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46 USA und Mexiko

46.1 Einundachtzigster Reisebericht 2012_10

Vom Golf von Mexiko an den mexikanischen Pazifik

Mitten in der Sierra Madre de Oriente auf über 2800m in La Cuidad/Mexiko wird es bei Vollmond Zeit für den Oktober Reisebericht. Von über 20° Richtung fallen die abendlichen Temperaturen zusehends Richtung 0°.

Wie schnell verfliegen die Wochen mit unserem Besuch am Golfstrand von New Orleans bis Florida. Nach einem Regenwochenende in New Orleans begleitet uns herrliches Strandwetter vorbei an den Spuren vom Hurrikan Isaac, die noch unübersehbar unseren Weg begleiten.

Beim Abholen am Flughafen müssen wir eine Schrecksekunde überstehen. Das entscheidende Schild für die Höhenbegrenzung kommt erst unmittelbar vor der Ankunftshalle. Auf der mehrspurigen Einbahnstraße stehen wir entsetzt vor der für uns viel zu niedrigen Ankunftseinfahrt und müssen zurück. Das alarmiert sofort die Polizei, die für uns mit mehreren Streifenwagen die Zuwegung für die Ankunftshalle sperrt und unseren Rückwärtsgang zum Abflugsteg begleitet. Unsere Besucher hören zwar die Polizeisirenen, erwarten uns natürlich nicht beim Abflug, wo wir aber gut parken können.

91Natürlich lassen wir in New Orleans das lebendige French Quartier und die Bourbon Street mit Live Musik unterschiedlichster Stilrichtung nicht aus, die das Gegenteil vom puritanischen Amerika darstellen. Da können auch mit großem Kreuz und Bibel Bewaffnete wenig ausrichten, wenn sie mitten in der ausgelassenen Menge an das Seelenheil erinnern. Das Gegenteil bietet sich unmittelbar daneben an, wenn Adonisse mit knappem String die kreischende Frauenschar mit Tabledance einheizen bzw. aktiv für Striptease geworben werden.

Unsere 6 Monate in den USA laufen aus.

Wir folgen den Spuren deutscher Auswanderer, die Mitte des 18. Jahrhunderts nach Texas kamen, das sich gerade von Mexiko losgesagt hat.

Von der Insel Galveston vor Houston startete ihr beschwerlicher Weg in ein deutsches Siedlungsgebiet mitten im Comantschenland. Wir überqueren einen Colorado, aber nicht den, den wir aus Nevada kennen.

Die deutschen Spuren sind längst verwischt. In New Braunsfeld, Luckenbach und Fredricksburg erinnern noch touristische Highlights an die frühen deutschen Pionierzeiten im Texas Hill Country. Insbesondere sind es die so genannten Sonntagshäuser, die sich die deutschen Aussiedler im Ort bauten und als Wochenendunterkünfte dienten, wenn sie sonntags zum Gottesdienst gingen und ihre Einkäufe machten, gepflegt erhalten. Die 1847 erbaute Vereinskirche in Fredericksburg, diente als Kirche, Schule und zuweilen auch als Fort bei Indianerangriffen.

Auf unserem Weg durch die Steppe nach Eagle Pass, der Grenze zu Mexiko, überraschen uns ein Nachbau von Stonehage und Skulpturen aus der pazifischen Inselwelt.

Über den Rio Bravo kommen wir schnell ohne jegliche Kontrolle über die Grenze. Natürlich wissen wir um die Grenzformalitäten und müssen uns erst durchfragen, um aus den USA formell auszureisen und die mexikanische Migration zu finden, wo aber alles wie am Schnürchen läuft.

Mexiko heißt uns wieder herzlich willkommen.

Im musikdurchfluteten Supermarkt macht es richtig Spaß sich in den übervollen Obstregalen preiswert zu bedienen. Die Straßen sind lebendig, Wegweiser selten und Geschwindigkeitsbegrenzer- Topes- an der Tagesordnung. Aber dafür gibt es immer nette, hilfsbereite Mexikaner, die wissen, wo es lang geht, wenn wir mal wieder erfolglos kurven um auf unseren Weg zu kommen.

