Karibik, La Romana

La Romana, Dominikanische Republik
Hotel Turquesa

 

Wir verbringen den Jahreswechsel im Zentrum La Romana im Hostal Simona. Von Silvester ist für uns völlig überraschend nichts zu merken, die Restaurants sind abends geschlossen.

Im Hotel treffen wir beim gewöhnungsbedürftigen Frühstück,

das auf einem Tablett für uns beide gereicht wird, ein junges Schweizer Paar, das sich perfekt mit anderen Gästen unterhält und hier ihren Urlaub mit einem Mietwagen verbringt. Wir fallen als Deutsche auf und kommen ins quatschen. Unseren Plan wieder zur Isla Catalina übersetzen bekommt gleich einen Dämpfer. Von wegen einfach mit einem Schiff dahin.. Dafür muß man extra vorab eine Tour buchen und der Anleger ist nicht gerade um die Ecke. Das La Romana keinen Strand hat wissen wir. Auch das der öffentliche Strand von Bayahiebe über 20 km entfernt ist. Er ist zwar von hier mit einem Collectivo und Haltepunkt direkt am Strand erreichbar aber für uns nicht Hotel nah. Sie wollen sowieso zum Strand und laden uns ein mitzufahren. Die netten Schweizer nehmen uns in den nächsten Tagen wieder nach Bayahiebe mit. Sie lassen es sich nicht nehmen uns auch auf die andere Inselseite an die Playa Bavaro bringen. Nochmals vielen Dank.

Playa Bavaro
Die Hotelanlage Turquesa

enttäuscht. Immerhin benötigen wir 4 Anläufe für ein passendes Zimmer. Die kritische Ansage 2er älterer Schwäbinnen, die wir an ihrem letzten Urlaubstag treffen, bewahrheitet sich. Abgesehen von dem unerwarteten wechselhaften Wetter trifft ihr Hinweis auf die Küche und das Drum herum leider auch bei uns zu. So oft haben wir noch nie am zwischendurch teilweise geräumten Buffet mit geleerten Schüsseln gestanden.

 

 

DerService wechselt zwischen perfekt und nicht vorhanden. Bei den Snaks am Strand

ändern sich noch nicht einmal die Schilder. Im BBCRestaurant benötigen wir know how für frisch gegrillte Steaks.
Ein Höhepunkt bietet die abendliche gute Lifemusik in der Lobby zwischen 20 und 22 Uhr für die sich auf der Tanzfläche tummelnden Kleinstkinder die Animateuren zwischendurch anleiten. Von einem Kinderhotel haben wir nichts gewußt.
Das karibische Januarwetter zeigt sich nicht von seiner besten Seite. Immer wieder kühler Wind und kurze Regenschauer die auch abends überraschen.

Dank an Manager Yoel. Er nimmt sich nach unserem anfänglichen Meckern unserer an. Er bügelt aus wenn der Zimmerservice schwächelt. Dank ihm können wir am Abreisetag unser Zmmer bis 18.00 Uhr nutzen.
Jetzt müssen wir uns erstmal an das nassgraue kalte Wetter in Münster gewöhnen.

Karibik – mit der AIDAluna um die Insel Hispaniola.

Weihnachten auf der AIDAluna

 

Unsere New Yorker gabeln uns auf dem Weg von Santo Dominco zum Kreuzfahrtterminal in La Romana mittags am Hotel auf.

Nach kurzem Hallo verschwindet unser Gepäck zwischen Kinderwagen und wir neben Kindersitzen.
Am Kreuzfahrtterminal heißt es erst einmal aus der Dom. Rep. auszureisen, was für uns überraschend 20,-$ pP Ausreisegebühr kostet. Ein kleiner Riß im 20,-$ Schein sorgt für eine gewisse Aufregung. Die Forderung nach Alternativen bringt uns genauso wenig aus der Ruhe, wie hektische Telefonate und ein sich langsam bildende unruhige Schlange.

Schon beim obligatorischen Foto vor dem Schiffseinchecken ist die Familie vollständig, die Münchner sind eingeflogen. Ab jetzt ist für uns ein runder Außentisch auf Deck 10 zum gemeinsamen Frühstücken und Abendessen quasi reserviert.

Die Kinderstühle für unsere Enkelinnen stehen immer parat und die beiden Kleinen bewegen sich wie alte Hasen durch die hervorragenden, abwechslungsreichen Buffets der verschiedenen Restaurants. Für uns heißt es wieder aufpassen, daß wir nicht platzen.

