bei unserer Panamericareise 2006 bis 2013 Monat für Monat dabei

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

 

1 Vor dem Start des großen Abenteuers „Panamericana“

 

2 Unsere Route 2006-2013

 

3 Über den Atlantik

 

3.1 Erster Reisebericht_2006_02

 

3.2 Zweiter Reisebericht 2006_02

 

3.3 Dritter Reisebericht 2006_02

 

3.4 Noch dritter Reisebericht aus Banjul Gambia 2006_02

 

3.5 Vierter Reisebericht aus Banjul/Gambia 2006_02

 

3.6 Fünfter Reisebericht 2006_03

 

3.7  Spezialbericht – Seereise – Hamburg –Buenos Aires

 

4 Argentinien

 

4.1 Siebter Reisebericht von Buenos Aires 2006_03

 

4.2 Achter Reisebericht 2006_04

 

4.3 Neunter Reisebericht 2006_05

 

5 Von Argentinien über Bolivien –Paraguay nach Brasilien

 

5.1Zehnter Reisebericht 2006_06

6  Brasilien

 

6.1 Elfter Reisebericht 2006_07

 

6.2 Zwölfter Reisebericht 2006_08

 

6.3 Dreizehnter Reisebericht 2006_09

 

6.4  Vierzehnter Reisebericht 2006_10

 

Brasilien und Uruguay

 

7.1  Fünfzehnter Reisebericht 2006_11

 

7.2  Sechzehnter Reisebericht 2006_12

 

Argentinien, Brasilien, Paraguay

 

8.1 Siebzehnter Reisebericht 2007_01

 

8.2 Sonderreisebericht von Katja, 2007_01/02

 

9 Brasilien

 

9.1 Achtzehnter Reisebericht 2007_02

 

9.2 Neunzehnter Reisebericht 2007_03

 

9.3 Zwanzigster Reisebericht 2007_04

 

9.4 Einundzwanzigster Reisebericht 2007_05

 

9.5 Zweiundzwanzigster Reisebericht_2007_06

 

10 Brasilien, Paraguay und Argentinien

 

10.1 Dreiundzwanzigster Reisebericht 2007_07

 

11 Deutschlandurlaub

 

11.1 Vierundzwanzigster Reisebericht 2007_08

 

12 Rückkehr nach Buenos Aires

 

12.1 Fünfundzwanzigster Reisebericht 2007_09

 

13 Argentinien, Uruguay und wieder Argentinien

 

13.1 Sechsundzwanzigster Reisebericht 2007_10

 

14 Argentinien

 

14.1 Siebenundzwanzigster Reisebericht 2007_11

 

14.2 Achtundzwanzigster Reisebericht 2007_12

 

15 Argentinien und Chile

 

15.1 Neunundzwanzigster Reisebericht 2008_01

 

16 Chile, Argentinien und wieder Chile

 

16.1 Sonderreisebericht 2008_03 von Katja

 

16.2 Einunddreizigster Reisebericht 2008_03

 

17 Chile 

 

17.1 Dreiunddreißigster Reisebericht 2008_04 

 

18 Chile und Bolivien 

 

18.1 Vierunddreizigster Reisebericht 2008_05  

 

19 Bolivien und Peru 

 

19.1 Fünfunddreißigster Reisebericht 2008_06 

 

20 Peru

 

20.1 Sechsunddreißigster Reisebericht 2008_07 

 

20.2 Siebenunddreißigster Reisebericht 2008_08 

 

21 Von Deutschland zurück nach Ecuador – Galapagosinseln 

 

21.1 Achtunddreißigster Reisebericht 2008_11 

 

22 Ecuador und Kolumbien 

 

22.1 Neununddreißigster Reisebericht 2008_12

 

22.2 Vierzigster Reisebericht 2009_01

 

23 Kolumbien und Costa Rica 

 

23.1 Einundvierzigster Reisebericht 2009_02 

 

24 Costa Rica und Panama 

 

24.1 Zweiundvierzigster Reisebericht 2009_03

 

24.2 Dreiundvierzigste Reisebericht 2009_04 

 

25 Costa Rica, Nicaragua, Honduras 

 

25.1 Vierundvierzigster Reisebericht 2009_05 

 

26 Honduras und Guatemala 

 

26.1 Fünfundvierzigster Reisebericht 2009_06 

 

27 Guatemala 

 

27.1  Sechsundvierzigster Reisebericht 2009_07 

 

28 Guatemala, Belize, Mexiko 

 

28.1 Siebenundvierzigster Reisebericht 2009_08/09

 

29 Deutschland, Mexiko 

 

29.1 Achtundvierzigster Reisebericht 2009_10 

 

30 Kuba

 

30.1 Neunundvierzigster Reisebericht 2009_11 

 

31 Mexiko 

 

31.1 Fünfzigster Reisebericht 2009_12

 

31.2 Einundfünfzigster Reisebericht 2010_01 

 

31.3 Zweiundfünfzigster Reisebericht 2010_02 

 

31.4 Dreiundfünfzigster Reisebericht 2010_03 

 

32 Guatemala, Mexiko 

 

32.1 Vierundfünfzigster Reisebericht 2010_04

 

33 Mexiko 

 

33.1  Fünfundfünfzigster Reisebericht 2010_05

 

33.2 Sechsundfünfzigster Reisebericht 2010_06 

 

34 Deutschland 

 

34.1 Siebenundfünfzigster Reisebericht_2010_07 

 

34.2  Achtundfünfzigster Reisebericht_2010_08  

 

35 Mexiko 

 

35.1 Neunundfünfzigster Reisebericht_2010_10 

 

35.2 Sechzigster Reisebericht 2010_11

 

35.3 Einundsechzigster Reisebericht_2010_12 

 

35.4 Zweiundsechzigster Reisebericht 2011_01 

 

35.5 Dreiundsechzigster Reisebericht 2011_02 

 

35.6 Vierundsechzigster Reisebericht 2011_03 

 

36 Mexiko und Westküste USA 

 

36.1 Fünfundsechzigster Reisebericht 2011_04 

 

37 Westküste USA 

 

37.1 Sechsundsechzigster Reisebericht 2011_05 

 

38 Westküste USA und Kanada

 

38.1  Siebenundsechzigster Reisebericht 2011_06 

 

38.2 Achtundsechzigster Reisebericht_ 2011_07 

 

38.3  Reisebericht 2011_08

 

38.4  Siebzigster Reisebericht 2011_09 

 

39 Mittlerer Westen der USA 

 

39.1 Einundsiebzigster Reisebericht 2011_10 

 

40 USA, Deutschland 

 

40.1 Zweiundsiebzigster Reisebericht 2011_11 

 

41 Deutschland und USA 

 

41.1 Dreiundsiebzigster Reisebericht 2012_02 

 

42 USA und Mexiko 

 