Das nordöstliche Mexiko bietet atemberaubende Wüstennatur. Wir erleben Regen mitten in der Wüste, der sich schnell von Pfützen zu kleinen Seen ausweitet.

Die angekündigten Schildkröten in den Wüstenwasserlöchern von Cuatrocienegas sehen wir nur auf dem Schild.

52Über Torreon kommen wir wieder nach Durango, das wir inzwischen schon ganz gut kennen, aber von dem chaotischen Verkehr völlig überrumpelt werden.

Jetzt genießen wir die herrliche Bergwelt mit tief eingeschnittenen Canyons der Sierra Madre Oriental. Unsere kurvige Straße führt auf fast 3000m durch eine der schönsten Gebirgslandschaften Mexikos.

Das Rückgrat des Teufels „ El Espancio del Diabolo“, das eine tiefe Schlucht in steiler Felslandschaft überbrückt, wird demnächst abseits liegen. Die neue im Bau befindliche Autobahn von Durango nach Mazatlan hat eine direkte Trasse und zieht sich unübersehbar mit Tunneln und Brücken wie eine hässliche Narbe ohne Wenn und Aber durch die Landschaft.

Im Internet lesen wir von den zerstörerischen Spuren, die der über der Ostküste auf unserer Sommerroute tobende Hurrikan Sandy hinterlässt. Die gesunkene Bounty II haben wir noch Anfang August im Hafen von Belfast besichtigt.

47 Mexiko

 

47.1 Zweiundachtzigster Reisebericht 2012_11

Pazifik – Von Mazatlan nach Lo de Marcos/ Mexiko

Der Zuweg aus den Bergen zur Küstenstraße ist eine Großbaustelle für den neuen Autobahnanschluss nach Durango. Dafür ist die weitere Straße nach Mazatlan mittlerweilen 4-spurig kreuzungsfrei ausgebaut.

In Mazatlan treffen wir Jochen und Edi mit ihren Hunden Max und Moritz, die uns schon erwarten. Mit ihnen erkundigen wir auf langen Spaziergängen den Strand dieser Touristenhochburg. Zu unserer Überraschung ist genauso wie auf dem Campingplatz so gut wie nichts los. Alles wartet auf den großen Ansturm der „Snow Birds“ –Überwinterer- aus Nordamerika.

Die gemeinsame Woche verfliegt wie im Flug. Dank Jochens Fahrkünste erkundigen wir mit seinem Jeep u.a. die enge Altstadtgassen und die zentralen Märkte.

Unser nächstes Ziel „Playa Onac“ kennen wir schon. Umso überraschter sind wir, als wir schon von weitem große Staubwolken neben der langen Sandstraßenzufahrt sehen. An „Playa Onac“ soll ein neues Ferienparadies entstehen. Die Hälfte des Campingplatzes ist schon eingeebnet. Überall wurschteln Handwerker. Das scheint die wenigen kurz vorher angekommenen Kanadier, die gerade ihre Gärtchen vor ihrem großen Wohnmobil anlegen und mehrere Antennenschüsseln ausrichten, nicht weiter zu stören. Uns auch nicht. Die angenehme Brise treibt den Baustellenstaub und Lärm von uns weg, so dass wir nicht fluchtartig weiterfahren, sondern einige Tage den langen menschenleeren Strand bei unseren Spaziergängen und Badeausflügen allein genießen.

Die ins Auge gefassten kleinen Schönheitsarbeiten am Womo bei unserem Alleskönner David in Las Vargas fallen leider ins Wasser. Als wir bei der Werkstadt ankommen stehen wir vor einem geschlossenen Tor und alles ist picko bello sauber aufgeräumt. Klein David schaut verschüchtert aus einem kleinen

Guckloch der Wohnungstür. Man scheint uns noch zu erkennen, als auf einmal die ganze Familie ohne den großen David auftaucht, inzwischen Auswärts beschäftigt ist. Die Familie erwartet ihn wieder im Dezember, wo wir auch wieder kommen sollen. Uns ist das alles zu ungewiss, manana, manana??