Vor dem abendlichen Auslaufen übernimmt das Schiff in La Romana aus unzähligen Hamburg Süd Containern tonnenweise Nachschub und uns erwartet noch die obligatorische Rettungsübung, die ein erstes Kennenlernen des Schiffes mit sich bringt und so locker abläuft, daß uns vor dem Ernstfall graut.
Es wechseln See- und Landtage ab. Jamaika lockt in Ocho Rios mit dem besonderen jamaikanischen Lebensgefühl, das sich uns aber bei unserem Rundgang durch den Ort in den den typischen Läden für Touris nicht erschließt.

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Die größte Insel Mexikos Cozumel, 19

km vor Playa del Carmen, führt uns auf bekannte Spuren. Die einzige Stadt San Michuel Cozumel ist ganz auf die Touristeninvasion- mit uns kommen 7 Kreuzfahrtschiffe- eingestellt. Wir wollen den unsrigen die Mayastatte Tulum

zeigen, die wir schon kennen. Vor dem Touristenansturm starten wir noch in der Dunkelheit durch die schlafenden Ladenstraßen und den dunkeln Zoll und erwischen gerade noch die abfahrtbereite Fähre, die uns schaukelnd, was dem einen oder anderen Passagier nicht gut bekommt, zum Festland übersetzt.

 

Das Collectivo von Playa nach Tulum

vermittelt den unserigen ein gewisses Mexikofeeling. An der Haltestelle reihen sich die wartenden Kleinbusse. Es geht los wenn der Bus voll ist. Am Straßenrand winken potentielle Fahrgäste und wer aussteigen will ruft. Der Fahrpreis wird zwischendurch zum Fahrer gereicht. Den Begriff voll besetzt gibt es nicht. Es paßt immer noch jemand rein.
Tulum, Mayaruinen direkt am Meer laden natürlich auch zum Strandverweilen ein

. Es ist immer wieder beeindruckend, wie vielfältig sich heute noch die gepflegten unterschiedlichen Mayastätten zeigen und welch Publikumsmagnet sie gerade für die Kreuzfahrtschiffpassagiere sind. Obwohl wir früh kommen sind wir nie allein.

Zurück in Playa del Carmen wollen wir unbedingt auch einmal „unseren Supermarkt“ „Chedraui“, der nahe unserer Buslinie liegt, zeigen. Als ich dem Fahrer „Chedraui“ zurufe werden wir direkt vor dem Supermarkt abgesetzt, obwohl er nicht unmittelbar an seiner Route liegt. Natürlich genießen wir den Gang durch das vielfältige große Warenangebot. Insbesondere die frischen Backwaren zur Selbstbedienung aus der blickoffenen Bäckerei und die Berge von Obst und Gemüse sind Blickfang, die 3 l Grapefruitlimo fließen so durch unsere trockenen Kehlen.
Die Wasserstraße nach Belize City führt durch große Korallenriffe von denen wir aber wenig mitbekommen. Dafür erleben wir den Schiffsalltag. Vollbelegte Reihen von Sonnenanbetern dicht an dicht, Theater und Showangebote, langweilig kann es nicht werden.
Belize City kennen wir noch. Abgesehen von dem neuen großen Kreuzfahrtterminal, das die urigen quirligen Marktstände abgelöst hat, kommt uns bei unserem Spaziergang durch das Zentrum wo der Zahn der Zeit unübersehbar nagt noch vieles bekannt vor. Auch die Dominospieler unter schattenspendenden Planen sind mit ihrem übersichtlichen Souvenirangebot voll auf Kreuzfahrer eingestellt.
Die größte der 3 Caimaninseln, Grand Caiman, lockt in Georgetown mit einem außerhalb liegenden herrlichen feinsandigen Strand. Am karibikblauen Meer finden unsere Münchner mit ihren mitgebrachten aufblasbaren Surfbrettern ideale Bedingungen zum SUP en(standup Paddeling)

Auch das Interesse von Mitreisenden, die ihren letzten Tag vor dem Ausschiffen mit uns verbringen, ist groß. Sie sind scharf auch einmal hier in der Karibik im warmen Meer zu SUPen.
An heiligen Abend wechselt in Montego Bay, Jamaika, die Hälfte der Passagiere. Davon kommen wir wenig mit. Das Kreuzfahrtterminal an einer langgezogenen Landzunge liegt irgendwo fast am Ende und beim Spaziergang sehen wir schnell die „Attraktion“ ein Hardrock Kaffee an einem offenen Zuweg, das sich sicher über gute Shirt -Umsätze freut. Unsere SUPer nutzen die Gelegenheit zu einer Rundfahrt die wir gut von der Schiffsreling beobachten.