42.1 Vierundsiebzigster Reisebericht_2012_03              

 

42.2 Fünfundsiebzigster Reisebericht_2012_04 

 

43 Ostküste USA 

 

43.1 Sechsundsiebzigster Reisebericht 2012_05 

 

43.2 Siebenundsiebzig Reisebericht_2012_06 

 

43.3 Achtundsiebzigster Reisebericht 2012_07

 

44 Ostküste USA und Kanada 

 

44.1 Neunundsiebzigster Reisebericht 2012_08

 

45 USA parallel zur Ostküste im Landesinneren

 

45.1 Achtzigster Reisebericht 2012_09  

 

46 USA und Mexiko 

 

46.1 Einundachtzigster Reisebericht 2012_10 

 

47 Mexiko 

 

47.1 Zweiundachtzigster Reisebericht 2012_11

 

47.2 Dreiundachtzigster Reisebericht_2012_12 

 

47.3 Vierundachtzigster Reisebericht 2013_01 

 

47.4 Fünfundachtzigster Reisebericht 2013-02 

 

47.5 Sechsundachtzigster Reisebericht 2013_03 

 

48 Zurück nach Deutschland 

 

48.1 Siebenundachtzigster Reisebericht 2013_04

 

49 Ein erfüllter Traum 

 

49.1  Achtundachtzigster und letzter Reisebericht_2013_05

 

50    7 Jahren, 3 Monaten, 6 Tagen… 

 

1 Vor dem Start des großen Abenteuers „Panamericana“

 

Die letzten Infos aus 2005

 

Jörg-Erich räumt Zimmer und Schreibtisch in seiner alten Wirkungsstätte. Die letzten Arbeitstage! Heute haben wir von Grimaldi in Hamburg. Näheres über unsere Abfahrt und Reiseroute erfahren. Von Emden kommend soll die Grande Buenos Aires am 11.2.06 in Hamburg ankommen um wieder am 12.2.06 auszulaufen. Antwerpen, Le Havre, Bilbao, Lissabon folgen als europ. Häfen bevor es über Afrika (Casablanca, Dakar) weiter nach Brasilien (Salvador, Vitoria, Rio) gehen soll. Als voraussichtliches Ankunftsdatum in Buenes Aires wird der 9.3.06 genannt. Wir sind gespannt wie alles verlaufen wird.

 

Allen ein gesundes Neues Jahr 2006 aus dem frostigen Münster/Westfalen

 

Hurra, der Abreisetermin steht fest

 

Die erste Hürde unserer Reise ist geschafft.

 

Unsere Überfahrt haben wir beim Agenten „Hamburg-Süd“ in Hamburg gebucht. Wir starten am 10. 2. 06 mit der „Grande Buenos Aires“ von Hamburg nach Buenos Aires. Die erste Rate der Schiffspassage ist schon bezahlt. Jetzt haben wir noch ab heute 87 Tage bis zur Abfahrt und es gibt noch viel zu tun, die Zeit rennt jetzt nach unserer Meinung noch schneller.

 

Seitdem wir den Namen unseres Schiffes kennen versuchen im Internet zu recherchieren ob schon jemand mit dem Schiff gefahren ist. Wir finden nur einen Motorradfahrer, der vom Buenos Aires nach Hamburg zurückfuhr, aber neue Erkenntnisse bekommen wir nicht. Vielleicht finden sich jetzt schon Mitreisende?

 

Die großen Anschaffungen haben wir jetzt hoffentlich alle hinter uns. Jetzt fängt die Kleinarbeit an. Unsere heißgeliebten Daunendecken sind in die Jahre gekommen und so werden wir von einer sehr netten Verkäuferin in Köln beraten, statt Daunen eine neue Faser für die Bettdecken zu wählen. Der Vorteil, wir

können uns den Platz für weiteres Bettzeug sparen. Diese Super Faser ist gut für die Kälte und aber auch bei hohen Temperaturen angenehm. Wir brauchen jetzt nur noch für jeden eine Decke mitzunehmen. Mal schauen wie wir den gewonnen Platz nutzen. Aber da fällt uns sicher genug ein.

 

In der ersten kalten Womonacht wärmen die Zudecken angenehm. Wir schlafen wunderbar, frieren nicht und träumen von unserer großen Reise.

 

Es geht los

 

Abreise 2006_02

 

Es geht los. Wir sind ganz glücklich. Unser Wohnmobil MS-IF 316 ist vollgepackt. Jetzt fahren wir nach HH um die letzte Nacht bei Freunden zu verbringen. Morgen am 11. 2. 06 sollen wir gegen 11 Uhr im Hafen sein, dann können wir selbst unser Womo auf das Schiff, die „Grande Buenos Aires“, fahren. Es ist alles sehr spannend und aufregend. Hoffentlich haben wir eine ruhige See, aber dagegen sind wir mit Tabletten schon gut versorgt worden.

 

Wir möchten uns von allen Freunden in Deutschland verabschieden. Durch das Internet ist die Welt klein geworden Ihr könnt uns alle auf unserer Reise begleiten und uns von zu Hause schreiben.

 

Bei den vielen kleinen und großen Helfern möchten wir uns herzlich bedanken. Viele wären nicht so gut verlaufen.

 

Wir melden uns sobald wir ins Internet können, vielleicht schon auf dem Schiff. (10.02.2006 13.13)

 

2 Unsere Route 2006-2013

mit der Grande Buenos Aires

 

 

Von Hamburg mit dem Schiff „Grande Buenos Aires“ über Antwerpen, Le Havre, Bilbao, Casablanca, Dakar, Banjul, Conakry, Freetown, Salvador de Bahia, Vitoria, Rio de Janeiro. Santos, Zarate nach Buenos Aires

3 Über den Atlantik

3.1 Erster Reisebericht_2006_02

Zur Verschiffung auf die „Grande Buenes Aires“

 

Zur Verschiffung auf die „Grande Buenes Aires“

Das gepackte – zwischenzeitlich heißt unser Womo dank unser Töchter „Joegi“ (das stumme westfälische e!) wartet auf die letzten Kleinigkeiten, die Garage und Flur immer noch wie ein „Schlachtfeld“ aussehen lassen. 43 867 km zeigt der Tacho an als wir mit dem letzten Müll zum Wiegetest auf unserer Müllkaute in den nahen Rieselfeldern kurz vor 15 Uhr starteten. Stramme 3980 kg, was hatten wir wohl alles (zu viel?) eingepackt. Sind es etwa die Getränke für die

Schiffsreise die wir bereits in im Herbst vorausschauend, man will ja kein Pfand verschenken, in Griechenland und Österreich bunkerten.