In Lo de Marcos kommen wir auf dem Camping „La Parotis“, auf dem wir schon mehrmals standen, mit der Nachhut kanadischer Überwinterer an. Der Platz ist im Gegensatz zu den daneben liegenden gut ausgelastet.

Auch Jochen und Edi kommen nach. Wir verbringen wieder herrliche Tage miteinander, erkunden die Umgebung bis zum 60 km entfernten Puerto Vallarta. Die kleinen Küstenstädtchen in den wunderschönen bergumgebenen Buchten abseits der Mex 200 sind Touristenhochburgen. Zum nahen La Penita, einer größerem Städtchen, besteht schon 1 Stunde Zeitunterschied =8 Stunden, ohne das eine Zeitgrenze erkennbar ist.

Am Tag der mexikanischen Revolution von 1910 paradieren am 20.November landesweit die Schulklassen mit den unterschiedlichsten Bildern. Kindern, Eltern und Lehrer machen sich sehr viel Mühen, diesen Umzug zu einer Augenweide zu gestalten. Wir sind in La Penita bei diesem Spektakel mit dabei.

Auf dem Camping hat sich das Leben eingeschliffen und erinnert an ein Sanatorium. Morgens gibt es ein Sportangebot. Alle möglichen Verkäufer –Obst, Gemüse, Gas, Bäcker, einschließlich einer Köchin, die Bestellungen entgegennimmt und spätnachmittags das Essen bringt, kommen vorbei. Die Kanadier sprechen vom Paradies. Wir lernen u.a. was BYOB = bring deine eigenen Sachen mit- heißt. Die Kanadier sind musikbegeistert und zupfen ihre eigenen Instrumente bis hin zum Kontrabass. Mittags sitzt man in Reih und Glied mit den Hunden am Strand und stürzt sich ins gemeinsame Badevergnügen.

Mit der Dämmerung- es wird morgens um 7.30 Uhr hell und um 18.00 Uhr ist es dunkel- verkriechen sich alle außer uns in ihre großen Wohnmobile, der Fernseher läuft und man geht früh ins Bett, um neue Kraft zum morgendlichen Autowaschen zu tanken. So schön das ist, langsam wird es eintönig und Zeit zum Weiterfahren.

Heute starten wir zur Weiterfahrt auf die fast 1000km lange Küstenstraße nach Acapulco.

47.2 Dreiundachtzigster Reisebericht_2012_12

 

Wieder in Acapulco/Pie de la Cuesta

Auf der Fahrt nach Süden schauen wir das Wochenende bei Brigitte und Harald vorbei, die in Punta Perula haushütend überwintern. Der ursprünglich schöne Campingplatz von Punta Perula ist heruntergekommen und eine Baustelle. Wir stehen auf einem bereits erschlossenen zukünftigen Bauplatz für mehrere Häuser. Es ist sehr heiß, die Sonne brennt auf das von Palmen befreite Grundstück. Am Strand ist wenig los und die Krokodile in der Lagune hinter dem Strand unsichtbar.

Die wenig befahrene Mex 200 lässt keine Küstenbucht aus. Kurvig geht es bergauf und bergab. Immer wieder versucht die Natur mit mannshohem Gras die Straße zu verengen. Obwohl wir diese Strecke schon mehrmals gefahren sind, gibt es immer wieder Überraschungen durch neue Baustellen bzw. neue Straßenabschnitte.

Die Militärkontrollen interessieren sich diesmal nicht für uns, auch die Polizei winkt uns durch.

Der Camping in Pie de la Cuesta wartet schon auf den großen Weihnachtsansturm. In den Toiletten wird noch gewerkelt, aber das stört wenig. Noch gehört uns der Campingplatz mit wenigen Bekannten fast alleine.

