Way geht es durch die Swaps . Kleine Streusiedlungen 20170515_165153aus Mobilhomes oder Wohnwagen, Häusern auf Stelzen begleiten uns ins französich geprägte Cajuncounty. Es ist eine andere USA die von den Nachfahren der arkadischen Farmer, die noch frankophil von kleinen Farmen, Fischen und Fallenstellen leben, geprägt ist. Girlanden von Spanish Moos, einer wurzellosen Bromilienart hängen von den mächtigen Bäumen.20170505_16283320170505_16473320170505_134253

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Wir tauchen in Zuckerrohrfelder ein. Es waren mal wieder Jesuiten die Anfang des 18 Jahrhunderts das Zuckerrohr als Süßigkeit aus Santo Domingo mitbrachten. Als es Ende des 19. Jahrhunderts einem Pflanzer gelang Zucker zu granulieren wurde Louisiana zum reichsten landwirtschaftlich geprägten Gebiet Amerikas, was die Villen der Zuckerbarone zeigen.

In Franklin20170505_143840 mit seiner Südstaatenarchitektur bekommen wir beim Rundgang das typisch amerikanische now here Gefühl. Von wegen vitales Zentrum. Als läuft auf dezenrale Malls zu, die es überall in Amerika zur Beliebigkeit gibt.

20170505_160830Endlang der Teche erschreckt beim Abzweig einer mehrspurigen Straße ein bekanntes Gerumpel. Unser Hinterrad Beifahrerseite hat es gefetzt. Zum Glück gibt es einen Seitenstreifen auf der auch von LKWs viel befahrenen Strecke. Erfahren demontieren wir das Reserverad. Trotz Karamba und aller Anstrengungen erbarmt sich nur eine Radschraube. Alle einschließlich Polizei fahren auch an Gisela, die beim Warndreieck stehend ein großes „Help“schild hochhält teilweise freundlich winkend vorbei. Ein kräftiger junger Mann auf dem Weg zur Arbeit erbarmt sich unserer. Die hartnäckigen Schrauben trotzen auch lange ihm, bis es uns endlich gemeinsam gelingt, eine nach der anderen zu lösen. Als sein Chef anruft, bricht unser Helfer fluchtartig auf. Wir können ihm nur ein Dankeschön nachrufen.

Neuer Reifen, in Houma, LA. Fehlanzeige. Es gibt zwar unsere Größe, aber nicht die erforderliche Gewichtsklasse. Auf dem Weg zum 2. Reifenhändler hört Gisela beim Ausrangieren ein gelegentliches Zischen am Hinterrad Fahrerseite. Beim Nachfühlen und Hören finden wir nichts. Erst bei einer Radumdrehung entweicht unüberhörbar Luft aus dem Hinterrad. Die wenigen Kilomter zum empfohlenen Reifenhändler schaffen wr kurz vor Feierabend. Wieder hilfsbereites vergebliches Telefonieren, aber auch in Mississippi Fehlanzeige. Wenigstens wird der Hinterradreifen fachmännisch geflickt,20170506_124900 aber für den zerfetzten Reifen gibt es keine Chance.

Wir sind leicht genervt. Über den Mississippi20170505_192448 durch New Orleans auf dem Weg nach Pass Christian kommen 20170509_153110wir an bekanntem Strandidyll mit dem weißen feinen leuchtenden Strand vorbei. Wenn da nicht die schrecklichen Hurrikans wären! Die rote Marke zeigt 7,62m.20170509_153025

Den Küstenabschnitt Alabama nach Mobile20170511_145003 20170511_145319lassen wir aus. Bei unseren bekannten Stellplätzen heißt es mittlerweilen Übernachten verboten.

Niceville ist keineswegs nice, sondern typisch Florida Panhandle, wo es nicht mehr wie in Louisiana Perish, sondern wieder County heißt.

In Penascola, Fl hoffen wir auf eine neue Reifenchance. Michael von Pop Boys Tire telefoniert 2 Stunden, nachdem er von ihm aus dem unüberschaubaren Reifenlager geholte Reifen selber als unpassend verwirft. Er sucht auch bei ebay und Amazon bis er endlich bei Amazon fündig wird. Eine Auslieferungsadresse ist kein Problem, nachdem wir die Lieferzeit kennen. In einer Woche können wir ihn bei einem UPS Laden in Charleston abholen. Im Internet verfolgen wir die Reifenanlieferung aus Miami.

Aber vorher bummeln wir wieder durch Savannah, GA mit seinen restaurierten Backsteingebäuden an der Riverfront, flanieren über schattige Plätze mit duftenden Magnolien. Die vielen lebendigen Plätze und der Schiffsanleger machen den Reiz von Savannah aus.20170516_142957

Besonders gut gefällt uns es wieder in Beauforf, GA.20170518_140434 Wir sind die einzigen Spaziergänger durch die Zeitgeschichte mit den ausladenden alten Ulmen, deren langen dicken mächtigen Äste wie Torbögen aussehen.Andere fahren entweder mit der Kutsche oder steigen erst für eine Besichtigung gar nicht aus.

An der Uferpromenade von Charleston20170520_150139_HDR 20170520_150114schräg gegenüber von Fort Sumter stehen wir wieder vor den großen Kanonen die für den ersten Schuß des Bürgerkrieges zeugen. Wir schlendern durch die Straßen mit ihren Palästen und hochherschaftlichen Häusern mit Veranden, Balkonen, Loggias und Piazzas, die für Charleston charakteristisch sind.20170520_151934Die traditionellen Bauformen nutzen 20170522_124603_HDRdie Luft als natürliche Klimaanlage, was heute leider verloren gegangen ist. Dafür rattern jetzt überall lautstarke Klimanalagen.

Bei der großen Reifenwerkstatt, die uns eine deutsche Auswanderin empfiehlt, greift Gisela 20170520_111758selber zu unserem Schraubenschlüssel, als sie sieht wie der Monteur das Ersatzrad mit Gewalt aus der Verankerung zerren will. Es ist für sie unter lautstarkem Meckern ein leichtes die Halterungsschrauben zu lösen und unter den Augen der Monteure den kaputen Reifen rauszuholen. Ende gut, alles Gut. Jetzt hängt eine inzwischen getrocknete Rose des Werkstattleiters im Womo.

