3.5 Vierter Reisebericht aus Banjul/Gambia 2006_02

 

Soll noch ein weiterer Hafen in Westafrika angelaufen werden? Wir wissen es noch nicht. Dafür warnt uns der Kapitän wegen der allgemeinen „Großwetterlage“ (nach veröffentlichten Mohammedbildern) vor dem Landgang in Casablanca/Marokko (24.2.06)

1_3_06 Banjul Gambia 003 1_3_06 Banjul Gambia 005   Strassenszene in Banjul

Das freitägliche Casablanca – das ist „Sonntag“ – unsere erste Stadt in Afrika, begrüßt uns mit Frühlingswetter und vielen Menschen auf der Straße, die um 13Uhr auch als Gebetsstätte dient. So etwas haben wir noch nicht gesehen. Erdbeeren – die ganz großen – will man uns nicht verkaufen, das Internet akzeptierte € und $. Die größte Moschee mit ihrem 240 m hohen Turm grüßt auch noch beim Auslaufen.

Der Kapitän erahnt frühzeitig „marokkanische“ Zeit. Statt 18 Uhr rollen die Container bis nach Mitternacht und wir danach um am deutschen Karnevalssonntag 2006 erstmals einen puren Sonnentag mit sommerlichen Temperaturen wie auf einem Kreuzfahrtschiff auf dem Liegestuhl zu erleben. Abends gibt es gleich

Barbecue und wir können erstmals wie bei uns im Hochsommer bis Mitternacht draußen sitzen. (26.2.06). übermorgen steht Dakar/Senegal (28.2.06) – ihr kennt doch die Rallye Paris-Dakar- auf dem Programm. Für uns gibt es leider nur ein einstündiges Kurzprogramm.

Wenig Ladung entpuppt sich beim Zusehen als doch mehr. Müssen wir bereits wieder um 10.00 d.h. kurz nach dem Frühstück an Bord sein, dauern die zügigen Containerbeladungen bis fast 14.00. Bis sich dann der Lotse bequemt und die Leinen los sind kommt noch eine Stunde dazu.

Wie gerne hätten wir die Zeit in dieser afrikanischen Westküstenstadt besser genutzt. Wir gesellen uns mit unseren Mitreisenden quasi zu den vielen Gaffern –auch an Bord-, die den wenigen wirklichen Arbeitern zuschauen, wenn sie nicht gleich auf den Containern anscheinend lärmresistent ihr Nickerchen machen.

Nicht mehr Berber in ihren Kaftanen, jetzt bevölkern groß gewachsene schlanke rabenschwarze Menschen in abenteuerlichen Klamotten, die genauso exotisch aussehenden schmalen Strassen, auf denen sich das Leben abspielt. Unter Zelten vor den Häusern wird in Bolleröfen gegrillt und an Art Bierbänken gefrühstückt. Die morgendliche Markthalle quillt mit Tomaten, Auberginen, Gurken, rote Rüben und weißen Rettichen über. Die Erdbeeren lachen weniger wie auch das bei uns mittlerweile typische Obst. Dafür strahlt ein Blumenmeer (Gisela schwärmt von Bauernblumen).

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Seit 2 Tagen können wir Winter ade, Hochsommer juchhe singen.

 

Überraschung! Afrika wir bleiben dir erhalten!

 

Weiter geht es nach Banjul/Gambia, noch nie gehört(!), aber im Laptop bei Encarta gibt es Aufklärung. Für was doch Enzyklopädien alles gut sind! Im Gegensatz zu unserem Kapitän (dreckigste Stadt) positiv zu beschreiben sollen noch Conakry/Guinea und Freetown/Sierra Leone folgen, bevor wir den großen Teich überqueren.

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