Unsere Womo-Einkaufsfahrt nach Acapulco entpuppt sich mal wieder als eine Sternstunde mit „netten“ Polizisten. Schon bei der Hinfahrt werden wir gestoppt, können aber ohne weiteres weiter fahren, als der Polizist uns als Deutsche identifiziert.86

Nicht mehr lustig ist es bei der Rückfahrt, als uns eine Polizeisirene und Lautsprecheransage stoppen lässt. Ein Polizist verlangt von uns für die jetzt auf teilweise 4 Spuren erweiterte alternativlose Küstenstraße die Straßenbenutzungserlaubnis, die für unser Fahrzeug erforderlich sei. Das würde bestraft und kostet richtig Geld, ohne dass er eine Summe beziffert. Ein bekannter Zockertrick, der bei uns nicht zieht. Schließlich reklamiert er schon lautstärker an Stelle der laminierten Kopie das Original des deutschen Führerscheins, den Gisela erst aus der Versenkung im hinteren Teil holen muss. Diese Klippe umschiffen wir mit dem internationalen Führerschein, den er nach lediglich Betrachtung des Bildes ins Womo zurückwirft, nachdem er in der Wartezeit immer unverschämter reagiert, als wir seine Legitimation verlangen. Er trägt nämlich kein Namensschild und an dem Uniformhemd ist auch nicht erkennbar zu welcher Polizei er überhaupt gehört. Kritisch wird es als der Polizist seine Schlagstockrute aus der Gürteltasche raus holt, auszieht und mit ihr rumfummelt, als wir blitzschnell den Fotoapparat zücken. Jetzt sieht er ein, dass er an die Falschen geraten ist, die nicht bereit sind „Weihnachtsgeld“ aufzustocken. Seiner abrupten Aufforderung „weiterfahren“ folgen wir lächelnd sofort.

Weihnachten verbringen wir mit Österreichern und Schweizern, die mit ihren MAN`s von Nord nach Süd bzw. Süd nach Nord unterwegs sind. Wir grillen gemeinsam eingekaufte Leckereien und lassen es uns bei angenehmer Wärme und Meerblick draußen sitzend gut gehen.

Jetzt ist auf dem vollen Campingplatz ein ständiges Kommen und Gehen.

An Silvester Jahreswechsel gibt es auf dem Camping wie immer eine große Fiesta.85

Alles, alles Gute für 2013.

47.3 Vierundachtzigster Reisebericht 2013_01

 

Acapulco – Pie de la Cuesta

Ein großes Strandfeuerwerk begrüßt pünktlich 2013.

Alle strömen von der Fiesta an den Strand um dieses Schauspiel zu verfolgen. Schon mittags wundern wir uns, was wohl die Polizei auf unserem Campingplatz sucht. Unter ihrer Aufsicht graben die Feuerwerker die großen Abschussbatterien unmittelbar vor unserem Strandzugang in den Sand.

Wir entzünden am Strand mit Fackeln chinesische Lampions die unsere Wünsche für das neue Jahr in den sternenklaren Himmel transportieren sollen und vom Wind weit auf das Meer getrieben werden.

Nach dieser Unterbrechung heizt der Discjockey weiter die tanzwütige Menge vor dem Schwimmbad an. Die große Campingfamilie, die teils schon seit Jahrzehnten mit Kind und Kegel über Weihnachten und Neujahr den Camping voll belegt. ist vollständig da. Wir zählen zu den „Alten“, die von den Jungen mitgerissen werden.

Mit dem Jahresanfang leert sich der Campingplatz schlagartig.

Jetzt sind wieder die Quebecer in der Mehrzahl. Bei unserer nachmittäglichen Boccia-Runde wird gemeinsam englisch sonst aber deutsch und französisch gesprochen.

