4 Argentinien

 

4.1 Siebter Reisebericht von Buenos Aires 2006_03

 

Buenos Aires nach Mar del Plata (Ruta 11) 13.3. – 31.3 06

 

Alles verläuft wirklich problemlos. Der zivile Zöllner, der vorher die Papiere im Beisein des Schiffsagenten ohne mit der Wimper zu zucken in seine Formulare überträgt – ob der Autohaftpflichtversicherungsnachweis wirklich so wichtig war (?) – fährt in seinem PKW voraus. Mitten in der Stadt, in der Nähe des Bahnhofs Retiro, landen wir in Buenos Aires.

 

Um nicht ganz blank von Bord zu gehen, tauschte unser freundlicher Tischnachbar einige US$ gegen argent. Pesos. Die 1 Pesomünze sieht unserem 1 € zum Verwechseln ähnlich. Man benötigt Kleingeld um Bus zu fahren. Die Busautomaten wollen keine Scheine(!!) und wir haben nur den 1 Peso. Man muss sich um Kleingeld kümmern, um mit den pfeilschnellen, rappelnden, stinkenden, teilweise noch mit Handschaltung ausgestatteten Bussen unterwegs zu sein.

 

Die Linie 130, (ins Zentrum 2 x 0,80 Peso, zurück von Retiro 2 x 0,75) – der Tipp von Sonja und Klaus – bringt uns vom Planetarium (genauer Tennisclub Argentino mit bewachter Zufahrtsstraße, auf der wir stehen durften) mitten in einer Parklandschaft im Stadtteil Palermo überall hin. Oh wie ist man hier sportlich, man könnte fast neidisch werden. Neben großen Clubs überall Vorturner, teilweise mit Mikrofon, denen sich Massen am Wochenende anschließen. Und dazwischen die Hundeausführer, wahre Könner. Sie schaffen es, ihre großen Rudel mit unterschiedlichen Rassen, vom Kampfhund bis zum Pudel, viele Boxer, bei Laune zu halten. Der überschaubare Großstadtkern liegt vor unseren Füßen. . Auf der Einkaufsmeile „Florida“ findet sich alles was Frau kennt (Zara, Comma, Lacoast), viele Ledergeschäfte, Tangokünstler, halt das übliche Szenario mit Musikanten lebendigen Denkmälern und dauernd wird man angesprochen irgendwas günstiges zu kaufen. Unser Citibankgeldautomat neben C&A (man staune) verkehrt sogar mit uns in Deutsch. Die neugestalteten alten Hafenlagerhäuser zeigen die Zukunft. Eine Cowparade analog der Berliner Bären /Hamburger HH zeigte aktuelle Kunst am Rind. Wir haben wieder Handy. Die Prepaidkarte von Personal (50 Pesos incl 20 Guthaben) erweckt unser Handy und damit den direkten Kontakt, kostet doch ein Telefonat von Deutschland mit 0,09 €/Min so gut wie nix. Und da können die zu Hausgebliebenen normal mit uns telefonieren, wie schön (minus 5 Std)!! Natürlich geht das auch mit Internet (an jeder Ecke), das wir mit dem Stick bedienen.

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Was sollen wir von BA besonders hervorheben? Die Reiseführer haben mehr als Recht, es ist eine wunderschöne Stadt, die im Kern sehr europäisch wirkt. In unserer Ecke finden sich viele Italiener und Pizzaservice, die langsam fahrenden Taxis hoffen auf Fahrgäste. Die Polizei mit roten Warnwesten begegnet uns all gegenwärtig. Gewöhnungsbedürftig ist das Anstehen in Reih und Glied, sowohl auf dem Bahnsteig auf der Fahrt nach Tigres ins Delta, wie an der Bushaltestelle. Der passende Bus muss mit Handaufzeigen angehalten werden. BuenosAires_18_19_3_06_082 (11)

An der Atlantikküste sind die Strandtücher schon zusammengelegt, Herbst! (wir sind im Süden der Halbkugel). Ideale Verhältnisse für Womofahrer. In den Badeorten finden sich ruhige Plätzchen, ohne dass wir stören. Die armen Fische haben nichts zu Lachen. Am Wochenende stehen die Angler nebeneinander, die Möwen jagen im grandiosen Schauspiel in den Wellen.

Seeurlaub vom feinsten am Sandstrand. Die Sonne ist noch sehr warm. Baden scheint gefährlich. Überall sieht man rote Fahnen, und wenn man bis zu den Knien ins Wasser geht merkt man den Wasserdruck und ist sowieso spätestens von der 3. Welle durchnässt.

Arg.  Mendoza 26_27_4_06 032

Nun biegen wir planmäßig gen Nordwesten ab. Bahia Blanca , Ruta 22, nach Mendoza (Weingegend) auf der 40 zurück in den Norden. Patagonien, d.h. den 42. Breitengrad sollen wir – das haben uns Wolfgang und Irmi, die seit mehreren Jahren in SA unterwegs sind- um diese Jahreszeit keinesfalls überschreiten (zu kalt.)