Unser neues 5 Tagekennzeichen MS 04531, herzlichen Dank Peugeot Hornung, benötigt 50 Min Wartezeit bei der Zulassungsstelle, bei der wir gleichzeitig unseren 10 Jahre alten treuen Volvo 850 tdi, der uns 330 000 km ohne großes Murren begleitete, abmelden. Die nette Sachbearbeiterin verweist uns auf die (notwendige) internationale Zulassung, als sie beim Abmelden von „Joegi“ von unseren Reiseplänen hört. Sie wäre, so glauben wir, am liebsten mitgefahren.

Die Autobahn begrüßt uns nach wenigen Metern gleich mit nicht angesagtem langem Stau, wären wir doch in Münster-Ost und nicht in Nord aufgefahren.

Den Weg durch Hamburg leitet uns Franz (unser Garmin/Quest) die uns partout durch das Elbtunnel und nicht über die von uns geplanten Elbbrücken franzen will.

Der herzliche Willkommensgruß von Buck-Gramckos und das üppige warme Abendessen versüßen uns bei leckerem Bier unseren Abschiedsabend. Beim opulenten Frühstück in dem herrlich gelegenen Haus mit riesigem Mammutbaum gekröntem Garten klingeln nochmals unsere Kinder durch. Offensichtlich wollen sie nochmals checken, wie wir drauf sind.

Der rattenkalte graue Hamburger Himmel um 0 Grad lässt uns morgens eher schauern als an Abschiedstränen denken als wir gegen Mittag völlig problemlos an der Schranke vor Schuppen 48 stoppen. Ein Gang ins Wachbüro, Reisepässe, noch geholt, schon steht ein „Fahrtfinder“ mit einem PKW bereit, der vor uns herfährt, und uns durch das Gewirr der zu ladenden PKW`s bringt.

Noch über 300 Fahrzeuge signalisiert der Schauermann, der die plastikverpackten PKW`s scannt bevor sie im Schiffsbauch verschwinden. Der dick vermummte Deckoffizier will gleich unsere Pässe, bevor wir wie auf einer Fähre auf dem Weg zu Deck 6 etwas hilflos mit Joegi rumstehen.

Silbergraue (neu aufgelegte) VW-Bullis aus Brasilien, große Straßenbaumaschinen, 3 LKWs und dann so weit das Auge reicht übereinander gestaffelte PKWs. Wir gucken ganz dumm, als an uns dauernd Sprinter Kastenwagen 313 cdi, – ist Joegi nicht auch so einer- an uns vorbei rauschen. Brasilienimport, sagt ein netter Schauermann, der die Rennfahrertruppe zu beaufsichtigen scheint. Er zeigt uns den Platz, wo immer Womos stehen würden. Das bestätigt der nächste tief vermummte Grimaldi-Mann, der uns noch einmal einweist.

Noch haben wir viel Platz auf dem Deck 6, die alten Nummernschilder finden wieder ihren üblichen Platz, bevor es mit dem Fahrstuhl auf Deck 12 ging, wo uns der Steward in unser neues Reich einweist.

Grande Buenos Aires Start PA 025

Unser Schiff mit dem wir von Hamburg nach Buenos Aires gefahren sind

Die Schiffsbesichtigung fällt kältebedingt kurz aus. Um 16.30 war Landgang Ende, ein Termin der uns nicht interessiert, müssen wir uns doch erst mal pendelnd zwischen Deck 6 und 12 häuslich einrichten, was völlig unkompliziert mit dem nahe liegenden Fahrstuhl funktioniert.

Jetzt warten wir, unterbrochen von Telefonanrufen von unseren Lieben bei Radiomusik und schon 2 Gold Medaillen, die unser Olympiakind – Katja arbeitet bei den Winterspielen in den 2 Autostunden von Turin entferntem Sestriere und wohnt in der Nähe des Deutschen Hauses gleich bestätigt.

Das für 19 Uhr annoncierte Auslaufen klappte planmäßig Die freundlichen Elblotsen erklären das Panorama, das wir von der Brücke, auf die wir immer dürfen, bis Cuxhaven verfolgen.

Beim ersten Kontakt in der Offiziersmesse um 18.00, gibt es Abendessen lernen wir die Mitreisenden kennen. Bei uns am Tisch sitzen erfahrene ältere Frachtschiffreisende, die erneut nach Chile wollen. Ein englisches Ehepaar aus der Nähe von London, die von Tilburry einmal rund fahren und ein Venezianer, der das bereits in Le Havre hinter sich hat. Eine bunte Gesellschaft, die sich noch finden muss. Das gilt auch für die Schiffsoffiziere. Der Kapitän übergibt dem bereits mitfahrenden Nachfolger in Le Havre.

12.02.06 Schneebedeckte Strände in Cadzand haben wir uns schon in der Sonne geaalt- begleiten uns bei teilweise Schneeregen bis vor die Scheldeschleuse, die wie eine schmale Sackgasse höchste Konzentration von Lotse und Brückenmannschaft fordert. Das wirkt alles gekonnt, obwohl höchste Anspannung auf der technisch auf dem neustem Stand – so der Lotse – stehenden Brücke zu spüren ist. Auf einmal qualmen bei kaltnassem Wetter die eigentlich verbotenen Zigaretten. Jetzt grüßt uns weit nach Mitternacht wieder eine Armada von in Reih und Glied abgestellten schneebedeckten PKWs. In 24 Stunden wissen wir, ob wir dieses Feld mit brasilianischen VW-Bullis umwälzen.

 

3.2 Zweiter Reisebericht 2006_02

 

Antwerpen, Anlegeplatz AET Kai 1333

Wieder grüßen uns Heerscharen von Autos, diesmal aber nicht nur neue PKWs ein großes Feld Schrotautos wartet auf seine Abnehmer im Senegal. Wir scheinen im letzten Hafenbecken am Ende der Welt zu liegen. Der nächste Bushalt – Verrebroek- liegt ca. 3 km entfernt, wird uns am Terminal gesagt.

Wir haben Glück, nach wenigen 100m Fußmarsch, hält ein freundlicher Peugeotfahrer, dem wir schon im Terminal aufgefallen waren, an und bringt uns direkt ins Zentrum von Antwerpen, wo Montagmorgen noch alles schläft. Im „Hilton“ ergattern wir einen Stadtplan. Mit den notwendigen Sightseeinginformationen ausgestattet, geht es dann bei knapp über 0 Grad, natürlich auch ins Diamantenviertel. Geschäftliches Treiben, koschere Läden, eine andere Welt. Schon Kinder fallen durch ihren Habitus auf. Am berühmten Hauptbahnhof, der im Baulärm zu ersticken scheint, reihen sich die Schmuckläden aneinander. Teilweise 60 % Rabatt, heißt es, aber von was. Es hat uns nicht weiter interessiert. Viel spannender ist das Internetcafe gegenüber dem Hauptbahnhof. Der Stundenpreis (1€) erlaubt einen großzügigen Einstieg ohne große Sprachprobleme. In Flandern versteht man noch deutsch.