Wir suchen mittags auf dem weihnachtlich geschmückten Schiff eine ruhige

Tannenbaumecke zum Bescheren, was uns auch später im feierlichen Rahmen ungestört gelingt. Es ist immer ein Erlebnis, wenn sich Kinder mit strahlenden Augen durch den Geschenkeberg wühlen und andächtig der Weihnachtsgeschichte lauschen.
Höhepunkt des heiligen Abends ist das anschließende festliche Weihnachtsessen an eingedeckten Tischen. Es gibt im weihnachtlich geschmückten Restaurant alles was das Herz begehrt, am 1. Weihnachtsfeiertag sogar Gänsebraten mit Rotkraut und Klößen. Eben klassische deutsche Küche, was unseren New Yorkern besonders gefällt. Natürlich auch deutsches Brot und Wurst. Von Karibischem registrieren wir nichts. Allein asiatische Gerichte erinnern an die vorherige Schiffsroute.
In Puerto Plata erwartet uns ein eigenes Kreuzfahrtcenter in Amber Cove, 10 km von der Stadt entfernt. Auch hier ist SUP angesagt, was wir gut von der Reeling beobachten können, fehlt es doch an einem einladendem Strand.

Ganz anders in Cockburn Town auf Grand Turk, wo am Anleger neben den typischen Einkaufstempeln Strand und Schwimmbad einladen. Unsere Karibikrunde, auf der unsere Münchner beim Fahrradtreten im Gymnastikraum am Schiffsbug sogar einen Wal sichten, nähert sich mit der Halbinsel Samana im äußersten Nordosten wieder der Dom. Rep. Das angesagte Karibische Bilderbuchidyll leidet ein wenig unter tropischem Regengüssen
.
Auf der 9 qkm großen Isla Catalina vor den Toren von La Romana wartet noch einmal karibisches Strandleben und ein leckeres SchiffsBBC auf uns. Die als unbewohnt beschriebene Insel ist auf den Ansturm vom vor ihr liegenden Kreuzfahrtschiff, von dem mit Schiffstendern verkehrt wird, bestens eingerichtet. Feiner weißer Sand, Palmen und türkisblaues Wasser bieten vollkommenes karibisches Strandvergnügen mit langen Reihen von Liegen und Sonnenschirmen die aufmerksame flinke Helfer bei Bedarf in den Sand rammen. Für unsere SUP er neben uns und den Kindern noch einmal eine gute Gelegenheit die Bretter aufzublasen, zu schnorcheln und die Möglichkeit für Eigenerfahrung einzuräumen.
In La Romana heißt es frühmorgens wieder gebührenpflichtig in die Dom. Rep einzureisen was beim Transit vom Schiff am selben Tag zum Flughafen entfällt. Unsere Wege trennen sich nach dem opulenten Frühstück. Die erlebnisreichen, schönen, gemeinsamen Bordtage auf der Kreuzfahrt mit der AIDAluna bleiben in unserer besten Erinnerung.

Karibik von Münster nach Punta Cana

Badeurlaub nahe La Romana, Domkanische Republik

 

Bei unserer Reise von Münster in die Karibik läuft alles wie am Schnürchen. Das Taxi holt uns überpünktlich ab und unterbietet sogar das Preisangebot. In Frankfurt hören wir nach der Landung schon den Aufruf unserer Namen, obwohl das Bording am weit entfernten neuen Gate noch auf sich warten läßt. In der vollbesetzten Condor Boeing lesen wir die mitgenommen Zeitungen, dösen vor uns hin und lassen uns das Essen schmecken. Über Paris können wir sogar einen Blick auf den Eifelturm werfen.

Für den Einreisestempel in Punta Cana reicht die offene Passseite mit einer Lücke für den Einreisestempel in die Dominikanische Republik, nachdem vorher die obligatorischen 10,-$ pP für 30 Tage flossen.

