Von Texas nach New Jersey

Reise 1

Texas. Louisiana, Mississippi, Florida, Georgia, South und North Carolina, Virgina, Maryland, Deleware und New Jersey, jeder Bundesstaat hat einen Küstenzugang.

Am Golf von Mexiko führt unsere Route nach Osten, bevor es auf der Atlantikseite später nach Norden geht.

Wir wählen wenn möglich Nebenstraßen. Wie in Texas kommen wir in Louisiana an riesigen Raffinerien und Chemiekomplexen vorbei. Auf hohen langgestreckten Brücken und kostenfreien Fähren über Meeresbuchten und Flussmündungen geht es durch Marschland. In Sümpfen, Tümpel, Wassergräben stehen weiße und graue Reiher, dazwischen grasen Kühe auch Höckerrinder.20170504_173837

20170517_131529Rutherford Beach- ein Tipp von Overlander- gehört uns und dem neugierigen netten Sheriff fast alleine. Wir stehen direkt am Strand. In der Nähe gibt es sogar Toiletten. Auf einem gekieseltem Platz steht eine offene Halle mit Duschen, daneben ein Müllcontainer.

Nachsts toben schwere Gewitter, die uns in dieser Wucht überraschen. Es blitzt und donnert, der Regen brasselt nur so. Dazu pfeift ein Südwestwind und das auflaufende Meerwasser tobt. Das Scenario wirkt gespensterisch und beängstigend. Erst als wir das Womo vom Strand versetzen können wir wieder beruhigter schlafen. Die Schlechtwetterfront erinnert an Nordseewetter, nur erheblich wärmer.20170504_165718

Auf dem verkehrsarmen Louisiana Scenic Bay Way geht es durch die Swaps . Kleine Streusiedlungen 20170515_165153aus Mobilhomes oder Wohnwagen, Häusern auf Stelzen begleiten uns ins französich geprägte Cajuncounty. Es ist eine andere USA die von den Nachfahren der arkadischen Farmer, die noch frankophil von kleinen Farmen, Fischen und Fallenstellen leben, geprägt ist. Girlanden von Spanish Moos, einer wurzellosen Bromilienart hängen von den mächtigen Bäumen.20170505_16283320170505_16473320170505_134253

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Wir tauchen in Zuckerrohrfelder ein. Es waren mal wieder Jesuiten die Anfang des 18 Jahrhunderts das Zuckerrohr als Süßigkeit aus Santo Domingo mitbrachten. Als es Ende des 19. Jahrhunderts einem Pflanzer gelang Zucker zu granulieren wurde Louisiana zum reichsten landwirtschaftlich geprägten Gebiet Amerikas, was die Villen der Zuckerbarone zeigen.

In Franklin20170505_143840 mit seiner Südstaatenarchitektur bekommen wir beim Rundgang das typisch amerikanische now here Gefühl. Von wegen vitales Zentrum. Als läuft auf dezenrale Malls zu, die es überall in Amerika zur Beliebigkeit gibt.

20170505_160830Endlang der Teche erschreckt beim Abzweig einer mehrspurigen Straße ein bekanntes Gerumpel. Unser Hinterrad Beifahrerseite hat es gefetzt. Zum Glück gibt es einen Seitenstreifen auf der auch von LKWs viel befahrenen Strecke. Erfahren demontieren wir das Reserverad. Trotz Karamba und aller Anstrengungen erbarmt sich nur eine Radschraube. Alle einschließlich Polizei fahren auch an Gisela, die beim Warndreieck stehend ein großes „Help“schild hochhält teilweise freundlich winkend vorbei. Ein kräftiger junger Mann auf dem Weg zur Arbeit erbarmt sich unserer. Die hartnäckigen Schrauben trotzen auch lange ihm, bis es uns endlich gemeinsam gelingt, eine nach der anderen zu lösen. Als sein Chef anruft, bricht unser Helfer fluchtartig auf. Wir können ihm nur ein Dankeschön nachrufen.

Neuer Reifen, in Houma, LA. Fehlanzeige. Es gibt zwar unsere Größe, aber nicht die erforderliche Gewichtsklasse. Auf dem Weg zum 2. Reifenhändler hört Gisela beim Ausrangieren ein gelegentliches Zischen am Hinterrad Fahrerseite. Beim Nachfühlen und Hören finden wir nichts. Erst bei einer Radumdrehung entweicht unüberhörbar Luft aus dem Hinterrad. Die wenigen Kilomter zum empfohlenen Reifenhändler schaffen wr kurz vor Feierabend. Wieder hilfsbereites vergebliches Telefonieren, aber auch in Mississippi Fehlanzeige. Wenigstens wird der Hinterradreifen fachmännisch geflickt,20170506_124900 aber für den zerfetzten Reifen gibt es keine Chance.

