47 Mexiko

 

47.1 Zweiundachtzigster Reisebericht 2012_11

Pazifik – Von Mazatlan nach Lo de Marcos/ Mexiko

Der Zuweg aus den Bergen zur Küstenstraße ist eine Großbaustelle für den neuen Autobahnanschluss nach Durango. Dafür ist die weitere Straße nach Mazatlan mittlerweilen 4-spurig kreuzungsfrei ausgebaut.

In Mazatlan treffen wir Jochen und Edi mit ihren Hunden Max und Moritz, die uns schon erwarten. Mit ihnen erkundigen wir auf langen Spaziergängen den Strand dieser Touristenhochburg. Zu unserer Überraschung ist genauso wie auf dem Campingplatz so gut wie nichts los. Alles wartet auf den großen Ansturm der „Snow Birds“ –Überwinterer- aus Nordamerika.

Die gemeinsame Woche verfliegt wie im Flug. Dank Jochens Fahrkünste erkundigen wir mit seinem Jeep u.a. die enge Altstadtgassen und die zentralen Märkte.

Unser nächstes Ziel „Playa Onac“ kennen wir schon. Umso überraschter sind wir, als wir schon von weitem große Staubwolken neben der langen Sandstraßenzufahrt sehen. An „Playa Onac“ soll ein neues Ferienparadies entstehen. Die Hälfte des Campingplatzes ist schon eingeebnet. Überall wurschteln Handwerker. Das scheint die wenigen kurz vorher angekommenen Kanadier, die gerade ihre Gärtchen vor ihrem großen Wohnmobil anlegen und mehrere Antennenschüsseln ausrichten, nicht weiter zu stören. Uns auch nicht. Die angenehme Brise treibt den Baustellenstaub und Lärm von uns weg, so dass wir nicht fluchtartig weiterfahren, sondern einige Tage den langen menschenleeren Strand bei unseren Spaziergängen und Badeausflügen allein genießen.

Die ins Auge gefassten kleinen Schönheitsarbeiten am Womo bei unserem Alleskönner David in Las Vargas fallen leider ins Wasser. Als wir bei der Werkstadt ankommen stehen wir vor einem geschlossenen Tor und alles ist picko bello sauber aufgeräumt. Klein David schaut verschüchtert aus einem kleinen

Guckloch der Wohnungstür. Man scheint uns noch zu erkennen, als auf einmal die ganze Familie ohne den großen David auftaucht, inzwischen Auswärts beschäftigt ist. Die Familie erwartet ihn wieder im Dezember, wo wir auch wieder kommen sollen. Uns ist das alles zu ungewiss, manana, manana??

In Lo de Marcos kommen wir auf dem Camping „La Parotis“, auf dem wir schon mehrmals standen, mit der Nachhut kanadischer Überwinterer an. Der Platz ist im Gegensatz zu den daneben liegenden gut ausgelastet.

Auch Jochen und Edi kommen nach. Wir verbringen wieder herrliche Tage miteinander, erkunden die Umgebung bis zum 60 km entfernten Puerto Vallarta. Die kleinen Küstenstädtchen in den wunderschönen bergumgebenen Buchten abseits der Mex 200 sind Touristenhochburgen. Zum nahen La Penita, einer größerem Städtchen, besteht schon 1 Stunde Zeitunterschied =8 Stunden, ohne das eine Zeitgrenze erkennbar ist.

Am Tag der mexikanischen Revolution von 1910 paradieren am 20.November landesweit die Schulklassen mit den unterschiedlichsten Bildern. Kindern, Eltern und Lehrer machen sich sehr viel Mühen, diesen Umzug zu einer Augenweide zu gestalten. Wir sind in La Penita bei diesem Spektakel mit dabei.

Auf dem Camping hat sich das Leben eingeschliffen und erinnert an ein Sanatorium. Morgens gibt es ein Sportangebot. Alle möglichen Verkäufer –Obst, Gemüse, Gas, Bäcker, einschließlich einer Köchin, die Bestellungen entgegennimmt und spätnachmittags das Essen bringt, kommen vorbei. Die Kanadier sprechen vom Paradies. Wir lernen u.a. was BYOB = bring deine eigenen Sachen mit- heißt. Die Kanadier sind musikbegeistert und zupfen ihre eigenen Instrumente bis hin zum Kontrabass. Mittags sitzt man in Reih und Glied mit den Hunden am Strand und stürzt sich ins gemeinsame Badevergnügen.

Mit der Dämmerung- es wird morgens um 7.30 Uhr hell und um 18.00 Uhr ist es dunkel- verkriechen sich alle außer uns in ihre großen Wohnmobile, der Fernseher läuft und man geht früh ins Bett, um neue Kraft zum morgendlichen Autowaschen zu tanken. So schön das ist, langsam wird es eintönig und Zeit zum Weiterfahren.

Heute starten wir zur Weiterfahrt auf die fast 1000km lange Küstenstraße nach Acapulco.