Zurück zum Schiff wollen wir mit dem öffentl. Nahverkehr. Metro und Bus heißt es, einfach Linkeroever, mit der Metro Endstation, weiter mit dem Bus 84 alles kein Problem. Denkste. Bei der Endstation findet sich ein großer Carrefour und Aldi, locken unsere Mitfahrer. Aber nichts was nach unserer Richtung aussieht. Der Hafenplan, den uns der freundliche Peugeotfahrer zum Abschied noch aus seinem Auto gab, zeigt es. Wir sind in die falsche Richtung, nach Merksem und nicht nach Zwijndrecht gefahren. Also kehrt Marsch in die nächste Metro voller Schüler in die entgegen gesetzte Richtung, wo man uns den richtigen Busbahnsteig zeigt. Der Busfahrer will oder kann mit unserem Hafenplan nichts anfangen. Wir landen mitten in Verrebroek an der Kirche. Eine Haltestelle zu weit wie wir schnell merken. Taxis gibt es nicht, eine Stunde Fußmarsch zum Schiff bei Nieselregen und aufkommender Dunkelheit. Zum warmen Abendessen kom

men wir aber pünktlich. Pasta, leckeres Fleischstück und zum Nachtisch Banane schmecken uns sehr gut.

Vom Auslaufen merken wir nichts mehr. Wir waren schon mitten auf der Schelde als wir quasi last -minute kurz vor 9 Uhr zum Frühstücken kommen.

Ein normaler Seetag, den wir im Wesentlichen auf der Brücke verbringen und Mails verfassen, die wir in Le Havre losschicken wollen.

3.3 Dritter Reisebericht 2006_02

Von Le Havre, auf überlangem stürmischen Weg nach Bilbao 15. bis 20. 2. 06

Bei heftigem Seegang erleben wir hautnah die Unbilden des Meeres im Ärmelkanal. Windstärke 10 und heftige Wellen, man kommt sich wie auf einer Achterbahn mit Unwuchten vor. Verstärkt wird alles durch die Geräuschkulisse. Als ob wir auf dem letzten Loch pfeifen und jemand andauernd Wurfgeschosse unterschiedlicher Größe und Menge auf uns schmettert. Gisela streckt alle viere von sich und ist besorgt. Bei mir dagegen wirkt die medikamentöse Vorbeugung. Ich darf an den Laptop.

Zusammen mit dem englischen Ehepaar geht es in Le Havre, dem 4.größten europäischen Hafen mit dem Taxi in die Stadt. Unser Schiff, das mit seinen 3500 Autostellplätzen auf seine 214m Länge im Autohafen wieder Nachschub von Fiat und Peugeots lädt und u.a. brasilianische Baumaschinen, die anstelle der Gummibereifung auf Holzlatten ummantelten Felgen fuhren, ausspuckt, soll gegen Mitternacht -zwischenzeitlich in den Containerhafen verlegt- auslaufen.

Das mitternächtliche Schauspiel unserer engen Hafenschleusenpassage wollen wir uns nicht entgehen lassen, nachdem wir die mehr im Zuckerbäckerstil wieder aufgebaute im Krieg völlig zerstörte Hafenstadt, in der zwischen 8/1944 und 8/1946 3.750.000 US-Soldaten angelandet wurden, in Augenschein genommen haben. Sonst typische Nachkriegshafenstadt mit Englandfähre, Jachthafen, aber alles noch im Winterschlaf. In den Geschäften „tote Hose“.

Der annoncierte Auslaufzeitpunkt verzögert sich um fast 2 Stunden, obwohl Lotse und Schlepper mehr als pünktlich auftauchen.

2 Container beschäftigten die Schauerleute mehr als intensiv. Es ist ein hin und herfahren, Kran vorwärts und rückwärts, hoch und wieder runter, bis die Dinger endlich unter den Augen des neuen kettenrauchenden Kapitäns verstaut sind. Die Vermutung kommt auf: So macht man eine 2. Schicht.

Fast den ganzen Tag verbringen wir heute auf der Brücke, beobachten die wechselnden Regenschauer und die unterschiedlichen Frachter, die wie wir bei Windstärke 6/7 durch die Gicht schaukeln.

Beim Nachtisch des Abendessens gegen 21.30 Uhr nimmt das Ganze einen unerwarteten Lauf, nachdem vorher schon vorsichtshalber die unbenutzten Suppenteller wieder abgedeckt sind und der Kapitän für später Windstärke 10 ankündigt. Ein ansatzloser plötzlicher kräftiger Ruck, flimmerndes Licht -Polterabend- nichts liegt mehr so wie vorher, alles ist auf dem Boden zerstreut.

Mein englischer Tischnachbar fliegt auf seinem Stuhl in die fast 3m entfernte Türöffnung an der er sich gerade noch festhalten kann. Man versucht zu halten, was noch steht. Ich greife instinktiv das vor mit stehende Rotweinglas und eine Glasschüssel mit Bananen, während die große Yuccapalme, Teller, Tassen, Essig, Öl, Zucker Parmesankäse, Flaschen egal ob voll oder leer wie auch die noch gefüllten Rotweinkaraffen auf den Boden landen und einen rutschigen Müllsee bilden. Der Kapitän rennt mit seinen Offizieren, die gerade einen Kognak aus dem Pappbecher angeboten bekamen, los und weg. Gisela kann sich in einer Speiseölpfütze grade noch festhalten, sonst wäre sie auf dem mit Scherben, Essensresten, halt allem was fliegen kann, gelandet. Auch unsere Kabine ist völlig „aufgeräumt“, alles liegt verstreut auf dem Boden aber ohne erkennbaren Schaden. Der Koch streut Salz zur Abstumpfung. Uns schickt er zurück in die Kabine, in der wir bleiben sollen. Hoffentlich ist unserem Womo nichts passiert. Morgen früh kann ich das sicher prüfen.

Den unversehrt gebliebenen Laptop, der mit allem vom Schreibtisch geflogen ist, halte ich zwischenzeitlich fest, so stark schaukelt und ruckt das ächzende Schiff. Die peitschende lautstarke und krächzende Geräuschskulisse gefällt gar nicht. Gisela (fühlt sich gar nicht wohl) wundert sich das ich überhaupt auf dem schwankenden Schreibtischsessel sitzen und nach Mitternacht noch Schreiben kann. Ablenkung kann sie auf dem Sofa liegend noch kommentieren. Bett ist noch nicht angesagt, wir warten auf eine Wetterberuhigung. Das immer wieder aufkommende plötzliche Rucken in den andauernden heftigen, stampfenden Schiffsbewegungen, die sich auf Stuhl und Schreibtisch scheinbar unterschiedlich auswirken und auch in den Schränken die Sachen hörbar hin und her schieben, nervt. Obwohl wir uns an den einen oder anderen Sturm auf See noch gut erinnern, machen wir eine neue Erfahrung, auf die ich jetzt ein Bier aus unseren heil gebliebenen Gläsern trinke. Prosit! Ich hoffe es bekommt.

