3.2 Zweiter Reisebericht 2006_02

 

Antwerpen, Anlegeplatz AET Kai 1333

Wieder grüßen uns Heerscharen von Autos, diesmal aber nicht nur neue PKWs ein großes Feld Schrotautos wartet auf seine Abnehmer im Senegal. Wir scheinen im letzten Hafenbecken am Ende der Welt zu liegen. Der nächste Bushalt – Verrebroek- liegt ca. 3 km entfernt, wird uns am Terminal gesagt.

Wir haben Glück, nach wenigen 100m Fußmarsch, hält ein freundlicher Peugeotfahrer, dem wir schon im Terminal aufgefallen waren, an und bringt uns direkt ins Zentrum von Antwerpen, wo Montagmorgen noch alles schläft. Im „Hilton“ ergattern wir einen Stadtplan. Mit den notwendigen Sightseeinginformationen ausgestattet, geht es dann bei knapp über 0 Grad, natürlich auch ins Diamantenviertel. Geschäftliches Treiben, koschere Läden, eine andere Welt. Schon Kinder fallen durch ihren Habitus auf. Am berühmten Hauptbahnhof, der im Baulärm zu ersticken scheint, reihen sich die Schmuckläden aneinander. Teilweise 60 % Rabatt, heißt es, aber von was. Es hat uns nicht weiter interessiert. Viel spannender ist das Internetcafe gegenüber dem Hauptbahnhof. Der Stundenpreis (1€) erlaubt einen großzügigen Einstieg ohne große Sprachprobleme. In Flandern versteht man noch deutsch.

Zurück zum Schiff wollen wir mit dem öffentl. Nahverkehr. Metro und Bus heißt es, einfach Linkeroever, mit der Metro Endstation, weiter mit dem Bus 84 alles kein Problem. Denkste. Bei der Endstation findet sich ein großer Carrefour und Aldi, locken unsere Mitfahrer. Aber nichts was nach unserer Richtung aussieht. Der Hafenplan, den uns der freundliche Peugeotfahrer zum Abschied noch aus seinem Auto gab, zeigt es. Wir sind in die falsche Richtung, nach Merksem und nicht nach Zwijndrecht gefahren. Also kehrt Marsch in die nächste Metro voller Schüler in die entgegen gesetzte Richtung, wo man uns den richtigen Busbahnsteig zeigt. Der Busfahrer will oder kann mit unserem Hafenplan nichts anfangen. Wir landen mitten in Verrebroek an der Kirche. Eine Haltestelle zu weit wie wir schnell merken. Taxis gibt es nicht, eine Stunde Fußmarsch zum Schiff bei Nieselregen und aufkommender Dunkelheit. Zum warmen Abendessen kom

men wir aber pünktlich. Pasta, leckeres Fleischstück und zum Nachtisch Banane schmecken uns sehr gut.

Vom Auslaufen merken wir nichts mehr. Wir waren schon mitten auf der Schelde als wir quasi last -minute kurz vor 9 Uhr zum Frühstücken kommen.

Ein normaler Seetag, den wir im Wesentlichen auf der Brücke verbringen und Mails verfassen, die wir in Le Havre losschicken wollen.