Wir tingeln über die historische Stadt Georgetown mit der stinkenden Papiermühle langsam nach Myrthle Beach. Unseren alten Strandzugang suchen wir vergeblich. Dafür finden wir aber ungeachtet des mittlerweilen total zugebauten kilometerlangen Küstenabschnittes andere schöne kostenfreie Strände, wo wir auch für unser Womo einen Parkplatz gibt.

Das wechselhafte Wetter läßt uns immer weiter gen Norden fahren. Wegen dem angesagten Sturm und Regen verzichten wir auf die uns bekannten Outer Banks.

In Chesepeake haben wir bei dem 36km Chesepeake Bay-Tunnel mehr Wetterglück bei der Überwasserfahrt. Ein großes Containerschiff quert gerade vor uns den Fluß. Ein imposantes Bild20170607_144139 - Kopie.20170607_145754

 

 

 

Maryland und Deleware zeigen eine kalte Schulter. Das erste Mal in diesem Jahr tragen wir Pullover.

Bei der Fähre20170608_143148 - Kopie von Lewes nach Cape May erleben wir wieder etwas Amerika typisches. Unser unter 20feet langes Womo steht mit über 20 feet auf der Rechnung. Da hilft auch kein Protest und kein Fahrzeugschein. Was der Kassierer meint gilt.

Nach der 1 ½ Stunden schaukelnde Überfahrt auf der „New Jersey“ über den Delewareriver in langen Hosen und Windbreaker überrascht uns Cape May mit einem schönen Stellplatz bei Walmart in Rio Grande. Das nahe Wildwood gefällt uns mit seinem langen flachen Strand aber kühlen Atlantikwasser.20170609_173755 - Kopie

Jetzt geht es auf der US 9 in der uns inzwischen gut bekannten Küstenregion weiter Richtung New York.

 

2017_04 von Mexiko zurück nach Texas

Von der Costa Esmeralda fahren wir bei hochsommerlichem Wetter über Tampico nach Norden. Hoch mit Apfelsinen beladene LKWs verkehren in jede Richtung.20170404_163024

20170404_172539Auffällig kommen uns wieder US Sattelschlepper im 4er Huckepack und voll bepackte teilweise abgeschleppte schrottreife US-PKWs blockweise auf dem Weg nach Süden entgegen. Wir fragen uns, wie die Gespanne bei der Brückenmaut eingestuft werden.20170406_172632

Bei einer Kaffeepause spricht uns Elwen in perfektem deutsch aus seinem Pickup an, der beschädigte Mähdrescherräder Richtung Tampico transportiert. Er erzählt stolz von seiner in wesentlichen autonomen Mennoiten-Colonie, einer deutschen Sprachinsel mit eigener Schule in der erst deutsch und später auch spanisch unterrichtet werde. Er empfiehlt uns die 100km entfernte Mennoiten-Colonie „Los Elbanos“ aus Sicherheitsgründen als Übernachtungsplatz bei unserer Weiterfahrt zu wählen.

In der Buschlandschaft verpassen wir mangels lesbarem Schild fast den Abzweig zur Kolonie.20170408_09350920170409_180434 Ein ordentlich gepflügtes Feld und ferne Hirsefelder zeigen uns aber wo es auf einer Staubstraße lang geht.

In der Hirsenfelderlandschaft20170408_085152 20170408_090859entdecken wir auf einem großen Hofgrundstück mit einem kleinen Haus auf einmal mehrere blonde kleine Kinder ohne Schuhe in langen gleichen Kleidern, die uns mit ihren großen blauen Augen ansehen. Die typisch angezogene Mutter, ihr und unser deutsch?! Das merken wir später, als wir beim größten Hof der Colonie die Gastfreundschaft des Hirsebauers Wilhelm beim Abendessen mit Tante und Cousin erfahren. Von ihrer vermeintlich deutschen Unterhaltung verstehen wir so gut wie nichts und mit unserem deutsch ist die Verständigung schwierig.

Der uns von den Mennoiten empfohlene Grenzübergang „Internationale Brücke“ (Maut 48Mex) führt uns nach Villa Hermosa. Bevor wir die Grenze ansteuern heißt es noch ein wenig vorzusorgen. 20170410_125711Für die dringende Womowäsche finden wir eine moderne Waschanlage in einer großen hohen Halle, wo sich mehrere Männer in den verschiedenen Waschgängen dem Womo nach Klärung der Presfrage gründlich annehmen. Aus den geforderten 20 US$ werden 200 Mex (ca. 5 €) Einer klettert sogar zum Putzen auf unser Dach.

Nach der Internationalen Brücke ist das Gelände völlig hoch eingezäunt. Die typische US-Grenzabfertigung erreichen wir ohne Anstellen. Die Grenzprozedur dauert 1 Std. Mit dem Laufzettel und unseren Pässen werden wir zum Kontrollplatz gewiesen, wo alle Außenklappen einschließlich Motorhaube zu öffnen sind. Als der Inspizierende uns die halbleere blaue Eierpackung mit gekochten Eiern präsentiert, wir „gekocht“ betonen, überreicht er uns die Pässe zur Weiterfahrt. Auf unser erstauntes Nachfragen wegen der Einreisekosten heißt es großspurig, das kostet hier nichts.

Die fehlende Einreiseerlaubnis (6,-$ pP), die wir nach zügiger Abwicklung für 6 Monate in dem benachbarten Migrationsgebäude ohne weiteres erhalten, hat keiner beim interessierten Durchblättern unsere stempelvollen Pässe bemerkt. Gut das wir uns angewöhnt haben die Pässe zu kontrollieren. Wir wissen nicht was uns ohne Stempel im Pass erwartet hätte.20170410_151312

In Halingen ist alles wieder gepflegt, sauber und vielspurig geordnet. In der Mall erwarten uns die bekannten amerikanischen Geschäfte. Während Mexiko mit Menschen auf der Straße lebt, sehen wir jetzt PKWs und Pickups, hören röhrende Auspuffe. Bürgersteige, Fußgänger was ist das?20170414_171951

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Auf der Mustanginsel in Corpus Christi genießen wir über Ostern am kilometer langen Sandstrand Hochsommer bis uns ein Wetterumschwung zur Weiterfahrt Richtung Galverston veranlaßt, wo wir vor der Brücke am Strand schon 20170418_17282120170427_140751einmal standen.20170501_16380720170428_16530520170427_140823

2017_03 Vom Pazifik an den Golf von Mexiko

nach 3 herrlichen20170302_182224 Sonnenmonaten unter Palmen in Pie de la Cuesta/Acapulco verabschieden wir uns via Mexicocity.

