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6.1 Elfter Reisebericht 2006_07

Pantanal –Caceres – Nationalpark Chapada dos Guimaraes

Der Mittelpunkt Südamerikas zieht an und hält uns fest Die brasilianischen Fußballtränen trocknen schnell. Alle freuen sich auf dem Campingplatz OASIS –eine wahre Oase- beim Fernsehen in Feisals (Campingplatzbetreiber) Schlafzimmer mit uns über den deutschen 3. Platz bei der Fußballweltmeisterschaft, obwohl man eigentlich Portugal favorisiert. Auch beim Endspiel-Elfmeterschießen herrschte spannende Erwartung und ein wenig Schadenfreude. Brasilien Chapada Caming 5_7_06 035

 Mit Rosi und Klaus, sowie unseren Womos bilden wir eine große Familie nachdem 2 unserer Töchter, Britta und Katja, planmäßig in Cuiaba landen. Was für eine Aufregung vorher: Unser Womo springt nicht mehr an als wir mit Rosi und Klaus zu den nahen Wasserfällen wollen. Alles nicht so schlimm, denken wir. Klaus kann uns überbrücken, klappt aber genauso wenig wie anschleppen. Hilfe naht von quasi gegenüber, wo die Autobatterie professionell aufgeladen wird. Bei der großen Fehlersuche mit Hilfe von Klaus, der das notwendige Messgerät dabei hat, alarmieren wir auch unseren Womohersteller Robel in Emsbüren, der sofort schreibt was zu tun ist. Ein dickes Lob für Herrn Richter, der uns die Diagnosewege im Dialog per Mail zuschickt und ein neues Elektroversorgungsteil (EVS) unseren in Deutschland startbereiten Töchtern mitgibt.

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Wir wissen immer noch nicht, warum wir nicht bemerkten, dass sich das Gerät verabschiedete und die Autobatterie allein die Womostromversorgung übernahm, obwohl wir am Strom des Campingplatzes hängen und volle Batterien angezeigt sind. Vorzeichen deuten wir nicht richtig. Unser Laptop verabschiedet sich vorher nämlich immer wieder und das Kühlschranklicht brennt kaum noch. Wir glauben, dass die 110 Volt Campingplatzversorgung schwankt und unser Solar erst wieder aufladen müsste.

Brasilien 3_Pantanal_16_7_06 001 (112) Brasilien 3_Pantanal_16_7_06 001 (86) Brasilien 3_Pantanal_16_7_06 001 (66) Brasilien 3_Pantanal_16_7_06 001 (57) Brasilien 3_Pantanal_16_7_06 001 (26)Mit Britta und Katja, die vom deutschen Sommer in den brasilianischen „Winter“ mit über 30 Grad kommen geht es auf dem Weg ins Pantanal erst in die Nachbarstadt Caceres, die „nur“ ca. 200 km östlich von Chapada Richtung bolivianischer Grenze liegt ,zur Missionsstation von Markus, wo schon 60 sozialschwache Kinder in seiner Kita darauf warteten von Britta in den Mund geschaut zu bekommen. Eine beispielhafte super Disziplin der unterschiedlich alten Kleinen, die von morgens bis abends voll versorgt und verpflegt werden. Sie freuen sich riesig, wir auch und geniessen die Gastfreundschaft der Großfamilie von Markus Koschmieder (mgkhwh@terra.com.br).

 

Unser Gasproblem, im ganzen Bundesstaat Mato Grosso gibt es kein Propangas, hoffen wir durch Markus Hilfe gelöst zu bekommen. Unser amerikanischer Adapter passt nicht. Er kennt in Caceres scheinbar jeden und umgekehrt auch. Den uns fehlende Anschluss an unsere Gasflasche für den Gasschlauch müssen wir uns drehen lassen um von der brasilianischen Butanflasche umzufüllen. Jetzt können wir unsere Propan-Gasflasche mit landestypischem Butangas füllen.

 Für die 4 stündige Bootsfahrt auf dem Rio Paraguay organisiert Markus den notwendigen Sprit. Einen Vorgeschmack auf das Pantanal erleben wir in der tierreichen Uferlandschaft. Kaimane jeder Größe, der größte Storch –Tuiuius – , Reiher, Kormorane, Papageien und immer wieder Angler, die mit Flipflops neben den Kaimanen angeln. Keine Moskitos, der angenehme Fahrtwind, ein Erlebnis das sich dann im Pantanal auf der Tanspantaneira nach Porto Jofre fortsetzt.