Das Bier hat nicht geschadet und für die notwendige Bettschwere gesorgt, die sich bei Gisela nicht einstellen will. Sie besteht auf Licht.

Nach kurzer, unruhiger Nacht zeigt sich bei Helligkeit und weiterem heftigen Wellengang die nächtliche Bescherung auf dem jetzt langsam fahrenden Schiff (5 Knoten statt der üblichen 17), das den Kurs ändert um dem für weitere 2 Tage angekündigten Sturm auszuweichen.

4. auf dem stürmischen Weg nach Bilbao 007

Auf dem Oberdeck sind mehrere Containertürme, d.h. 9, umgekippt. Sie füllen jetzt den bisher freien Innenraum. Anstelle des gesperrten Aufzugs geht es via Treppenhaus zum Womo, das -so der Bootsmann- auf dem sichersten Platz stehe. Nicht weit entfernt liegt ein großer Container im Raum, der wegen gerissener Schweißnähte der LKW-Halterung abgestürzt war. Die an der Bordwand auf der Seite liegenden 2 neuen Toyota-Landcruiser, die der querliegende Container einklemmte, wirkten wie unwirkliche Pakete und lassen auch hier die Sturmgewalt spüren.

4. auf dem stürmischen Weg nach Bilbao 017

 

3.4 Noch dritter Reisebericht aus Banjul Gambia 2006_02

1_3_06 Banjul Gambia 003

Fortsetzung – Le Havre, Bilbao, Casablanca, Dakar bis 28.2.06

Gisela (fühlt sich gar nicht wohl) wundert sich das ich überhaupt auf dem schwankenden Schreibtischsessel sitzen und nach Mitternacht noch Schreiben kann. Ablenkung kann sie auf dem Sofa liegend noch kommentieren. Bett ist noch nicht angesagt, wir warten auf eine Wetterberuhigung. Das immer wieder aufkommende plötzliche Rucken in den andauernden heftigen, stampfenden Schiffsbewegungen, die sich auf Stuhl und Schreibtisch scheinbar unterschiedlich auswirken und auch in den Schränken die Sachen hörbar hin und her schieben, nervt. Obwohl wir uns den ein oder anderen Sturm auf See noch gut erinnern, machen wir eine neue Erfahrung, auf die ich jetzt ein Bier aus unseren heil gebliebenen Gläsern trinke. Prosit! Ich hoffe es bekommt.

Das Bier hat nicht geschadet und für die notwendige Bettschwere gesorgt, die sich bei Gisela nicht einstellen will. Sie besteht auf Licht.

Nach kurzer, unruhiger Nacht zeigt sich bei Helligkeit und weiterem heftigen Wellengang die nächtliche Bescherung. Auf dem Oberdeck sind mehrere Containertürme, d.h. 9, umgekippt. Sie füllen jetzt den bisher freien Innenraum. Anstelle des gesperrten Aufzugs geht es via Treppenhaus zum Womo, das -so der Bootsmann- auf dem sichersten Platz stehe. Nicht weit entfernt liegt ein großer Container im Raum, der wegen gerissener Schweißnähte der LKW-Halterung abgestürzt ist. Die an der Bordwand auf der Seite liegenden 2 neuen Toyota-Landcruiser, die der querliegende einklemmt, wirken wie unwirkliche Pakete und lassen auch hier die Sturmgewalt spüren.

Es sollen viele Container bei anderen mit uns fahrenden Schiffen über Bord gegangen sein, heißt es beim Frühstückstisch. Die Tischumrandungen hat der Steward inzwischen hochgefahren. Noch wird gerätselt ob wir überhaupt Bilbao anlaufen. Mal sehen wer Recht hat. Auf der Brücke heißt es morgens im Laufe

des Vormittags, d.h. mehr als 24 Std. später. Dies lässt sich auf der Karte noch nachvollziehen wogegen der Kapitän, der jetzt 4 Mon. lang das Schiff führen wird, mit Blick auf das Wetter (vorbeugend?) Casablanca ansteuern will.

Windstärke 10 – 11 weit über 10 m hohe Wellen, das Schiff kreuzt im Sturm in der Biskaya. Das Ziel heißt wieder Bilbao. Das schlimmste scheint hinter uns zu liegen, glauben wir. Jetzt ist es schon Samstagnachmittag, der Hafen von Bilbao ist sturmbedingt gesperrt.

Noch haben wir heftige Dünung, aber nicht mehr die ganz hohen Wellen. Am Sonntag, 3 Tage über Plan, soll Anlegen sein. Jetzt fahren wir bei Sturm und immer noch ganz schön hohen Wellen im Kreis, ohne dass man es aber wirklich merkt.

So. 19.2.06

Wir fahren unverändert große Bögen mit 9 weiteren Schiffen vor dem gesperrten Hafen von Bilbao (haben noch keinen Drehwurm) und Sturm und Wellen sind wieder heftig. Anscheinend sind wir jetzt seefest. An das Geschaukle und Geschuckle, das Stampfen und Geruckel, die Geräuschkulisse, dauernd Sachen festhalten, man gewöhnt sich an alles!

Der Kapitän stöhnt zwischenzeitlich, warum wir nicht gleich nach Casablanca weitergefahren sind, die wenige Ladung in Bilbao rechtfertige nichts.

Mal sehen, ob es heute Abend etwas zu essen gibt? Es würde uns bei der „Mästerei“ ohne Gymnastikraum und Ausgangsmöglichkeit nichts ausmachen. Der andauernde Sturm hat auch die Pantry in Mitleidenschaft gezogen. Es regnete gerade von der Decke in einen untergestellten großen Kochtopf, als wir unseren Mittagskaffee holten. Der Smutje meldet Land unter.

Alle sind dennoch relaxt. Auch unsere Tischnachbarn, mit langer See Erfahrung, erleben Neues. So einen Sturm gibt es halt auch nicht alle Tage. Natürlich auch etwas (Kleines) zu essen.

Montagmorgen, 20. 02.06, grüßt endlich der Hafen von Bilbao von Nahem.

10° und ein wenig Frühlingssonne erleichtern den ½ stündigen Spaziergang entlang den Schienen nach Santurtzi. Der Vorort –freies Internet in der Stadtbücherei am Hauptplatz- ist Endstation der S-Bahn. In 30 Minuten geht es für 1,25 € in die City-Endstation. Wir befinden uns mitten drin. Nach bewährtem (euro

päischen) Muster durchstreifen wir stadtplanbewaffnet Altstadt und Sehenswürdigkeiten. Das Guggenheimmuseum wirkt auch am geschlossenen Montag mit seiner Silberhaut bombastisch. Besonders schön glänzt in der 1.Frühlingssonne ein riesiger davor sitzender Hund aus bunten Stiefmütterchen. Derartiges hatten wir noch nie gesehen, wie war der wohl hergestellt? Das Marinemuseum mit seinem Rahensegler (Mercedes) und vielen prächtigen Booten verblasst dagegen. Aber wie ist das Bummeln in unseren Großstädten? Die EU grüßt, H&M, Mango,Zara und auch Münsters Apriori kann man nicht übersehen.