84 - KopieZum abendlichen Highlight, dem berühmten Sonnenuntergang, treffen wir uns am Strand, beobachten die zwischendurch vorbei ziehenden Wale, springende Fische und zählen die in der Dämmerung anrückenden Nussschalen der Fischer, die wie an einer Perlenschnur gereiht täglich ihre Positionen einnehmen.

Die Fische haben nichts zu lachen. Sie werden gnadenlos von Mensch und Tier gejagt. Es ist immer ein Schauspiel, wie sich die Möwen, Pelikane und Fregattvögel auf die vorbeiziehenden Fischschwärme stürzen bzw. auf den Wellen reitend zuschlagen. Am Strand warten schon die Angler um mit ihren Schnüren und Wurfnetzen nicht zu kurz zu kommen

Langeweile kommt nicht auf.

Wir bleiben weiter an diesem tollen Strand und genießen das herrliche Wetter. 87

Der für die nächsten Tage annoncierte Verschiffungstermin von Veracruz bestimmt unsere weitere Planung.

47.4 Fünfundachtzigster Reisebericht 2013-02

 

Acapulco/Pie de la Cuesta

In netter Campingrunde genießen wir bei herrlichem Wetter unverändert das Strandleben.

Die für Anfang April, d.h. nach Ostern, geplante Verschiffung des Womos von Veracruz/Mexiko und unsere Rückkehr nach Deutschland sind noch nicht vollständig rund, was uns aber nicht aus der Ruhe bringt.

47.5 Sechsundachtzigster Reisebericht 2013_03

 

Acapulco/Pie de la Cuesta-Taxco-Mexicocity-Teotihuacan/ Pyramides

 

Aus Deutschland hören wir den ganzen März von Schnee und Eis während wir die tropische Sonne am herrlichen Pazifikstrand in Pie de la Cuesta -Acapulco bis Monatsmitte genießen.

 

Zum Abschied bringt eine Kaltfront Gewitter, die uns in die Bergwelt begleiten und in den Höhen (2000-3000m)sogar Schnee bringt.

 

Am samstäglichen Silbermarkt in Taxco scheint nur uns das regnerisch, kühle Wetter unangenehm. Durch die an den steilen Bergsträsschen ziehenden Marktstände rauscht das Regenwasser, aber die Mexicaner stört das kaum. Das geschäftige Gedränge geht weiter.

 

Umleitungs- und störungsfrei fahren wir auf der Insurgentis durch Mexicocity. Immer wieder wundern wir uns, wie es bestens ausgerüstete Radfahrer schaffen, gemütlich als Verkehrshindernis die rechte Fahrspur einzunehmen, ohne von quirligen Taxis „abgeschossen“zu werden.

 

Den Vulkankegel Popokatepetel sehen wir bis an den Fuß (2000m) schneeumhüllt.

Jetzt hat uns Teotihuacan wieder, das uns als Ausgangsbasis fur Mexicocitybesuche dient.

Den Ostersontag verbringen wir wie tausend andere bei den Pyramiden.

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Ende April geht unsere Reise zu Ende.

 

48 Zurück nach Deutschland

48.1 Siebenundachtzigster Reisebericht 2013_04

Von Mexiko zurück nach Münster, Womoverschiffung Veracruz -Bremerhaven

Als der Termin für die Ankunft der „Hoegh Maputo“ in Veracruz feststeht und der Ablauf mit dem Zollagenten Victor Lau (spricht deutsch) von der Fa. Beristain abgestimmt ist, gilt es auch für uns in Teotihuacan Nägel mit Kõpfen zu machen.

Den Stress über die USA zu fliegen wollen wir uns sparen. Den Direktflug mit Lufthansa von Mexicocity nach Frankfurt ist bei aller Recherche im Internet für eine Wegstrecke teurer als-Hin-Rück.

