Atlantik, von New York nach Mexiko

von New York nach MexicoUSA 1Mex 1

 

 

 

 

Der Inselstreifen vor Atlantik City ist völlig mit nicht nur schicken Häusern zugebaut und im Winterschlaf. An unseren Surferstrand verlaufen sich nur noch die Harten, wozu wir uns in einer 20161007_133612windgeschützten Ecke bei Nordseesonnenwetter gesellen.

In New York reihen wir uns bei schönem warmen Spätherbstwetter in die Menschenschlange über die Brooklyn Bridge20161024_13263520161024_133446 20161024_114805ein und genießen am 20161024_130423Hudsonufer die letzten warmen Sonnenstrahlen, wenn die Kreuzfahrtschffe 20161021_171503auslaufen.

Hauseingängen, sogar ganze Straßenzüge schmücken sich für Halloween. Jeder fühlt sich bemüßigt etwas Dekoratives beizutragen. Spinnenwebennetzte, Skelette, Strohfiguren, große geschnitzte Kürbisse, Grabsteine, die keltische vorchristliche Mystik feiert fröhliche Urstände.20161013_113438 Uns erinnern die Halloweenkostüme an Karneval. Hochkonjunktur für die kostümierten Kinder, die mit speziellen großen Halloweeneimern mit einem „Happy Halloween“ im vorbeiziehen Süßigkeiten bei den Geschäften und Hauseingängen wo sie schon erwartet werden einsammeln.

Erstaunlich was alles für Kinder geboten wird. Tolle Spielplätze sogar für die Kleinsten abgetrennt.

Nach dem 3. Geburtstag von Marie starten wir wieder gen Süden.

Von der US Präsidentenwahl lesen wir mehr im deutschen Internet. Das Straßenbild bestimmt in allen von uns durchreisten Bundesstaaten „Trump“. Nur in Philadelphia stehen einige „Hillary Flyer“ am Straßenrand, sonst ausschließlich „Trump“. Sogar „Hillary Prison“ heißt es auf unserer Route entlang den Appalachen durch Nashville, in20161108_114220Memphis/Tennessee 20161109_122837über den Mississippi nach Arkansas,20161110_134655 Louisiana und Texas.

Wenigstens hat der „Spiegel“ einmal die US-Präsidentenwahl sachlich beschrieben und verdeutlicht wie unterschiedlich jeweils Wahlverfahren und Abläufe zur Feststellung der feststehenden Wahlmännerzahl eines Bundesstaates sind.

Nicht nur auf der Interstate auch auf den breit ausgebauten mehrspurigen Straßen lassen sich in den USA Kilometer fressen. Wir gewöhnen uns daran, daß Abbiegespuren zum Abbiegen verpflichten, links und rechts überholt wird und bei Kreuzungen mit Halteschildern das Prioritätätsprinzip gilt. Die vielen Reifenreste auf der Straße lassen nichts Gutes erahnen. Als sich beim gerade überholenden LKW die hinteren Zwillingsreifen mit einem lauten Knall verabschieden fliegen uns die Reifentrümmer um die Ohren. Wir haben Glück uns passiert nichts.

Die Städte gleichen sich mit ihren Malls genauso wie die kleinen Orte, die als „historisch“ bezeichnet sind.20161111_12103020161119_12545920161118_13421820161112_131946

 

 

 

 

In Rio Grande City 20161122_113103erwartet uns nach der vergitterten Grenzzufahrt überraschend erst einmal eine Brückenzollzahlstelle, die wir erst als US Grenzabfertigung glauben. Auf der längeren einspurigen Brücke staut sich schon eine LKW Schlange. Als nachfolgende PKWs vorbeidüsen schließen wir uns an kommen aber kaum in die höhenbegrenzte Grenzabfertigung. Alles bekannte Routine wie Womobesichtigung mit Hund. Die einschlägigen Schalter befinden sich unmittelbar vor Ort. Ein älterer wohlbeleibter Uniformierter winkt uns zu sich ins Büro als wir ihm unsere Pässe durch das große Schalterfenster zustecken wollen. Wir dürfen vor seinem großen leeren Schreibtisch Platz nehmen. Neben seinen Dauertelefonaten erledigt er unsere Einreiseformalitäten. Dann muß das Eintrittsgeld von 390 mex Pesos ( ca 20€ )p.P. am nächsten Schalter entrichtet werden und mit der Quittung erhalten wir unsere mit 180 Tagen gestempelten Pässe. Zurück zum selben Zahlschalter mit Pass,internationaler Zulassung und Führerschein dauert es länger. Wir sind anscheinend für den jungen freundlichen Beamten etwas Neues und unser Wohnmobil findet sein besonderes Interesse. Er fotografiert es von Innen und Außen bevor jetzt nicht Pesos sondern 60,- US$ für 10 Jahre Womo Mexikoerlaubnis fällig werden. 6 Monate kann er nicht.