Vorher verwindet sich beim Abspritzen des Womos die Stehleiter und beschehrt einen bösen Sturz. Die klaffende Wunde über der linken Augenbraue näht der Arzt in seiner „Praxis“ neben der Apotheke an deren Tresen er auf Kundschaft wartet.20170307_172815_HDR

Die angekündigte Umgehung von Mexicocity kennt die aktuelle Karte von Garmin nicht. Nach über 3200m geht es wieder, aber auf anderer Route, durch die quirrlige Stadt.20170308_115459 Chaotische Streckenabschnitte mit Abzweigungen, teils mehrspurig, stauig vorbei an den Flughafenterminals,wir sind froh als wir endlich die Autobahnschilder Richtung Teotihuacan sehen.

Auch in Teotihuacan hat sich nichts geändert. Allein mehrere abgestellte europäische Womos fallen auf. Wir besteigen wieder die 20170312_135103_HDRSonnen 20170312_115411und Mond-Pyramide und machen Ausflüge mit dem 20170318_102302Bus und der Metro nach Mexicocity. Das Metro ein-und ausstiegs Geschiebe, das brutale Gedrücke in den Zentrumsstationen kannten wir so noch nicht. Dabei blieb unser quasi inhaltloser Geldbeutel aus der zugeknöpften Gesäßtasche auf der Strecke ohne daß es zu verhindern ist. Gisela erschreckt die ergebnislose Körperumarmung unter ihrem T-shirt im Gedränge.

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Bei der Weiterfahrt auf Nebenstrassen Richtung Golf begleiten uns auf der Hochebene über 2000m herrliche Landschaftsbilder und Kakteenfelder. Die vielen Topes schaffen uns nicht.

An einer großen Lagune überraschen uns auf über 2500m weiße Pelikane in ihrer typischen Flugart.. 20170323_113303(1)Der starkende Fischer 20170322_173452verstaut 20170323_091709seinen Fang im Plastiksack, den er an einer Stange im See fixiert. 20170323_111209Angler legen ihre langen Bambusstangen einfach aufs Wasser und warten dick vermumt, daß ein Fisch anbeist.

Die Höhe, trockene Luft und nächtliche Kälte halten uns nicht an diesem herrlichen Fleck. Nach einem weiteren großen See, dem das Austrocknen droht, windet sich die 130 über 2000 Höhenmeter bergab. Teilweise sieht es für uns wie aus einer Flugzeugpersperktive aus, wenn sich unter uns tiefe enge Täler und Schluchten umgeben von hohen Berghängen in dunstiger Atmosphäre zeigen. An den steilen Hängen wird Kaffee angebaut. Am Straßenrand wachsen wieder Bananenstauden und in den Bäumen Schmarotzerpflanzen jeder Größe.

In Poza Rica überrascht uns im Zentrum eine Hochstraße, 20170326_110419die sich über Buden uns Geschäfte zieht. Wir sind die einzigen, die sich in den Taxistrom darunter einreihen.

 

20170326_113633El Tajin soll gegen 1200 nach einer Blütezeit zwischen 600 und 900 n.C.als Stadt und zeremonelles Zentrum aufgegeben worden sein. 20170326_130729Zu den 20170326_130905_HDRbesonderen Merkmalen der Pyramiden zählen Reihen von rechteckigen Nischen an den Gebäudeseiten mit Resten von Steinmosaiken. Die 365 Nischen einer Pyramide erahnen wir ohne sie zählen zu können. 20170326_131519Vieles erinnert uns an Mayapyramiden, auch 20170326_141207die vielen Ballspielplätze. Ein farbiges Bild mit rotgefärbten Häusern und Pyramiden im Museum läßt erahnen, welche Pracht die Städte ausstrahlte.

Am Ende unseres mehrstündigen Rundgangs überrascht uns eine Voladoresvorstellung, 20170326_174227_Momentdie traditionell nur einmal im Jahr vollzogen wird, inzwischen aber zum Touristenprogramm zählt. Auf der Spitze eines riesigen Mastes bewegt sich ein Mann in traditioneller Kleidung mit Trommel und Pfeife über einem viereckiger Rahmen auf deren Seiten ein Mann sitzt. Der Rahmen dreht sich nach einem Pfeifensignal langsam um den seilummantelten Mast. Die 4 Männer lassen sich jeweils an einem sich durch die Rahmendrehung abwickeldem Seil hängend nach hinten fallen. Mit ausgestreckten Armen kreisen sie 13x kopfüber um den Pfahl, während sich das Seil langsam abwickelt. Kurz vor dem Boden drehen sie sich zur sachten Fußlandung. 13 x 4= 52 was auch unserer heutigen Wochenzahl entspricht. Die Flieger beschwören die 4 Ecken des Univesums die Sonne und Regen bringen.

20170327_111603An der Costa Esmeralda reihen sich die Campingplätze handtuchartig neben der viel befahrenen 180. 20170327_153805Auf dem schönen Camping Sun Beach mit 2 Schwimmbädern erwartet uns 20170327_172355schwüle Wärme und ein menschenleerer langer Strand mit dunkelgrauem Sand am Golf von Mexico.

 

2017_01 Pie de la Cuesta/Acapulco Mexiko

 

 

In unserer ruhigen „Oase“ unter Palmen am Pazifikstrand ist die Zeit stehen geblieben. Als wären wir gestern weggefahren, sieht alles genauso aus, wie bei unserem letzten Aufenthalt.20161206_133241_HDR20161205_174206

Nach unserer Ankunft werden als erstes die Palmen gesäubert. Der uns bekannte Palmenkletterer20161207_101205 entfernt die welken Palmenwedel, säubert die Kronen und erntet die Kokosnüsse von denen er uns einige mit der Machete zum Trinken öffnet. Lecker!!