Auch das empfehlenswerte Hotel Colonial direkt am Zocalo in Veracruz und den ADO-Bus für die über 400km lange Wegstrecke zurück buchen wir via Internet. Alleine die Bezahlung des Busses, die innerhalb von 3 Std erfolgen muss, nervt. Unsere Karten werden nicht akzeptiert. Die Alternative Bezahlung scheitert anfangs bei der allgegenwärtigen Ladenkette Oxxo. Der Kassenscanner akzeptiert den ausgedruckten Strichcode erst in der farbigen Version.

Wieder einmal nehmen wir Abschied bei der liebenswürdigen und immer hilfreichen Mina in Teotihuacan.

In Veracruz treffen wir pünktlich auf Victor, der gleich wegen seines abgestürzten Laptops lamentiert. Unsere ihm vorab geschickten Papiere sind futsch und es dauert bis alles wieder neu und korrekt erfasst ist.

Wir trösten uns mit Kaffee und WiFi.

Danach fährt er mit uns, wegen unserer Erlaubnis bei der Zoll-und Drogenkontrolle im Hafen dabei zu sein, zu der Zollbehörde und dem Verlader um für den nächsten Tag die Termine festzumachen.

Das Womo wird am nächsten Morgen von einem Fahrer mit Hafenerlaubnis in den Hafen gefahren. Wir kommen später nach, müssen aber unsere Utensilien wie Fotos zurücklassen. Mit erlaubtem Fahrzeug und Fahrer fahren wir in Begleitung eines Mitarbeiters der Zollbehörde zurück zum Hafen, wo wir unser Womo schon von weitem sehen.102

Die Drogen und anschließende Zollkontrolle verlaufen zügig. Innerhalb von einer guten halben Stunde ist alles vorbei. Erst jetzt entfernt der mitgebrachte Zollmitarbeiter die 10 jährige Womovingette.

Zurück geht es nochmals zu den einzelnen Stationen um die Kosten und Gebühren bar zu entrichten.

In 2 Tagen ist alles geschafft.

101Wir genießen die sicherheitshalber eingeplante Veracruz-Woche. Von unserem großen Hotelzimmer sind es nur wenige Schritte auf die große schöne Dachterrasse mit Blick auf Zocalo und Hafen. Jeden Abend gibt es Livemusik zu der auf dem Platz auch getanzt wird. Auffallend ist, dass an der Stelle der sonst immer allgegenwärtigen Polizei diesmal schwerbewaffnete Militärpolizei, fast immer mit Gesichtsmasken, patrouilliert.

Zufällig sehen wir die „Hoegh Maputo“ fahrplanmäßig einlaufen. Als wir abends zum Hafen spazieren ist unser Womo, das wir am Vorabend noch auf dem riesigen Gelände ausmachen konnten, verschwunden.

Die täglichen 30 Grad am Atlantik mit seinem mehr grauen Strand sind nicht mit dem Pazifikstrand zu vergleichen, aber es hat uns in Veracruz auch ohne unser verschifftes Womo sehr gut gefallen, nachdem wir uns an das Leben im Hotel ohne Frühstück gewöhnt haben.

Die Fahrt mit unserem 1, Klassebus bringt uns in 6 Stunden zum Busbahnhof Mexico Tapo. Bei unserer Ankunft weint Mexiko. Dicke Regentropfen empfangen uns. Die Schlechtwetterfront kann uns aber nicht davon abhalten nach dem Einchecken und der mühsamen Suche nach einer Aufbewahrungsmöglichkeit für das Handgepäck nochmals mit der vollbesetzten Metro ins Centrum zu fahren.

Die pünktliche Lufthansa bringt uns in 11 Stunden nach Frankfurt, wo wir zügig und ohne Zollkontrolle auf unsere zeitgleich vorfahrende jüngste Tochter treffen.

Sie und ihr Mann bringen uns am Wochenende nach Münster, wo wir mit frischem Spargel den Abend genießen.

Jetzt verfolgen wir im Internet die „Hoegh Maputo“, die Mitte Mai unser Womo anlandet.