Die Taxifahrer sehen in uns schon leichte Beute, als wir nach dem desinteressierten Zoll in nächtlicher Stunde nach unserem Weitertransport suchen. Aber dann geht alles schnell und wir rauschen auf der nächtlichen Autobahn über Bayahibe unseren bekannten Hotelkomplex an der Mündung des Rio Socco nahe La Romana entgegen.

Als wir an der halbdunklen Lobby unseres gebuchten Hotels hören wir seien falsch und müßten zu einer anderen Lobby, der Bellboy wüßte Bescheid, sind wir merklich irritiert. In der nächsten Lobby läuft es dann kommentarlos routiniert. Wir fragen natürlich nach und staunen, das andere Hotel sei ausgebucht.

Mit unseren Koffern geht es auf dem Elektrokarren erst in eine große Runde durch den weitläuftgen Hotelkomplex dann schließt sich ein langer Gebäudegang an und wir fragen uns, wo wir mitten in der Nacht gelandet sind.

 

Die Morgensonne hellt alles zu unserer

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Freude auf. Unser zentrales schönes Zimmer mit Blick auf einen Swimmingpool in dessen Mitte ein Tempel Ruhe ausstrahlt liegt bestens. Alles ist nah.

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Wir können sogar die Frühstücksterrasse erahnen und am Strand erwarten uns genügend Liegen unter Palmen und Palapas. Im warmen Whirlpool lassen wir uns nach den täglichen Schwimmrunden im Meer verwöhnen und erleben beeindruckend Wolkenbilder wenn sich im Hinterland mittags die Wolkentürme in dem blauen Himmel aufbauen und schöne Sonnenuntergänge

den Strandtag abschließen. Bei den reichhaltigen sehr leckeren

 

 

abwechungsreichen Buffets müssen wir auf unsere Kilos aufpassen.

Die abendliche Lifemusik läßt uns das Tanzbein schwingen. Für das sonstige Unterhaltungsprogramm bekommen wir dabei durch Kurzauftritte einen einladenden Vorgeschmack.

Die Tage verfliegen wie im Flug und schon ruft das weihnachtliche Familientreffen auf der AIDAluna.

New Brunswick, Nova Scotia entlang dem Fundy Bay

Willkommen in Canada.

An der Grenze über den Fluß von Calais/Maine nach St. Stephen/New Brunswick begrüßt uns so eine nette Grenzerin. Nach ihren Routinefragen aus ihrem Häuschen weist sie uns mit einem gelben Zettel zum gegenüberliegenden Gebäude, wo wir ohne weiteres 6 Monate Aufenthaltsgenehmigung erhalten und das US-Dokument abgeben. Das Ganze ist eine Minutensache. An unserem Womo besteht kein Interesse. Wir überschreiten die Zeitzonengrenze zwischen Eastern- und Atlantik Time und stellen die Uhr 1 Stunde (von 6 auf 5 Stunden zu Deutschland) vor.

Wir fahren den „Fundy Costal Drive“ der uns mit seiner guten Beschulderung -weißer Leuchtturm auf blauem Grund- entlang dem Fundy Bay leitet. In St. Andrew erinnert ein von Geschützen umrandeter Festungsturm, der wie ein Abbild eines Limeswachturm wirkt, an die Historie, war doch das Gebiet Zankapfel zwischen der noch nicht lange unabhängigen USA und der Kolonialmacht England. Einige der weißen Schindelhäuser stammen noch aus Maine. Aus den amerikanischen Kolonien geflüchteten Kolonialisten hatten ihre Häuser einfach per Schiff mitgenommen. Dazwischen äsen Hirsche.

Die unvorstellbaren Wassermassen, die 2 x täglich durch das weitläufige Fundy Bay strömen, bestimmen das herrliche Küstenpanorama. Allein auf kleinen Plagegeister wie Mücken und Bremsen heißt es aufzupassen.

Ein Naturphänomen erleben wir in St. John, der größten Stadt von New Brunswick an der Mündung des Saint John River in die Bay. Bei den „Reversing Fall Rapids“ ändert der Fluß 2 mal täglich seine Fließrichtung von flußabwärts in flußaufwärts. Der Tidenhub von über 8 m ändert die Verhältnisse an den Stromschnellen vor der Flußmündung. Wenn das Wasser in der Bay ansteigt, erreicht es bei der Gezeitengleichheit die Höhe des Flußwasserstandes. Die Strömung ist ausgeglichen und Boote können den Fluß für ca. 20Min. ungehindert in beide Richtungen befahren. Schreitet die Flut fort, ändert sich das Bild weiter. Das Meerwasser ist stärker als der Fluß, so daß der Fluß scheinbar seine Fließrichtung ändert.