Nach dem großen Ansturm auf den Camping zu

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Weihnachten und Sivester mit Party und tollem Strandfeuerwerk,20170101_000035 gehört uns jetzt der Campingplatz fast alleine. Erstaunlich wie viele uns noch kennen und gleich herzlich in ihren Kreis einbeziehen.20170119_184535_HDR

Die Tage verfliegen wie im Flug. Es wird nie langweilig, es ist immer etwas los, auch wenn es zum Einkaufen mit dem Bus nach Acapulco geht.20170201_090810 Der Markt ist immer ein Erlebnis. 20170128_101014

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Immer blauer Himmel, die Brise wechselt in Stärke und Richtung zwischen Pazifik und Lagune. Bei ca. 31°, nachts ca. 24° läßt es sich gut aushalten wenn wir an die Temperaturen in Mexikocity 8 oder an die winterlichen kalten Temperaturen in Deutschland denken. Die Sonnenuntergänge sind immer spektakulär.20170108_18534920161217_180843

2016_10 und 11 Atlantik, von New York nach Mexiko

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Der Inselstreifen vor Atlantik City ist völlig mit nicht nur schicken Häusern zugebaut und im Winterschlaf. An unseren Surferstrand verlaufen sich nur noch die Harten, wozu wir uns in einer 20161007_133612windgeschützten Ecke bei Nordseesonnenwetter gesellen.

In New York reihen wir uns bei schönem warmen Spätherbstwetter in die Menschenschlange über die Brooklyn Bridge20161024_13263520161024_133446 20161024_114805ein und genießen am 20161024_130423Hudsonufer die letzten warmen Sonnenstrahlen, wenn die Kreuzfahrtschffe 20161021_171503auslaufen.

Hauseingängen, sogar ganze Straßenzüge schmücken sich für Halloween. Jeder fühlt sich bemüßigt etwas Dekoratives beizutragen. Spinnenwebennetzte, Skelette, Strohfiguren, große geschnitzte Kürbisse, Grabsteine, die keltische vorchristliche Mystik feiert fröhliche Urstände.20161013_113438 Uns erinnern die Halloweenkostüme an Karneval. Hochkonjunktur für die kostümierten Kinder, die mit speziellen großen Halloweeneimern mit einem „Happy Halloween“ im vorbeiziehen Süßigkeiten bei den Geschäften und Hauseingängen wo sie schon erwartet werden einsammeln.

Erstaunlich was alles für Kinder geboten wird. Tolle Spielplätze sogar für die Kleinsten abgetrennt.

Nach dem 3. Geburtstag von Marie starten wir wieder gen Süden.

Von der US Präsidentenwahl lesen wir mehr im deutschen Internet. Das Straßenbild bestimmt in allen von uns durchreisten Bundesstaaten „Trump“. Nur in Philadelphia stehen einige „Hillary Flyer“ am Straßenrand, sonst ausschließlich „Trump“. Sogar „Hillary Prison“ heißt es auf unserer Route entlang den Appalachen durch Nashville, in20161108_114220Memphis/Tennessee 20161109_122837über den Mississippi nach Arkansas,20161110_134655 Louisiana und Texas.

Wenigstens hat der „Spiegel“ einmal die US-Präsidentenwahl sachlich beschrieben und verdeutlicht wie unterschiedlich jeweils Wahlverfahren und Abläufe zur Feststellung der feststehenden Wahlmännerzahl eines Bundesstaates sind.

Nicht nur auf der Interstate auch auf den breit ausgebauten mehrspurigen Straßen lassen sich in den USA Kilometer fressen. Wir gewöhnen uns daran, daß Abbiegespuren zum Abbiegen verpflichten, links und rechts überholt wird und bei Kreuzungen mit Halteschildern das Prioritätätsprinzip gilt. Die vielen Reifenreste auf der Straße lassen nichts Gutes erahnen. Als sich beim gerade überholenden LKW die hinteren Zwillingsreifen mit einem lauten Knall verabschieden fliegen uns die Reifentrümmer um die Ohren. Wir haben Glück uns passiert nichts.

Die Städte gleichen sich mit ihren Malls genauso wie die kleinen Orte, die als „historisch“ bezeichnet sind.20161111_12103020161119_12545920161118_13421820161112_131946

 

 

 

 

In Rio Grande City 20161122_113103erwartet uns nach der vergitterten Grenzzufahrt überraschend erst einmal eine Brückenzollzahlstelle, die wir erst als US Grenzabfertigung glauben. Auf der längeren einspurigen Brücke staut sich schon eine LKW Schlange. Als nachfolgende PKWs vorbeidüsen schließen wir uns an kommen aber kaum in die höhenbegrenzte Grenzabfertigung. Alles bekannte Routine wie Womobesichtigung mit Hund. Die einschlägigen Schalter befinden sich unmittelbar vor Ort. Ein älterer wohlbeleibter Uniformierter winkt uns zu sich ins Büro als wir ihm unsere Pässe durch das große Schalterfenster zustecken wollen. Wir dürfen vor seinem großen leeren Schreibtisch Platz nehmen. Neben seinen Dauertelefonaten erledigt er unsere Einreiseformalitäten. Dann muß das Eintrittsgeld von 390 mex Pesos ( ca 20€ )p.P. am nächsten Schalter entrichtet werden und mit der Quittung erhalten wir unsere mit 180 Tagen gestempelten Pässe. Zurück zum selben Zahlschalter mit Pass,internationaler Zulassung und Führerschein dauert es länger. Wir sind anscheinend für den jungen freundlichen Beamten etwas Neues und unser Wohnmobil findet sein besonderes Interesse. Er fotografiert es von Innen und Außen bevor jetzt nicht Pesos sondern 60,- US$ für 10 Jahre Womo Mexikoerlaubnis fällig werden. 6 Monate kann er nicht.

Nach gut 1 ½ Stunden Grenzabfertigung machen wir uns auf den direkten Weg nach Montemorelos, ohne zu ahnen daß es sich bei dem zu querenden Zipfel von Tamaulipas nach Nuevo Leon um ein als gefährlich verschriehenes Gebiet handelt.20161118_165753

Kurz vor der Provinsgrenze wollen wir eigentlich bei einem Stausee pausieren, als uns ein lichthupender Pickup mit texansichen Kennzeichen überholt und sich quer auf die Fahrbahn stellt. Der normal gekleidete Fahrer hält ein Schnellfeuergewehr schußbereit, um die Hüfte trägt er ein Pistolengurt an dem eine großkalibrige Pistole hängt. Mit Handy/Walky im Dauergespräch am Ohr will er uns kontrollieren. Wir verstehen nichts und wollen vergeblich seinen Ausweis sehen, bevor er einen Blick ins Womo werfen will. Nach längerem hin und her verzichtet er auf die Kontrolle und lässt uns passieren. Auf unsere Pause verzichten wir.