49 Ein erfüllter Traum

 

49   Ein erfüllter Traum

Die angeordnete strichprobenweise Beschaffenheitsbeschau bei der Zollstelle erweist sich als Lachnummer. Die gesuchte nette Zöllnerin begleitet uns nach einem Blick in den Computer kurz zum Wohnmobil und verabschiedet sich wieder nach Abgleich der Fahrgestellnummer.

Jetzt trennen sich unsere Wege, während die Damen etwas „Besseres“ vorhaben führt das neue GPS unser Wohnmobil auf verschlungenen Pfaden nach Hause in die Alfersheide in Münster/Gelmer. 104

Unsere Nachbarn sind bass erstaunt, wie gut unser Wohnmobil nach der strapaziösen Reise aussieht, als wir es vor der Haustür ausräumen.

Der deutsche Zoll mit seinem unverständlichem Bescheid, gegen den wir uns wehren, ist ein kleiner Wermutstropfen am Ende einer tollen, erlebnisreichen, unfallfreien ca. 170 000km langen Reise, die sich an der Königin aller Traumstraßen, der Panamericana, orientierte und uns den amerikanischen Doppelkontinent näher bringt.

50 7 Jahren, 3 Monaten, 6 Tagen…

 

Von den Endpunkten Feuerland an einem Rand der Zivilisation an den anderen in Alaska erleben wir in über 7 Jahren lediglich von Deutschlandurlauben unterbrochen unberührte Wildnis, Naturparadiese, Traumstrände, bizarre Mondlandschaften, Vulkane, Gletscher, Gebirge und Bergpässe über 5000m, untergegangene Kulturen, Indianerreservate, den Amazonas und immer freundliche hilfsbereite Menschen. Wir lernen das nicht nur „Bitte“ und „Danke“ sondern auch Deutsch, Alemania, Alemao, Germany Zauberworte sein können.

 

Wir sind froh, dass unsere Kinder, insbesondere unsere Jüngste mit ihrem späteren Ehemann das Angebot uns auf Reiseabschnitten zu begleiten, aufgriffen und mit uns unbeschwerte Tage an tollen Orten erlebten.

 

Unser Mercedes-Sprinter 313 CDI mit seinem Robelaufbau hat uns nie im Stich gelassen, eine Höhenkrankheit ist ihm fremd. Das Fahren auf halsbrecherische Straßen, Schlamm, Sand und mehrspurigen Autobahnen hat er bestens gemeistert, ohne dass die Prophezeiung, das schafft ihr und diese Kiste nie, die bricht zusammen, eingetreten ist. Das wir jetzt Reifen wechseln können, sogar einmal 2, steht außer Frage.

 

Wir haben keine Hauptstadt ausgelassen, nur wenige Campingplätze aufgesucht und viele weltweite nette Reisebekannte gewonnen.

 

Mit dem Internet sind wir gewachsen. Vom WiFi Finder über Skype, mit dem uns inzwischen die ganze Welt verbindet, Internetcafes ohne Internet, Tastaturen ohne lesbare Buchstaben, Viren, das haben wir alles gemeistert, einen Laptop vergeigt und bei unserem Lenovo 500 eine Tastatur erneuert. Mit dem SamsungTablet und Whatsapp eröffnen sich weitere neue Möglichkeiten.

 

Unserer Devise, alles kann, nichts muss sind wir immer treu geblieben. Einen Hinweis, es sei gefährlich, wie z.B. frei am Strand zu übernachten, haben wir nie außer Acht gelassen. Auch haben wir gelernt, mit Einbruch der Dunkelheit andere Regeln zu beachten und was man nicht offen trägt keine Begehrlichkeiten auslöst.

Nach den monatlichen Reiseberichten, zu denen wir uns manchmal am Ende des Monats zwingen mussten und den vielen Fotos und Filmchen, kommen 8 Reisetagebücher, die darauf warten gesichtet zu werden.

 

Einen herzlichen Dank an alle, die uns auf unserer Reise begleitet und unterstützt haben und wenn nötig mit Rat und Tat zur Seite standen.