Wir sind leicht genervt. Über den Mississippi20170505_192448 durch New Orleans auf dem Weg nach Pass Christian kommen 20170509_153110wir an bekanntem Strandidyll mit dem weißen feinen leuchtenden Strand vorbei. Wenn da nicht die schrecklichen Hurrikans wären! Die rote Marke zeigt 7,62m.20170509_153025

Den Küstenabschnitt Alabama nach Mobile20170511_145003 20170511_145319lassen wir aus. Bei unseren bekannten Stellplätzen heißt es mittlerweilen Übernachten verboten.

Niceville ist keineswegs nice, sondern typisch Florida Panhandle, wo es nicht mehr wie in Louisiana Perish, sondern wieder County heißt.

In Penascola, Fl hoffen wir auf eine neue Reifenchance. Michael von Pop Boys Tire telefoniert 2 Stunden, nachdem er von ihm aus dem unüberschaubaren Reifenlager geholte Reifen selber als unpassend verwirft. Er sucht auch bei ebay und Amazon bis er endlich bei Amazon fündig wird. Eine Auslieferungsadresse ist kein Problem, nachdem wir die Lieferzeit kennen. In einer Woche können wir ihn bei einem UPS Laden in Charleston abholen. Im Internet verfolgen wir die Reifenanlieferung aus Miami.

Aber vorher bummeln wir wieder durch Savannah, GA mit seinen restaurierten Backsteingebäuden an der Riverfront, flanieren über schattige Plätze mit duftenden Magnolien. Die vielen lebendigen Plätze und der Schiffsanleger machen den Reiz von Savannah aus.20170516_142957

Besonders gut gefällt uns es wieder in Beauforf, GA.20170518_140434 Wir sind die einzigen Spaziergänger durch die Zeitgeschichte mit den ausladenden alten Ulmen, deren langen dicken mächtigen Äste wie Torbögen aussehen.Andere fahren entweder mit der Kutsche oder steigen erst für eine Besichtigung gar nicht aus.

An der Uferpromenade von Charleston20170520_150139_HDR 20170520_150114schräg gegenüber von Fort Sumter stehen wir wieder vor den großen Kanonen die für den ersten Schuß des Bürgerkrieges zeugen. Wir schlendern durch die Straßen mit ihren Palästen und hochherschaftlichen Häusern mit Veranden, Balkonen, Loggias und Piazzas, die für Charleston charakteristisch sind.20170520_151934Die traditionellen Bauformen nutzen 20170522_124603_HDRdie Luft als natürliche Klimaanlage, was heute leider verloren gegangen ist. Dafür rattern jetzt überall lautstarke Klimanalagen.

Bei der großen Reifenwerkstatt, die uns eine deutsche Auswanderin empfiehlt, greift Gisela 20170520_111758selber zu unserem Schraubenschlüssel, als sie sieht wie der Monteur das Ersatzrad mit Gewalt aus der Verankerung zerren will. Es ist für sie unter lautstarkem Meckern ein leichtes die Halterungsschrauben zu lösen und unter den Augen der Monteure den kaputen Reifen rauszuholen. Ende gut, alles Gut. Jetzt hängt eine inzwischen getrocknete Rose des Werkstattleiters im Womo.

Wir tingeln über die historische Stadt Georgetown mit der stinkenden Papiermühle langsam nach Myrthle Beach. Unseren alten Strandzugang suchen wir vergeblich. Dafür finden wir aber ungeachtet des mittlerweilen total zugebauten kilometerlangen Küstenabschnittes andere schöne kostenfreie Strände, wo wir auch für unser Womo einen Parkplatz gibt.

Das wechselhafte Wetter läßt uns immer weiter gen Norden fahren. Wegen dem angesagten Sturm und Regen verzichten wir auf die uns bekannten Outer Banks.

In Chesepeake haben wir bei dem 36km Chesepeake Bay-Tunnel mehr Wetterglück bei der Überwasserfahrt. Ein großes Containerschiff quert gerade vor uns den Fluß. Ein imposantes Bild20170607_144139 - Kopie.20170607_145754

 

 

 

Maryland und Deleware zeigen eine kalte Schulter. Das erste Mal in diesem Jahr tragen wir Pullover.

Bei der Fähre20170608_143148 - Kopie von Lewes nach Cape May erleben wir wieder etwas Amerika typisches. Unser unter 20feet langes Womo steht mit über 20 feet auf der Rechnung. Da hilft auch kein Protest und kein Fahrzeugschein. Was der Kassierer meint gilt.

Nach der 1 ½ Stunden schaukelnde Überfahrt auf der „New Jersey“ über den Delewareriver in langen Hosen und Windbreaker überrascht uns Cape May mit einem schönen Stellplatz bei Walmart in Rio Grande. Das nahe Wildwood gefällt uns mit seinem langen flachen Strand aber kühlen Atlantikwasser.20170609_173755 - Kopie

Jetzt geht es auf der US 9 in der uns inzwischen gut bekannten Küstenregion weiter Richtung New York.