Auffällig dagegen sind die vielen Menschen, wenn man von Antwerpen bzw. LeHavre kommt.

Eine neue Stickerfahrung machten wir im Internet (3 €/Std), wieder geht nur ein Teil der vorbereiteten Mails. Wir benötigen auch Hilfe um unsere Reiseberichte einzustellen. Leider nur den 1.Teil der Nr.3. Alle empfangenen Mails können wir dagegen in Ruhe auf dem Schiff lesen.

Bordrhythmus

Unser Bordrhythmus steht.

Morgens (bis 9.00) kalte Pizza (muss nicht), frische Hefebrötchen, Marmelade aus dem Döschen und wechselnd Käse, Salami, Kochschinken, Mortadella. Wer will nimmt Cornflakes und halbfette Dauermilch, dazu Kaffee oder Tee.

Den Mund noch nicht richtig abgewischt, heißt es schon wieder um 12.00 Mittagessen(Lunch). Auch hier gilt ein Standard- Ablauf. Pasta, Fisch o. Antipasta, Fleisch mit Sauce, frisches Obst (Apfel, Apfelsine, Banane, es gab auch schon Ananasscheiben). Dazu Wasser, Rotwein und zum Abschluss immer Cappuccino.

Abends anfangs 20.00 jetzt (leider) 18.00 -im Hafen 19.00- wiederholt sich das Ganze z.Zt. mit krönendem Kuchen. Anscheinend will der Kapitän, der mit seinen ital. und indischen Decks- und Maschinenoffizieren später speist, nicht weiter auffallen wenn er als ansteckender Kettenraucher unter „No Smoking“ sitzt, Schilder die keinen interessieren.

Warum ich das Womo auf Deck 6 leicht versetzen muss erschließt

sich bisher nicht. Anstelle des angekündigten neuen Womo steht dort jetzt ein nummern loser Smart. Daneben finden sich neue Renault-LKWs anstelle der entladenen letzten brasilianischen Baumaschinen.

Morgen soll der Lift wieder gehen. Die umgefallenen Außencontainer sind heute (20. 02. 06) mit eigenem Geschirr gerichtet bzw. entladen worden, nicht aber die verschobenen Container auf den Innendecks. Mal sehen, ob und wann wir gen Casablanca starten. Die Containerbrücken stehen erst morgen zur Verfügung erzählt uns der deutschsprechende Agent.

Der umgefallene Generator bereitet mit seinen 80 t offensichtlich mehr Probleme. Ein erster Bergeversuch mit Bordmitteln misslingt. Es müssen erst aufwendige Gerüste her, um mächtige Flaschenzüge an die Schiffsdecke zu montieren. Das dauerte auch sehr lange. Dafür müssen erst passende mächtige Haken angeschweißt werden.

Uns interessierte das aber nur am Rande. Uns lockte Bilbao. Zu Fuß geht es immer entlang den Bahngleisen ½ Std zum Hafenausgang (Salida) von Santurtzi, zur unübersehbaren S-Bahnstation nach Bilbao-Abando (jeweils Endstation 1,25€ ). Das silberglänzende Guggenheimmusseum bewachte ein mit Stiefmütterchen bepflanzter riesiger Hund, der schon allein ein Kunstwerk ist.

Flußstädte in einem Talkessel kann man leicht erlaufen, so auch Bilbao. Das Internetcafé befindet sich auf der Altstadtseite in Bahnhofsnähe -Uferstraße- (3€/Std). Kostenlos surft man in der Stadtbücherei in Santutzi, direkt am Hauptplatz, aber nur für 1 Std und ohne Stick. Strömernder Regen bringt uns am nächsten Tag nur noch bis hierher. Spätabends sind die Generator-Bergungsarbeiten vollbracht, die 2. Schiffs-Ein und Ausfahrt wieder frei.

In der Nacht laufen wir 4 Tage außer Plan mit den wieder aufgeladenen zwei 80t Generatoren -Bestimmungshafen Conakry (Guinea)- aus.

Banjul (Gambia) 2006_02

Irgendetwas klappt bei uns nicht beim Einstellen der Reiseberichte. Eigentlich haben wir bis zum 28.2 geschrieben, sitzen jetzt in Gambia bei hochsommerlichen Temperaturen und vermissen viele Textteile, die wir eingestellt glaubten. Die Seiten 2 und 3 eines Berichtes wollen anscheinend nicht. Dafür geht es uns aber gut und wir fühlen uns sauwohl. Bilder schaffen wir auch noch nicht, aber Andreas wird uns aus der Ferne sicherlich helfen.

3.5 Vierter Reisebericht aus Banjul/Gambia 2006_02

 

Soll noch ein weiterer Hafen in Westafrika angelaufen werden? Wir wissen es noch nicht. Dafür warnt uns der Kapitän wegen der allgemeinen „Großwetterlage“ (nach veröffentlichten Mohammedbildern) vor dem Landgang in Casablanca/Marokko (24.2.06)

1_3_06 Banjul Gambia 003 1_3_06 Banjul Gambia 005   Strassenszene in Banjul

Das freitägliche Casablanca – das ist „Sonntag“ – unsere erste Stadt in Afrika, begrüßt uns mit Frühlingswetter und vielen Menschen auf der Straße, die um 13Uhr auch als Gebetsstätte dient. So etwas haben wir noch nicht gesehen. Erdbeeren – die ganz großen – will man uns nicht verkaufen, das Internet akzeptierte € und $. Die größte Moschee mit ihrem 240 m hohen Turm grüßt auch noch beim Auslaufen.

Der Kapitän erahnt frühzeitig „marokkanische“ Zeit. Statt 18 Uhr rollen die Container bis nach Mitternacht und wir danach um am deutschen Karnevalssonntag 2006 erstmals einen puren Sonnentag mit sommerlichen Temperaturen wie auf einem Kreuzfahrtschiff auf dem Liegestuhl zu erleben. Abends gibt es gleich

Barbecue und wir können erstmals wie bei uns im Hochsommer bis Mitternacht draußen sitzen. (26.2.06). übermorgen steht Dakar/Senegal (28.2.06) – ihr kennt doch die Rallye Paris-Dakar- auf dem Programm. Für uns gibt es leider nur ein einstündiges Kurzprogramm.