Menschenscharen ziehen am „New Brunswick Day“ zu den Höhlen von St. Martin. Es ist ein für uns überraschender Feiertag an dem das öffentliche Leben einschließlich der Geschäftswelt ruht. Sie bevölkern bei Ebbe den breiten Strand auf ihrem Weg zu den Höhlen. Vereinzelt stürzen sie sich sogar in die Fluten. Mit der Flut werden die Parkplätze wieder frei und wir können überraschend am Ufer stehen.

Das Wetter bleibt wechselhaft, teilweise begleitet uns Dauerregen nach herrlichen Sonnentagen. So auch in Sussex einer früheren großen Garnisonsstadt, wo der Eingang der Information im früheren Bahnhof, der gleichzeitig ein Militärmuseum ist, von einem Schützenpanzer bewacht wird.

Unser eigenwilliges GPS wählt letztlich eine breite Schotterstraße zum und durch den „Fundy Nationalpark“ ein breit erschlossenes Wandergebiet, einschließlich Golfplatz. Die vielen Mücken und der Wetterbericht vertreiben uns schnell.

Die Kanadier verstehen Marketing. Am „Hopewell Cape“ warten große Parkplätze mit Einweisern auf die Besucher der „ Flowerpot Rocks“, von den Fluten aus den Felsen gewaschen Säulen. Bei Ebbe gilt es einen kostenpflichtigen Spaziergang um die Felsen, die wie kleine mit Kiefern bewachsene Inseln aussehen, zu machen. Das geht woanders genauso spektakulär kostenfrei.

Über Moncon, die Land-und Eisenbahnverbindung nach Nova Scotia kommen wir auf dem „Acadien Costal Drive“ an den Atlantic. Die französiche Trikolore mit Stern am oberen hinteren Rand, der für Maria -Schutzpatronin der Acadier- steht, zeigt an, daß wir in eine französichsprachige Region kommen.

Beim „Cape Pele“ erwartet uns eine Sonntagsmorgenüberraschung. Unser Hinterreifen ist platt. Für uns ist Reifenwechsel eigentlich Routine. Aber eine Schraube der Ersatzradhalterung trotz Rostlöser und unseren Anstrengungen. Wir finden einen hilfsbereiter Tankwart in einer nahen Tankstelle der spontan trotz teilweise Hochbetrieb an seinen Tanksäulen hilft. Dabei bricht die Halterung ab, die nach dem Reifenwechsel -für den neuen Chinesen aus Florida in Charleston montiert- durch Draht ersetzt wird. Er will keine Bezahlung und erinnert an vielfache Hilfen bei seinem Deutschlandaufenthalt.

Die Brücke nach „Prince Edward Island“ lädt uns wetterbedingt nicht zum Queren des Atlantiks ein.

Von Armherst, Nova Scotia, geht es wieder an das Bay von Fundy. Diesmal auf der Lighthouse Route.

Über die „Joggins Fossilcliff“ (Unesco) mit seinen erdgeschichtlichen Faltungen erwarten uns die Saurier in „Parrsboro- Geologiemuseum-“ und das „Patrigde Island“ vor dem das „Ottawahouse“ zugleich als Gasthof und Museum an alte Zeiten erinnert. Erbaut von einem Eisenbahnmogul, dann Sommersitz des kanadischen Gouverneurs blühten hier im 19. Jahrhundert Handelsgeschäfte an die nur noch Bildtafeln erinnern. Wir genießen den Strand und die hohe Tide.

Das Naturschauspiel „Tidal Bore“ in Truro, Nova Scotia, hätten wir beinahe wieder verpaßt, obwohl wir vor Ort nächtigen. Die Innenstadtinformation zeigt sich wie vor einem Jahr informationslos und gibt uns keinen entsprechenden Hinweis auch auf die Parkmöglichkeiten.

Vor unseren Füssen löst die mächtige Tide 2x täglich eine Flutwelle aus wenn das Baywasser auf den Salomonriver trifft. Pünktlich nach dem Tideplan hören wir es schon in der Ferne rauschen wenn die Flutwelle sogar nachts beleuchtet, anstürmt.