Nach dem aufgelassenen Kontrollstützpunkt an der Provinzgrenze zu Nuevo Leon das selbe Spiel. Diesmal stoppt uns ein weniger bewaffneter, dafür agressiver Auftretender ebenfalls im Dauertelefonat der uns zur Umkehr auffordert und unser GPS will, aber die Fahrbahn freigibt um 2 Fahrzeuge passieren zu lassen, nicht uns. Zu ihm gesellt sich ein am Straßenrand im Busch postierter Mann mit Limoflasche, der auf den mit offener Tür auf der Pickupsstufe stehenden Telefonierer einwirkt und uns verdeutlicht, daß der Boss schon unterwegs sei. Wenig später hält ein Pickup ebenfalls mit Texaskennzeichen hinter uns. Eine Mittelalte, ein älterer und ein jüngerer Mexikaner übernehmen jetzt, während die bisherigen nur noch Zuschauer sind. Es geht um Waffen, Drogen und die Frage nach Ropa = Kleidung. Unsere „Pässe“ werden interessiert kommentiert, die geforderte Womoinspektion – wir gestatten es nur der Mexikanerin- erschöpft sich mit einem Blick durch die geöffnete Tür. Anders als beim Zoll interessiert die große Seitenklappe, die zu tiefen folgenlosen Blicken führt.

Mit dem Hinweis bis zur Ortschaft China könnten wir ungehindert weiterfahren und der Erklärung, sie müssten sich vor Drogen, Waffenschmugglern und der korrupten Polizei schützen, werden wir höflich und entspannt verabschiedet.

Erst beim Weiterfahren merken wir, daß sich auf der 80 km langen Strecke bis China immer wieder am Straßenrand im Gebüsch offensichtliche Wächter verstecken und in einer kleinen Ortschaft ein texanischer Pickup startbereit wartet. Im nachhinein lesen wir, daß in der Region ein erbitteter Bandenkrieg statt findet.

Als wir vor der Ortschaft China die 4spurige Nationalstraße queren fährt gerade ein Militärkontrolkonvoi vorbei wo die Soldaten typisch mit schußbereiten Gewehren auf der Pritsche stehen. Wir können uns nur fragend anschauen warum sie nicht auch auf unserer gefahren Strecke patrolieren.

Für uns geht es weiter stramm Richtung Mexico City. In Montemoralis spazieren wir durch die Innenstadt zur Bargeldversorgung. Immer in der Ebene zieht sich unsere Straße mit wenigen kleinen Orten und Häusern. Wir passieren nach Ciudad Victoria den nördlichen Wendekreis Tropica de Cancer d.h. bis zum Äquator sind es Luftlinie 2609 km.20161126_163713_HDR 20161124_123046Vorbei an CD Mante und CD Valles wird die Landschaft tropisch, an den Straßenrändern reihen sich in den kleinen Ortschaften Stände mit Südfrüchten und großem Blumenangebot.20161126_16464220161126_163302

 

 

 

Ab Japlan, 20161128_102122die franziskaner Kirche ist Weltkulturerbe, geht es richtig in die Berge und das gleich richtig hoch. Die gute einsame Straße schlängelt sich wie ein Pillewurm durch20161127_10360020161128_155749 20161130_170146Berg und Tal. Wir sind von der Landschaft fasziniert. Auf 2800m merken wir schnell, daß die Luft dünner wird. Auch in Bernal, wo der 3. höche Monolit der Erde in den Himmel ragt sind es noch 2500m.20161128_173331 Im gleichhohen Altacomulco überrascht uns ein Weihnachtsmarkt20161130_170456 ohne Glühwein und Fressstände, dafür mit vielen bunten Lichtangeboten.

Toluca liegt auch auf 2800m. Wir erkennen die Stadt mit neuen Hochstraßen, Unter- und Überführungen und einem chaotischen Verkehr nicht wieder. Die vielen Topes und Schlaglöcher und der Staub machen uns ganz schön zu schaffen.20161202_151054_HDR20161201_12233820161201_120216

Wir sind froh nach der Höhe in 31 km Autobahn 900 Höhenmeter tiefer bis Ixtopan del Sal zu kommen,von wo es weiter vorbei an Mexico City an den Pazifik nach Acapulco gehen soll.20161202_15364320161202_150033

Der Höhengeburtstag Jörg Erichs auf über 2800m bleibt sicher unvergessen. Bei den vielen Mails und Telefonaten auch auf Whatsapp muß das Ständchen von Marie für Opa mit unseren Geburtstagsliedern besonders hervorgehoben werden. Sie singt richtig schön und textsicher. Ihr abschließendes Happy Birthday mit …Marmelade im Schuh, Aprikose in der Hose und ihr Kommentar, das singen wir immer so entzückt genauso wie Paulas Opa Rufe.

2016_09 Am Atlantik von New Jersey nach Deleware

 

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Es ist nicht leicht ein frei zugängliches Strandstück zu finden. Wellenreiter mit ihren Brettern unterm Arm zeigen uns den Weg zu einer unauffälligen Treppe zum Strand in einer Villengegend mit Ferienhäusern und Wochenenddomizilen, das auch die Rehe kennen.20160922_180651

 

Bis zum 1. Montag im September – Laborday- dem Ende der Hochsaison, manche sagen auch Sommerende, ist am Strand und den anschließenden Seebädern sehr viel los, Schwimmen aber verboten. Dafür können sich die Wellenreiter in den dunenbegrenzten Wellen richtig austoben. Es ist ein Schauspiel wenn immer wieder Artisten auf den Wellenkämmen reiten.20160910_152025

Die Infrastruktur in der dicht besiedelten Küstenregion lädt uns zum Verweilen. Auf dem riesigen Parkplatz bei Walmart finden wir ein ruhiges Eckchen mit WIFI und bei Aldi gibt es sogar die „deutsche Woche“ mit Pumpernickel.20160927_155550_HDR Endlich wieder richtiges schwarzes kräftiges Brot mit langem Haltbarkeitsdatum. Wir sorgen richtig vor.20160906_090457

 

 

 

 

 

Als der Hurrikan „Hermine“ entlang der Ostküste tobt, bietet unser Parkplatz bei Walmart Schutz als Sturm und Regenausläufer auch auf uns treffen. Nach den großen anfänglichen Schäden im Süden verlagert sich der Hurrikankern weiter auf das Meer, sodass hier alles glimpflich davon kommt. Allein die Flutwellen verändern den Strand.