Über 100 Brücken, die offensichtlich für uns alle gerade neu gebaut worden sind und trotzdem schon wieder für Schweißperlen und Umfahrungen sorgen begleiten uns in diesem riesigen Freilichtzoo. Eine unvorstellbare Fläche, fast so groß wie Frankreich, steht die Hälfte des Jahres unter Wasser. Wir erleben das zurückgehende Wasser, riesige Sumpfflächen, Wassertümpel, in denen sich die  Brasilien Pantanal_6_ 22_7_06 135 Brasilien Pantanal_Bootstour 12_7_06 006Brasilien Pantanal_4_ 17_7_06 017 Brasilien 3_Pantanal_16_7_06 001 (112) Kaimane zu Dutzenden tummeln, bzw. in der Sonne aalen. Wasserschweine, Wasserkühe, Hirsche die buntesten Vögel, die man sich vorstellen kann ein Tierstimmenorchester und das alles vor der Haustür. Nachts wird es angenehm kühl, gut dass wir noch Schlafsäcke für unsere Beiden dabei haben. Brasilien Pantanal_6_ 22_7_06 135 Brasilien Pantanal_6_ 22_7_06 113

Das Leben auf einer Poseida – Farm mit Hotel und Camping- genießen wir in großer Familienharmonie. Ob Ausritt zu Pferd, Bootsfahrt zu den Affen und Angeln von Piranhas, die hinterher den Kaimanen verfüttert werden, entspannen am Swimmingpool mit Savannenblick, Urlaub pur bei strahlend blauem „Winter“ Himmel. Zurück in Chapada sorgen Klaus und Rosi, denen wir durch Zufall auch im Pantanal begegnen und die aus Caceres zurückkamen, für die nächsten Höhepunkte. Gemeinsam fahren wir zur Diamantenmine, wo man noch wie in Vorzeiten gräbt, siebt und auch lebt, genießen frisch gepresster Zuckerrohrsaft und baden nicht nur im Fluß, sondern auch in den Wasserfällen. Bei strahlendem Wetter wandern wir entlang der Beckenbbruchkante mit breiten Schluchten, Inselbergen und Felsgebilden (Cidade de Petra),mit herrlichem Weitblick und beobachten blaue Papageien mit rotem Hals, wie sie sich durch das Tal schrauben.

Dass auch ein 4×4 Womo im tiefen Sand stecken bleiben kann, sorgt mehr für Gelächter. Viel zu schnell enden die 3 Wochen mit unseren 2 Töchtern, die wir bei 36 Grad in Cuiaba voll bepackt mit einem Teil Ballast von uns, wieder auf die Heimreise bringen. Danach lernt unser Womo eine brasilianische Mercedesinspektion kennen. Alle Filter und das Öl sind gewechselt. Auch ohne Laptop können die (notwendigen?) Servicearbeiten ausgeführt, die sich aus dem deutschen Mercedeswartungsheft für diese große Werkstatt mit extra Sprinterausweis, nur schwer erklären lassen. Eine brasilianische Wartungsabfolge gibt es hier nicht. Von dem Preis kann jeder deutsche Mercedesfahrer träumen.

Und jetzt erleben wir doch noch den „Winter“ in Chapada. Der lang angekündigte Wetterumschwung kommt mit Macht. Endlich können die Mützen, Handschuhe und dicken Jacken ausgeführt werden. Von jetzt auf sofort sitzt Chapada in den dicken Wolken die jede Sicht unmöglich machen. Es wird immer kälter die Temperatur halbierte sich auf 16 Grad und windgepeitschter Regen zwingt uns ins Womo.

 

Am nächsten Morgen ist der für 2 Tage angekündigte Spuk schon wieder vorbei, es ist durch den Südwind zwar kühler, aber wir sitzen immer noch ohne dicke Kleidung bei blauem Himmel draußen.

 

Jetzt geht es gemeinsam mit Rosi und Klaus Richtung Brasilia auf Nebenstraßen weiter, die teilweise durch Indianergebiet führen. Zwei Womos sollen für die notwendige Sicherheit ausreichen.