Endlich mal wieder schönes Wetter am „Motton Cove Beach“, wo wir unmittelbar am Ufer stehen und die hohe Tide vor unseren Füßen genießen. Bei Ebbe können wir wunderschön am breiten steinigen Strand und den geschichteten Klippen spazieren.

In Grande Pre rasten jetzt die Strandpiper auf ihrem Flug von den Brutplätzen in Alaska zum kolumbischen Winterquartier. Mit der Flut kommen die kleinen quirrligen unscheinbaren Vögel in Schwärmen um sich als Nichtschwimmer für ihren 3 tägigen Nonstoppflug über den Atlantik fit zu fressen. Eine nette Naturschützerin klärt uns auf und sorgt mit Schildern für eine möglichst ungestörte Nahrungsaufnahme der vielen Schwärme, die nur ein bestimmtes kurzes Zeitfenster nutzen.

Zurück in Halifax besichtigen wir die Zitadelle, deren Bau der damaligen Zeit nachhingte. Bei ihrer Vollendung gab es keine Indianerangriffe mehr dafür aber eine bessere Geschütztechnik, so daß sie nie kriegerisches erlebte. Historisch uniformierte bewachen die Anlage. Es wird sogar ein historisches Gewehr im Stundentakt mit lautem Knall und Pulverdampf vorgeführt. Auch hier steht der 1. Weltkrieg im Mittelpunkt. Zwischen den Zitadellengräben lädt ein nachgebauter Schützengraben zu einer Zeitreise ein.

Den steilen Berg abwärts ist die Uferpromenade ein Publikumsmagnet. Ein schwankender langer Steg umgeht eine Pierbaustelle, Überall locken lauschige Plätze und Kneipen. Ein einlaufendes großes „Hapag lloyd“ Containerschiff und ein für Ausflügler umgebauter Lastensegler zeigen die Dimensionen zu früher.

Wo die 90 000 Einwohner von Dartmouth wohnen? Sicher nicht im alten Zentrum gegenüber von Halifax, das sich genauso steil am Hang ohne das quirllige Leben von gegenüber überschaubar erstreckt. Mehrspurige Sraßen erschließen das bewaldete und von See durchzogene Hinterland, wo im Nichts eine riesige Mall und demnächst auch Ikea auf Kunden warten. Auch unsere Spedition finden wir in einem Abzweig mit Industriefirmen.

Wir sind überrascht, daß die von Seabridge vorgegebenen Zeitachsen keine Rolle spielen. Von wegen „ausnahmsweise“, nicht am Montag sondern am Dienstag bis 11 Uhr Womoabgabe im Hafen. Bei der weit außerhalb liegendenSpedition geht es im wesentlichen um das Bezahlen der ausgefertigten Ladepapiere mit Hafen bis 12.30 Uhr. Muss dafür dieser lange Weg sein, wo auch noch eine der 2 Brücken wegen Bauarbeiten gesperrt ist?

Wir genießen noch einmal Seeluft bevor wir die unkomplizierte Hafenabfertigung für unser Womo hinter uns bringen. Wichtig war die Unterschrift auf dem Anlieferprotokoll nach Abgleich der WDB Nr. und dem „Gasflaschen leer“.

Anstelle eines Taxis geht es auch gut vom Hafen mit dem Bus ins Zentrum von Halifax, befindet sich doch die nicht so weit entfernte Bushaltestelle oberhalb der mehrspurigen Durchgangsstraße. Allein ein Fußgängerüberweg fehlt.

Bevor wir vor Mitternacht von Halifax unseren Rückflug über München nach Münster antreten können wir noch einmal am Harborwalk gemütlich in der warmen Sonne auf einem der vielen Sitzplatzangebote bei unserem Spaziergang verweilen,

Unser Womo schwimmt inzwischen auf der „Atlantic Sail“, die von einer chinesischen Staatsreederei 2016 ausgeliefert wurde, und kommt planmäßig in Hamburg an, wo wir es wohlbehalten abholen, Allein der Zoll nervt wegen der Womo Zulassung vom Vortag und wittert zollpflichtige „Rückware“ ohne sich, abgesehen vom WDBabgleich, für uns zu interessieren.

Hinter uns liegt eine tolle unbeschwerte Zeit mit vielen schönen, auch familiären Erlebnissen.