In den Schlechtwettertagen erkunden wir unsere Umgebung völlig untypisch für Einheimische zu Fuß. Fußgänger sind hier nicht vorgesehen. Wenn überhaupt enden Bürgersteige gerne abrupt, Vor den riesigen Parkplätzen der angrenzenden Malls gibt es zwar Fußgängerampeln aber keine Fußwege. Man läuft nur vom Parkplatz zum Einkaufen und zurück, was bei der Hitze von über 30°teilweise verständlich ist.Von Klimaanlage zu Klimaanlage, wir hören sie überall laut brummen und surren. Amerikaner erscheinen uns lärmresistent.

Auffällig empfinden wir die große Polizeiwagenpräsenz. An (unserem) Strandzugang stoppt alle paar Minuten ein Wagen Wir fühlen unser Womo sicher abgestellt.

Als wir den Geburtstagsbrief für unsere Enkelin Paula extra bei der US-Post abgeben wollen, bemerken wir beim Aussteigen blickende Polizeiautos, die uns umstellen. Ich werde ins Womo zurückbeordert. Als Gisela, die das Ganze erst gar nicht mitbekam aus dem Womo aussteigt, stockt ihr der Atem als eine Polizeipistole auf ihre Brust gerichtet ist.

Unser Nummernschild passt mal wieder nicht ins Bild. Das Womo müsse in der USA zugelassen sein, Typisch was die Polizei nicht kennt muß illegal sein. Das und das Prozedere kennen wir schon. Es dauert bis wir Reisepässe, Versicherungsnachweis, Führerschein- der deutsche Internationale Führerschein wird nicht anerkannt und unser deutscher Führerschein ist völlig fremd- zurückbekommen.

Endlich können wir den Brief bei der Post aufgeben, aber er ist bisher nicht angekommen!

Der Herbst holt uns mit Regenschauern ein. Es hat stark abgekühlt und mit den dünnen Sommerhosen ist es vorbei. Hoffentlich nicht für lange.

Die Brückenpfeiler der Deleware Memory Bridge, über die wir den dicht be- und zersiedelten Garden State New Jersey verlassen, sehen wir nicht, es herrscht dicker Nebel. Der Kassierer an der Mautstelle verlässt seinen Platz um sich zu überzeugen, daß wir keine Zwillingsreifen an der Hinterachse haben. Wir fallen wie immer unter den Normaltarif von 4 $.2016_09._1jpg

Wilmington ist die größte Stadt von Deleware, dem zweit kleinsten Bundesstaat der USA, das gerade mal 150 km lang und an seiner breitesten Stelle 56 km misst. Die schwarzen Nummernschilder mit gelben Buchstaben und Ziffern mit dem Zusatz „The first State“ erinnern daran, daß Deleware als erste Staat die US Verfassung unterzeichnete.

2016_08 Kanada/USA Quebec-New Hamshire-New York City

Endlich ist Hochsommer, den wir im Norden lange vermißt haben.

Quebec verlassen wir über die St. Lorenzstrombrücke.20160802_122036

In St. Marie telefonieren wir mit unserer Enkelin Marie und erzählen ihr, daß wir in einem kleinen Dorf St. Marie stehen. Ihre spontane Antwort „ ich bin doch kein Dorf, ich bin die Marie“.20160802_132407

Abends schauen wir beim Rollhockeytournier zu.20160803_200159 Super schnell, hart aber fair, fliegende Wechsel, allein der Torhüter trägt Schuhe. Sonst verläuft alles wie beim Eishockey, dem Volkssport der Kanadier.

In Thredford Mines erinnern rießige Halden an die große Vergangenheit der einst weltgrößten Chrysotil=Asbestweltabbauregion. Als sich Asbest gesundheitsgefährdend heraus stellte schlossen die großen Minen 2012. 20160805_142126Das Minensterben überträgt sich unübersehbar auf den Ort und seine Malls.

Wir nähern uns den Appalachen und sagen Kanada ade. Vorher genießen wir aber noch die herrliche Seenlandschaft. Auf einer 700 m Passhöhe ist der US Grenzposten. Mitten in der Natur steht ein Hochsicherheitstrakt. Die USA schützt sich hinter einem hohen Zaun mit Stacheldraht, Ampel und Schranken. Natürlich kennen wir die üblichen Fragen nach dem woher und hin, frischen Essbaren. Allein die überschaubare Größe unseres „kleinen“ Kühlschranks fällt auf. Wir sind die einzigen an diesem wenig frequentierten Grenzübergang nach New Hampshire der nachts geschlossen ist.Es dauert lange die für uns erforderlichen Programme aufzurufen und alle möglichen Daten, erstmals auch von unserem Womo, zu erfassen. Stöhnen und Haare raufen, Telefonate, immer wieder Stecker ziehen bis wir endlich unsere 6 $ Eintrittsgeld bezahlen und für 6 Monate in den USA bleiben dürfen.20160806_18014620160807_084457

Jetzt haben die Autos auch wieder vorne Nummernschilder und diese erinnern mit „Frei oder Tod“ an die Historie. New Hamphire erklärte als erster seine Unabhängigkeit. Hier hat Donald Trump , der Amerika wieder groß machen will, eine Hochburg was die vielen blauen Präsidenschafts-Flyer am Straßenrand,Häusern u nd Fahrzeugen zeigen. Für eine Präsidentin Hillary Clinton tritt keiner öffentlich ein.

Vorbei an den nummerierten Connecticut Seen fahren wir länger durch die waldreiche Region bis zur ersten Einkaufsquelle. Unterwegs begegnen uns auf dieser kurvenreichen Straße mit zahlreichen Baustellen und nicht asphaltierten Nebenstraßen Quads und helmlose Motorradfahrer. Freiheit geht hier über Sicherheit.

Breite Streifen und Lifte aller Art durchziehen bewaldete Hänge. Wir befinden uns in einem Wintersporteldorado im Einzugsbereich von Boston.IMG_1454

Die US Preise toppen, abgesehen vom Diesel,der bei Barzahlung noch einen Preisnachlaß erfahren kann ( ca. l 0,60 € ), Kanada, das wir von früher noch teurer in Erinnerung hatten.