Wir sind in Mexiko, wo wir schon öfters waren
eine gefährliche Situation? aber alles nicht so schlimm

Nach gut 1 ½ Stunden Grenzabfertigung machen wir uns auf den direkten Weg nach Montemorelos, ohne zu ahnen daß es sich bei dem zu querenden Zipfel von Tamaulipas nach Nuevo Leon um ein als gefährlich verschriehenes Gebiet handelt.20161118_165753

Kurz vor der Provinsgrenze wollen wir eigentlich bei einem Stausee pausieren, als uns ein lichthupender Pickup mit texansichen Kennzeichen überholt und sich quer auf die Fahrbahn stellt. Der normal gekleidete Fahrer hält ein Schnellfeuergewehr schußbereit, um die Hüfte trägt er ein Pistolengurt an dem eine großkalibrige Pistole hängt. Mit Handy/Walky im Dauergespräch am Ohr will er uns kontrollieren. Wir verstehen nichts und wollen vergeblich seinen Ausweis sehen, bevor er einen Blick ins Womo werfen will. Nach längerem hin und her verzichtet er auf die Kontrolle und lässt uns passieren. Auf unsere Pause verzichten wir.

Nach dem aufgelassenen Kontrollstützpunkt an der Provinzgrenze zu Nuevo Leon das selbe Spiel. Diesmal stoppt uns ein weniger bewaffneter, dafür agressiver Auftretender ebenfalls im Dauertelefonat der uns zur Umkehr auffordert und unser GPS will, aber die Fahrbahn freigibt um 2 Fahrzeuge passieren zu lassen, nicht uns. Zu ihm gesellt sich ein am Straßenrand im Busch postierter Mann mit Limoflasche, der auf den mit offener Tür auf der Pickupsstufe stehenden Telefonierer einwirkt und uns verdeutlicht, daß der Boss schon unterwegs sei. Wenig später hält ein Pickup ebenfalls mit Texaskennzeichen hinter uns. Eine Mittelalte, ein älterer und ein jüngerer Mexikaner übernehmen jetzt, während die bisherigen nur noch Zuschauer sind. Es geht um Waffen, Drogen und die Frage nach Ropa = Kleidung. Unsere „Pässe“ werden interessiert kommentiert, die geforderte Womoinspektion – wir gestatten es nur der Mexikanerin- erschöpft sich mit einem Blick durch die geöffnete Tür. Anders als beim Zoll interessiert die große Seitenklappe, die zu tiefen folgenlosen Blicken führt.

Mit dem Hinweis bis zur Ortschaft China könnten wir ungehindert weiterfahren und der Erklärung, sie müssten sich vor Drogen, Waffenschmugglern und der korrupten Polizei schützen, werden wir höflich und entspannt verabschiedet.

Erst beim Weiterfahren merken wir, daß sich auf der 80 km langen Strecke bis China immer wieder am Straßenrand im Gebüsch offensichtliche Wächter verstecken und in einer kleinen Ortschaft ein texanischer Pickup startbereit wartet. Im nachhinein lesen wir, daß in der Region ein erbitteter Bandenkrieg statt findet.

Als wir vor der Ortschaft China die 4spurige Nationalstraße queren fährt gerade ein Militärkontrolkonvoi vorbei wo die Soldaten typisch mit schußbereiten Gewehren auf der Pritsche stehen. Wir können uns nur fragend anschauen warum sie nicht auch auf unserer gefahren Strecke patrolieren.

Für uns geht es weiter stramm Richtung Mexico City. In Montemoralis spazieren wir durch die Innenstadt zur Bargeldversorgung. Immer in der Ebene zieht sich unsere Straße mit wenigen kleinen Orten und Häusern. Wir passieren nach Ciudad Victoria den nördlichen Wendekreis Tropica de Cancer d.h. bis zum Äquator sind es Luftlinie 2609 km.20161126_163713_HDR 20161124_123046Vorbei an CD Mante und CD Valles wird die Landschaft tropisch, an den Straßenrändern reihen sich in den kleinen Ortschaften Stände mit Südfrüchten und großem Blumenangebot.20161126_16464220161126_163302

 

 

 

Ab Japlan, 20161128_102122die franziskaner Kirche ist Weltkulturerbe, geht es richtig in die Berge und das gleich richtig hoch. Die gute einsame Straße schlängelt sich wie ein Pillewurm durch20161127_10360020161128_155749 20161130_170146Berg und Tal. Wir sind von der Landschaft fasziniert. Auf 2800m merken wir schnell, daß die Luft dünner wird. Auch in Bernal, wo der 3. höche Monolit der Erde in den Himmel ragt sind es noch 2500m.20161128_173331 Im gleichhohen Altacomulco überrascht uns ein Weihnachtsmarkt20161130_170456 ohne Glühwein und Fressstände, dafür mit vielen bunten Lichtangeboten.

Toluca liegt auch auf 2800m. Wir erkennen die Stadt mit neuen Hochstraßen, Unter- und Überführungen und einem chaotischen Verkehr nicht wieder. Die vielen Topes und Schlaglöcher und der Staub machen uns ganz schön zu schaffen.20161202_151054_HDR20161201_12233820161201_120216

Wir sind froh nach der Höhe in 31 km Autobahn 900 Höhenmeter tiefer bis Ixtopan del Sal zu kommen,von wo es weiter vorbei an Mexico City an den Pazifik nach Acapulco gehen soll.20161202_15364320161202_150033

Der Höhengeburtstag Jörg Erichs auf über 2800m bleibt sicher unvergessen. Bei den vielen Mails und Telefonaten auch auf Whatsapp muß das Ständchen von Marie für Opa mit unseren Geburtstagsliedern besonders hervorgehoben werden. Sie singt richtig schön und textsicher. Ihr abschließendes Happy Birthday mit …Marmelade im Schuh, Aprikose in der Hose und ihr Kommentar, das singen wir immer so entzückt genauso wie Paulas Opa Rufe.