Wenig Ladung entpuppt sich beim Zusehen als doch mehr. Müssen wir bereits wieder um 10.00 d.h. kurz nach dem Frühstück an Bord sein, dauern die zügigen Containerbeladungen bis fast 14.00. Bis sich dann der Lotse bequemt und die Leinen los sind kommt noch eine Stunde dazu.

Wie gerne hätten wir die Zeit in dieser afrikanischen Westküstenstadt besser genutzt. Wir gesellen uns mit unseren Mitreisenden quasi zu den vielen Gaffern –auch an Bord-, die den wenigen wirklichen Arbeitern zuschauen, wenn sie nicht gleich auf den Containern anscheinend lärmresistent ihr Nickerchen machen.

Nicht mehr Berber in ihren Kaftanen, jetzt bevölkern groß gewachsene schlanke rabenschwarze Menschen in abenteuerlichen Klamotten, die genauso exotisch aussehenden schmalen Strassen, auf denen sich das Leben abspielt. Unter Zelten vor den Häusern wird in Bolleröfen gegrillt und an Art Bierbänken gefrühstückt. Die morgendliche Markthalle quillt mit Tomaten, Auberginen, Gurken, rote Rüben und weißen Rettichen über. Die Erdbeeren lachen weniger wie auch das bei uns mittlerweile typische Obst. Dafür strahlt ein Blumenmeer (Gisela schwärmt von Bauernblumen).

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Seit 2 Tagen können wir Winter ade, Hochsommer juchhe singen.

 

Überraschung! Afrika wir bleiben dir erhalten!

 

Weiter geht es nach Banjul/Gambia, noch nie gehört(!), aber im Laptop bei Encarta gibt es Aufklärung. Für was doch Enzyklopädien alles gut sind! Im Gegensatz zu unserem Kapitän (dreckigste Stadt) positiv zu beschreiben sollen noch Conakry/Guinea und Freetown/Sierra Leone folgen, bevor wir den großen Teich überqueren.

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3.6 Fünfter Reisebericht 2006_03

 

Über den Äquator, von Westafrika nach Südamerika

Wir sind bei fast 40 Grad und strahlend blauem Himmel in Salvador gelandet. Hochsommerliche Kreuzfahrttage sind angesagt. Eine überwältigende Kulisse, dazu ein geballtes Hochhäusermeer, wo kennt man das in Europa? Was ein Unterschied zu Westafrika. Wirkten Casablanca und vielleicht noch Dakar uns mehr oder weniger vertraut, erlebten wir in der Hauptstadt von Gambia, Banjul. eine völlig andere Welt. Unbeschreiblich, das muss man selber gesehen haben. Jetzt können wir verstehen, warum Menschen mit aller Macht zu uns kommen wollen.

Geldtauschen! Igittigitt, solche Drecklappen müssen nicht sein und an Schmutz sind wir (noch!) nicht gewöhnt.

Im Internetladen akzeptiert man US-Dollars (1$/Std). Überall stehen bereitwillige Helfer, die sich mit deutschen Sprachfetzen wie Kletten an uns heften und mit einem Ausweis um den Hals ihre Ehrlichkeit untermauern wollen. Der eine oder andere scheinen sich aber nicht zu mögen. Man balgt sich erfolglos um uns Uninteressierte.

Unsere täglich frisch gesprühte Kabine – wohlriechende „Sauberkeit“ anstelle eines Staubsaugers bzw. Lappens – wirkt geradezu paradiesisch.

Freetown(Sierra Leone) eine Stadt mit Hügeln, führt nach der nächtlichen Flusslandschaft von Conakry(Guinea) wieder in eine andere Welt. Wir dürfen das Ganze stundenlang (lediglich) vom nahen Schiff mit dem Fernglas betrachten.

Die Eintrittspreise nach Freetown für uns Passagiere – zwischen 5 und 10$ pro Nase- will unser Kapitän erwartungsgemäß nicht löhnen. Außerdem sei alles viel zu gefährlich und lediglich eine Steigerung von gehabtem (nachvollziehbar!). Beim abendlichen Auslaufen bedarf es schon viel Phantasie, die dunkle weit gestreckte Großstadt zu erahnen. An vielen lose bebauten Hängen wirken die verstreuten Häuser wie Hundehütten, die weder Straßen noch Erschließung dafür aber Trampelpfade erahnen lassen. Bei den vielen Straßen losen (Wellblech/Lehm) Hüttenlandschaften an der Uferseite sieht man nur noch vereinzelte offene Feuerstellen. Welch Unterschied zum strahlenden Salvador de Bahia.

Der Sprung über den Äquator verläuft völlig undramatisch. Hätten wir 7 Passagiere aus GB, F und D nicht selbst den Wechsel von der Nord- nach der Südhalbkugel mit GPS-Unterstützung und Rotwein inszeniert, hätte allein das kurze krönende Tuten der Schiffssirene -der Kapitän beobachtet auf der Brücke unser Treiben- den sonntagsnachmittäglichen Gipfelsturm ausposaunt.

Womo aufgebrochen

Welch niederschlagende Überraschung auf hoher See, als wir auf Deck 6 (an-ordnungsgemäß in Begleitung eines Besatzungsmitgliedes) im Womo unsere Klamotten auf hochsommerliche Temperaturen umstellen wollen. Die Womotür ist nicht abgeschlossen. Ein „Schlangenmensch“ war vor uns da. Er ist über das Womodach gekommen.

Die kleine Womo-Dachluke (35 x 32 cm) ist rausgerissen. Der Plastikdeckel liegt nur noch lose wie zur Tarnung auf der Luke, was das zerschnittene Fliegengitter erst im 2.Anlauf eröffnet.

Die Sitzkissen liegen quer, alles ist durchwühlt, auch unsere äußeren Staukammern, soweit man sie von Innen erreichen kann.

Die vollständige Schadensliste ersparen wir uns hier, um nicht unseren Ärger auf Dauer festzuhalten. Aber was will einer mit all unseren vielen DVD-Filmen,

CDs, Softwaresicherungen? Ungenutzte Geschenke, die wir vermutlich nie wieder sehen. Die bei Eiseskälte über dem Autoradio speziell gebaute Kompass- und Neigungsmesserauflage bleibt vorerst leider leer.

2 blinde Passagiere aus Westafrika sollen (nach der stillen Schiffspost) in Salvador beim Verlassen des Schiffes gefasst worden sein. Ein Segen für die Mannschaft bzw.“Schlangenmensch“, haben wir doch unser Womo kommentarlos nach jedem Hafen gecheckt und damit der vielstimmigen Erklärung (Freetown) widersprochen.

Der Kapitän löst sofort ergebnislose Schiffsdurchsuchungen -nach was wohl?- aus. Wir sind gespannt, wie es weiter geht. Noch sitzt uns der Schreck tief in den Gliedern. Salvador, wir kommen wieder! Hoffentlich klappt die Schadensregulierung, haben wir doch zu unserer eigenen Überraschung eine Reiserücktrittsversicherung in einem Paket mit einer Diebstahlsversicherung abgeschlossen.