Für New York machen wir noch in Keene einen Zwischenstopp bei ALDI mit seinem im Vergleich deutlich preiswerteren beschränkten Angebot.

Als wir bei Walmart einen neuen Garmin mit aktuellem GPS , auch für Mexico und Kanada erstehen wollen, erschreckt uns eine ohrenbetäubende Sirene. Feueralarm.  Alle stürmen aus dem Laden und warten verstreut vor dem Eingangsbereich. Wir sehen nichts auffälliges als wir durch die Verkaufsregale eilen.20160809_201636 Es dauert überraschend lang bis Feuerwehrmänner in voller Montur mit Atemschutz den Laden betreten. Nach über 2 Stunden, wir sitzen gemütlich beim Abendessen im Womo lösen sich die Grüppchen der Wartenden auf. Als wäre nichts geschehen geht der Verkauf weiter. Fehlalarm!IMG_1480

Die atemberaubende Kulisse von Manhattan genießen wir von der anderen Hudsonuferseite.20160814_174831 20160820_123624Dieses Mal klappern wir die typischen Sehenswürdigkeiten bei über 30° von Manhatten ab.

Wir merken schnell, wie wir zu Hause vom öffentlichen Nahverkehr verwöhnt werden. Es gibt keinen Verbund, keine Niederflorbusse. Viele Bahnstationen sind nicht behindertengerecht. Wir klappern die einschlägigen Highlights ab. Ärgern uns wenn in den langen Untergrundbahnhöfen, mit vielen Treppen Aufzüge fehlen. Mit der Path unterqueren wir den Hudson. Eine Endhaltestelle ist der noch im Bau befindliche World Trade Center Complex, den wir durchstreifen und andächtig vor dem tiefen Loch mit seinem Wasserspiel vom alten World Trade Center stehen.20160823_124547 Eine Heerschar von Arbeitern und Aufsehern richten im Eingangsbereich der neuen Bahnhofshalle Geschäfte ein, die am späten Nachmittag schon teilweise verkaufsfertig wirken. Auffällig sind die viele Polizei und Mitilär. Bei unserem Ausflug nach State Island fallen uns an der Fähre Hundeführer mit ihren Hunden bei der Gepäckkontrolle auf.20160815_131216

Freiheitsstatue, Broadway, 5th. Avenue, Centralstation, Tiff20160823_124829any, little Italy,

20160823_135443Chinatown, Washington- und Centralpark, die bekannten Hochhäuser, abends merken wir unsere Füße.

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Mit dem Womo durch die dichtestbesiedelte Gegend der USA mit einem verwirrenden mautpflichtigen Straßensystem ist ein Abenteuer für sich. Wenn dann auch noch Bauarbeiten und Brückensperrung dazu kommt, heißt es Kilometer fressen.

Jetzt touren wir wieder entlang der Ostküste und genießen den Atlantikstrand vor Neptune.

2016_07 Kanada – Neufundland-Labrador-Quebec

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Der Juli verabschiedet sich in Quebecs Metropole mit Sonne pur. Zu unserer eigenen Überraschung landen wir wieder bei dem uns von früher bekannten Walmart bei dem man am Wochenende ab 17 Uhr nicht mehr einkaufen kann.

Maxi quasi auf der anderen Seite des kilometerlangen Parkplatzes schließt erst um 22 Uhr, das Abendessen ist gerettet und beim Biereinkauf staunen wir nicht schlecht über eine Werbeaktion. Der Einkaufspreis wird um die sonst aufgeschlagene Steuer reduziert. Heute schmeckt uns das Bier mal wieder !!

 

20160731_12334720160731_151055Quebec, ist mit 400 jähriger Geschichte an der Engstelle des St. Lorenzstroms die einzige Stadt in Nordamerika mit Stadtmauer, Festung, europäischen Flair fest in Tourihand. Wir flanieren im Strom der vom Kreuzfahrtschiff, Bussen und dem Urlaubswochenende angelockten Gäste zu den Sehenswürdigkeiten und kleinen schicken Gassen und genießen Ober- und Unterstadt. Nach vielemTreppen auf- und ab erwarten uns in unserem Womo ein leckeres Eis mit Blaubeeren.

 

IMG_1392Während Quebec als Weltkulturerbe im Gegensatz zu den bisher so ausgezeichneten beeindruckt kommt uns an das Weltkulturerbe Wikingersiedlung am Monatsanfang in den Sinn. Ein überschaubarer Hüttennachbau jüngster Zeit der daran erinnert, daß Wikinger schon um 1000 entweder vom Sturm gebeutelt oder wie später europäische Fischer gezielt auf der Jagd nach Dorsch bereits ab dem 1600 Jahrhundert an Neufundlands Gestaden bei den wenigen einheimischen Fischern und Jägern wilderten. Sie bereiteten ihnen das gleiche Schicksal wie vielen anderen Naturvölkern Nordamerikas und rotteten sie bereits in der 1. Hälfte des 1900 Jahrhunderts aus.

Den Weg zu den Eisbergen führt uns kilometerfressend ins Landesinnere auf einem Straßendamm durch unbesiedelte Moor und Waldlandschaften. Ab und zu stehen am Straßenrand verlassene Wohnanhängergruppen von Straßenbauarbeitern. Ins Auge stechen neben der Straße weit entfernt von jeglicher Bebauung im Moor angelegte Kleingärten, die mühsam von mit Moskitonetzen a la Imker Verkleideten bewirtschaftet werden. Was da wohl wachsen soll? Ein verärgerter Kleingärtner schimpft auf die Bären, die schon wieder seine Setzkartoffeln ausgruben. Für die Eigenversorgung erscheint der Garten als Hobby und tropfen auf den heißen Stein. Aber wenn wir uns die Lebensmittelpreise in den kleinen Supermärkten ansehen, die teilweise sogar das Lager integrieren und im Eingangsbereich den langen Winter mit hohem Schnee erahnen lassen, wissen wir warum diese Leute ihre Gärten lieben.20160702_120450

 

20160702_113944Wenn nur nicht die vielen Mücken, Fliegen und sonstigen Pickser wären, die uns ins Womo verfolgen und uns zwingen unser Moskitonetz nachts wieder aufzuspannen. Da gibt es nicht nur 7 auf einen Streich auch Giftwolken müssen genauso wie die Taschenlampe zum Ausleuchten helfen wenn es immer noch um unsere Ohren surrt.

Vor der Küste sehen wir zwar Fischerboote und große Stapel von Hummerreusen aber keine Möglichkeit zum Fischkauf. Saisonende und Fangrestrekionen.

20160704_113633IMG_1261Für Quads und Schneemobile gibt es eigene und gut ausgebaute Wege. Wir lachen vor einem überschaubaren Rundgang zu erdgeschichtlich weißen Steinen, die zu den ältesten Oberflächengesteinen der Erde zählen, über ein großes vorsorgliches Warnschild für den kurzen gebretterten Pfad durchs Moor.

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IMG_1252IMG_1296Die Eisbergallee verdient auch noch im Juli ihren Namen. Ihr entlang treibt der kalte Labradorstrom Eisberge aus Grönland und der Polarregion an Neufundlands Nordostküste vorbei. Wir stehen staunend vor gestrandeten Eisgiganten, die unaufhaltsam vor sich hin tauen. Auch wenn der größte Teil unter der Wasseroberfläche verborgen bleibt begeistern bizarre Formen und blaue Bänder durch die weiße Pracht, wenn das Wasser in den Rissen wieder gefriert.

 

20160701_173740Ein Highlight als sich auch noch Wale um eine Eisinsel tummeln.

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Von Neufundland setzt die Fähre begleitet von Eisgiganten nicht unmittelbar nach Labrador, sondern nach Blanc Sablon, Quebec, über. IMG_1296

Hier stoßen wir auf die Geschichte der „Bremen“ die am 16. April 1928 als 1. Flugzeug den Weg von Europa nach Nordamerika schaffte. Bisher hatten wir immer nur von den damaligen Helden der umgekehrten Richtung gelesen. Im Blindflug und mit 2500 l Sprit schafften 3 mutige Männer hier 4 Tage nach dem Abflug in Irland eine Crashlandung .20160704_135024

 

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Der 1800 km Labradorhighway anfangs entlang der Küste dann als Schotterstraße durch ewige Wälder und Moore bei regnerischem kaltem Wetter ist kein besonderes Abenteuer mehr. Obwohl als längste und einsamste Straße noch im Internet beschrieben lassen wir schnell die Strichliste zur Verkehrszählung. Auch das empfohlene Angebot sich ein Satellitentelephon auszuleihen erweist sich als gestrig. Die vielen Karibus, Elchen und Bären begegnen uns nicht, bzw. nur vereinzelt.

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20160704_173709Schon weit vor Happy Valley Goose Bay klären neue Stromtrassen, daß der Labrador Highway als Erschließungsstraße für den aufwendigen Bau von Strommasten im Moor dient und im letzten Stück über 80 km sogar schon geteert ist, was wir auf der neusten offiziellen Karte noch nicht sehen können.

 

20160706_173824Die riesige Baustelle Wasserkraftwerk Muscat Falls in der Nähe von Happy Vally Goose Bay das 2020 ans Netz gehen soll läßt diese kleine Stadt aufblühen.

 

20160707_112123Das ab 1967 erbaute unterirdische Wasserkraftwerk in Churchill-Falls, ein Ort

20160708_115914nur für die Angestellten und die vorübergehend tätigen, der am Ende der Dienstzeit verlassen werden muss, können wir besichtigen. Es ist das 2. größte Kraftwerk Kanadas und wir können nur staunen wie die Turbinenhalle in die Felsen gebohrt und gesprengt ist. Der Churchillfluß verkümmert zum Rinnsal.20160708_124910

In Labrador City herrscht Unsicherheit ob die nach der Schließung einer großen Mine freigesetzten über 500 Mitarbeitern in den weit entfernten Muscat Falls eine Chance bekommen.

Nach Labrador City beginnt gleich das als Grenze beschilderte Quebec. In der nahen Minenstadt Fermont spricht alles französisch.

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20160709_160335Die ca. 700km zurück an den Labradorstrom führen durch gnadenlos bereits abgebaute bzw von Minen 20160709_16463620160709_164043erschlossene 20160709_172027Berglandschaften begleitet von Eisenbahntrassen die immer wieder den Weg kreuzen. Herrliche Landschaftsbilder mit Flüssen und Seen im ewigen bergauf und bergab auf Schotterstraße verschwinden oft in den Staubwolken des Versorgungsverkehrs. 20160711_124413Sogar ein Rotelbus überholt uns vor dem Wasserkraftwerk Manic 5. Die 214 m hohe Pfeilerstaumauer mit einer Kronenlänge von 1314 m zählt zu der Höchsten der Welt und ist seit 1970 in Betrieb. Das Kraftwerk versorgt sogar noch New York.20160710_213548_NightVon unserem tollen Stellplatz können wir zwar wegen der vielen kleiner Stecher das Womo nicht verlassen aber dafür das tolle Panorama auch in nächtlicher Illustration genießen.

20160712_205248Wir sind froh in Baie Commeon nach einer Übernachtung unmittelbar am Staudamm von Manic 2 wieder in der Zivilisation anzukommen.

In Forestville können wir endlich wieder tagsüber frei von Plagegeistern Strand, Sonne und den wunderschönen Blick auf den St. Lorenzstrom mit seiner Tide und dem Fährverkehr genießen. Auch hier wird jeder Zufluß zur Stromerzeugung bzw. Holz treideln genutzt.20160716_174014

Der Fjord Saguanay erschließt eine bezaubernde Landschaft die sowohl von der Tide des St. Lorenzstromes wie vom Lac Saint Jean, der den Saguanay abfließt, geprägt wird.

An dem Baie des Ha! Ha!20160723_185934 können Kreuzfahrtschiffe an dem neuen großen Kai anlegen. In St. Prime am Lac Saint Jean treffen wir Jutta und Lothar, die mit ihrem neuen 4×4 Sprinter mit Bimobilaufbau diesmal nach Alaska unterwegs sind.20160726_191931

Die viel beschriebenen Wale am Saguanay sind leider Kamerascheu.20160728_18583720160729_121414

Jetzt sind wir weiter auf dem Weg nach Süden und verlassen den St. Lorenzstrom. Wir haben das fehlende Stück unserer Reise durch den amerikanischen Kontinent in Quebec geschlossen und im Juli über 3000km bei erfreulichen Dieselpreisen zwischen 0,66 und 1,00 € geschrubbt.