Beim Aufräumen und Putzen im Womo- alles ist „vom Besuch“ so dreckig-, oh Schreck, fast alle Schuhe und 3 von Giselas Hosen, ihre Regenjacke etc sind auch weg. Man glaubt es nicht.

Wir sitzen in Rio de Janeiro an der Copacabana im Internet, 12.3. 06 sonntags, bei fast 30 Grad, zwischendurch Regen. Hier ist inzwischen die Regenzeit angebrochen. Leider bekommen wir wiedermal unsere vorbereiteten Mails nicht los. Schade

3.7 Spezialbericht – Seereise – Hamburg –Buenos Aires

 

Häfen

 

Europa: Hamburg 11.2., Antwerpen13.2., Le Havre 15.2., Bilbao, 20/21.2.;

 

Westafrika: Casablanca /Marokko 24.2., Dakar/Senegal 28.2.; Banjul/Gambia, 1.3. Conakry, Guinea, 3.3: Freetown, Sierra Leone, 3.3.

 

Äquator 5.3. gegen 16 Uhr sind selber mit GPS gesprungen, Taufe?? (Fehlanzeige)

Südamerika: Brasilien: Salvador, 8.3. Vitoria 9/10.3. Rio 12.3. Santos 13.3.

 

Argentinien: Zarate (Industriehafen v. BA,) 16/17. 3.

 

Buenos Aires 18.3. 2006,10 Uhr problemlos ausgeschifft

 

Agentur: HH-Süd bjoern.grabowski@hamburgsued-reiseagentur.de gibt auch Hinweise zu Autohaftpflichtversicherungen – bei uns leider zu spät, wenige Tage vor der Abfahrt.

 

Schiff: Grande Buenos Aires, Grimaldi Line, www.grimaldi.it

 

Was transportiert so ein 214 m langes, 32 m breites, 50 m vom Kiel – 42 m über Wasser hohes Ro Ro Schiff?

 

Container(40 und 20 Fuß) und Alles was über die Heckklappe rollen kann. 3000 PKW sind möglich, in jedem Hafen wird umgeschichtet. Container rein und raus, außen und innen. LKWs und PKWs /Schrott PKWs von Europa nach Afrika, sonst alle bekannten Marken, sowohl hin wie her, auch Sprinter(z.B. 313 cdi aus Brasilien) Baumaschinen, Stahl, Reifen, man reibt sich nur die Augen, was alles in den 11 Etagen des riesigen Schiffsbauches verschwindet.

 

Der klassische Womoplatz ist Deck 6 neben der Rampe, vor dem Treppen/Liftschacht.

 

Auf dem 12. Deck sind Kabinen, Küche, Aufenthalts,- Gymnastik, – Speiseraum auf ca. 30 m Höhe, darüber die Brücke, Krankenstation und Behandlungszimmer.

 

Das begehbare Deck ist mit 109 m länger als ein Fußballfeld. Davor reiht sich auf 95 m ein Containerdeck.

 

30 Stundenkilometer (19 Knoten) brauchen 3 t täglich Schwerölkraftstoff,

 

Insgesamt 29 Besatzungsmitglieder (Minimum 6 Italiener), 9 in der Maschine, 20 für die Brücke und sonstiges (Küche, Stewards). Sie kommen aus Rumänien(6), Italien, Indien, werden von Agenturen gestellt und außer den Italienern(€) in US $ bezahlt.

 

Der Kapitän steht mit 4 Offiziere, 3 Kadetten und 3 Steuermänner auf der Brücke. Am Ende einer Reise erhält er eine Erfolgsprovision, wenn alles glatt -bei uns nicht-verläuft.

Genauso bunt wie die Mannschaft zeigen sich die Passagiere (Rentnerband): 2 deutsche Ehepaare, 1 engl. Ehepaar (Rundfahrer), 1 Franzose, der in Bilbao zustieg. Er ersetzte einen Italiener (Rundfahrer) der wie der 1.(freundliche) Kapitän in Le Havre ausstieg.

 

Bordsprache: Italienisch/englisch. An unserem (deutschen) 4er Tisch erleben wir frachtschifferfahrene Norddeutsche (5 Jahre Schule in Chile) auf ihrer Jahrestour.

 

Kabinen: Die 3 Kabinentypen mit Kühlschrank, Toilette, Dusche, Bad können unterschiedlicher nicht sein. Wer das Tageslicht scheut, muss nach innen auf die Stockbetten, die Außenkabinen haben 1 Fenster und getrennte Betten, die Eignerkabine (2 Zimmerappartement) ein Ehebett, Schreibtisch, Sofa, Sessel Kommode und Schrank. Waschmaschine und Waschpulver sind vorhanden, aufgehängt wird in der Kabine (Wäscheleine, Klammern!?) Getränke kann man kaufen, (zugängliches Womo =Vorratskammer!).

 

Tägliche (Schnell)reinigung, mit Duftspray. Bettzeug und Handtücher werden gewechselt. Selbstreinigung ist angesagt (Lappen organisieren, wenn man nicht in seinem eigenen Dreck schwimmen will)

 

Möglichst alles aus dem Womo in die Kabine (Schuhe und Klamotten nicht vergessen!!). Alles was von Innen zugänglich war, wurde nicht nur (schmutz)befingert, vieles fehlt jetzt. Informationen an Bord? Nur wenn man fragt bzw. auf der Brücke schaut. Von alleine kommt 0,0. und im Übrigen gilt raten und vertrösten auf morgen.

 

Für die Technik muss man an den Mehrfachstecker denken, dann klappt’s mit Laptop und anderem.

 

Für heißes Wasser sorgt eine allzeit bereite Espressomaschine, neben dem Speisesaal (Teebeutel, Nescafe stehen daneben).

 

Schiffsunterstützung nach dem Womobruch?

 

Der Kapitän (oberster Polizist) verweist auf Grimaldi/Neapel, nimmt die Schadensaufstellung entgegen und erlaubt kurze mails (aber bitte nur ganz kurz).

 

Die Angst man könnte schadenersatzpflichtig werden, minimiert die Reparaturhilfe auf Unterstützung (lobenswert ein indisches Crewmitglied). In der Sache absolutes Redeverbot bei der Besatzung. Es könnte ja auch einer von ihnen ge

wesen sein, wenn es nicht die (2) blinden afrikanischen Passagiere, die nach dem Hörensagen in Salvador /Brasilien beim Verlassen des Schiffes (ohne unsere Sachen) geschnappt worden seien, waren.

 

Telefonnummer in Argentinien 18.3.

 

unsere Handynummer in Argentinien ab 18.3.06 -mal sehen ob wir die 90 Tage ausschöpfen.

 

+5491155601391 SMS können wir empfangen