Atlantik, von New York nach Mexiko

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Der Inselstreifen vor Atlantik City ist völlig mit nicht nur schicken Häusern zugebaut und im Winterschlaf. An unseren Surferstrand verlaufen sich nur noch die Harten, wozu wir uns in einer 20161007_133612windgeschützten Ecke bei Nordseesonnenwetter gesellen.

In New York reihen wir uns bei schönem warmen Spätherbstwetter in die Menschenschlange über die Brooklyn Bridge20161024_13263520161024_133446 20161024_114805ein und genießen am 20161024_130423Hudsonufer die letzten warmen Sonnenstrahlen, wenn die Kreuzfahrtschffe 20161021_171503auslaufen.

Hauseingängen, sogar ganze Straßenzüge schmücken sich für Halloween. Jeder fühlt sich bemüßigt etwas Dekoratives beizutragen. Spinnenwebennetzte, Skelette, Strohfiguren, große geschnitzte Kürbisse, Grabsteine, die keltische vorchristliche Mystik feiert fröhliche Urstände.20161013_113438 Uns erinnern die Halloweenkostüme an Karneval. Hochkonjunktur für die kostümierten Kinder, die mit speziellen großen Halloweeneimern mit einem „Happy Halloween“ im vorbeiziehen Süßigkeiten bei den Geschäften und Hauseingängen wo sie schon erwartet werden einsammeln.

Erstaunlich was alles für Kinder geboten wird. Tolle Spielplätze sogar für die Kleinsten abgetrennt.

Nach dem 3. Geburtstag von Marie starten wir wieder gen Süden.

Von der US Präsidentenwahl lesen wir mehr im deutschen Internet. Das Straßenbild bestimmt in allen von uns durchreisten Bundesstaaten „Trump“. Nur in Philadelphia stehen einige „Hillary Flyer“ am Straßenrand, sonst ausschließlich „Trump“. Sogar „Hillary Prison“ heißt es auf unserer Route entlang den Appalachen durch Nashville, in20161108_114220Memphis/Tennessee 20161109_122837über den Mississippi nach Arkansas,20161110_134655 Louisiana und Texas.

Wenigstens hat der „Spiegel“ einmal die US-Präsidentenwahl sachlich beschrieben und verdeutlicht wie unterschiedlich jeweils Wahlverfahren und Abläufe zur Feststellung der feststehenden Wahlmännerzahl eines Bundesstaates sind.

Nicht nur auf der Interstate auch auf den breit ausgebauten mehrspurigen Straßen lassen sich in den USA Kilometer fressen. Wir gewöhnen uns daran, daß Abbiegespuren zum Abbiegen verpflichten, links und rechts überholt wird und bei Kreuzungen mit Halteschildern das Prioritätätsprinzip gilt. Die vielen Reifenreste auf der Straße lassen nichts Gutes erahnen. Als sich beim gerade überholenden LKW die hinteren Zwillingsreifen mit einem lauten Knall verabschieden fliegen uns die Reifentrümmer um die Ohren. Wir haben Glück uns passiert nichts.

Die Städte gleichen sich mit ihren Malls genauso wie die kleinen Orte, die als „historisch“ bezeichnet sind.20161111_12103020161119_12545920161118_13421820161112_131946

 

 

 

 

In Rio Grande City 20161122_113103erwartet uns nach der vergitterten Grenzzufahrt überraschend erst einmal eine Brückenzollzahlstelle, die wir erst als US Grenzabfertigung glauben. Auf der längeren einspurigen Brücke staut sich schon eine LKW Schlange. Als nachfolgende PKWs vorbeidüsen schließen wir uns an kommen aber kaum in die höhenbegrenzte Grenzabfertigung. Alles bekannte Routine wie Womobesichtigung mit Hund. Die einschlägigen Schalter befinden sich unmittelbar vor Ort. Ein älterer wohlbeleibter Uniformierter winkt uns zu sich ins Büro als wir ihm unsere Pässe durch das große Schalterfenster zustecken wollen. Wir dürfen vor seinem großen leeren Schreibtisch Platz nehmen. Neben seinen Dauertelefonaten erledigt er unsere Einreiseformalitäten. Dann muß das Eintrittsgeld von 390 mex Pesos ( ca 20€ )p.P. am nächsten Schalter entrichtet werden und mit der Quittung erhalten wir unsere mit 180 Tagen gestempelten Pässe. Zurück zum selben Zahlschalter mit Pass,internationaler Zulassung und Führerschein dauert es länger. Wir sind anscheinend für den jungen freundlichen Beamten etwas Neues und unser Wohnmobil findet sein besonderes Interesse. Er fotografiert es von Innen und Außen bevor jetzt nicht Pesos sondern 60,- US$ für 10 Jahre Womo Mexikoerlaubnis fällig werden. 6 Monate kann er nicht.

Wir sind in Mexiko, wo wir schon öfters waren
eine gefährliche Situation? aber alles nicht so schlimm

Nach gut 1 ½ Stunden Grenzabfertigung machen wir uns auf den direkten Weg nach Montemorelos, ohne zu ahnen daß es sich bei dem zu querenden Zipfel von Tamaulipas nach Nuevo Leon um ein als gefährlich verschriehenes Gebiet handelt.20161118_165753

Kurz vor der Provinsgrenze wollen wir eigentlich bei einem Stausee pausieren, als uns ein lichthupender Pickup mit texansichen Kennzeichen überholt und sich quer auf die Fahrbahn stellt. Der normal gekleidete Fahrer hält ein Schnellfeuergewehr schußbereit, um die Hüfte trägt er ein Pistolengurt an dem eine großkalibrige Pistole hängt. Mit Handy/Walky im Dauergespräch am Ohr will er uns kontrollieren. Wir verstehen nichts und wollen vergeblich seinen Ausweis sehen, bevor er einen Blick ins Womo werfen will. Nach längerem hin und her verzichtet er auf die Kontrolle und lässt uns passieren. Auf unsere Pause verzichten wir.

Nach dem aufgelassenen Kontrollstützpunkt an der Provinzgrenze zu Nuevo Leon das selbe Spiel. Diesmal stoppt uns ein weniger bewaffneter, dafür agressiver Auftretender ebenfalls im Dauertelefonat der uns zur Umkehr auffordert und unser GPS will, aber die Fahrbahn freigibt um 2 Fahrzeuge passieren zu lassen, nicht uns. Zu ihm gesellt sich ein am Straßenrand im Busch postierter Mann mit Limoflasche, der auf den mit offener Tür auf der Pickupsstufe stehenden Telefonierer einwirkt und uns verdeutlicht, daß der Boss schon unterwegs sei. Wenig später hält ein Pickup ebenfalls mit Texaskennzeichen hinter uns. Eine Mittelalte, ein älterer und ein jüngerer Mexikaner übernehmen jetzt, während die bisherigen nur noch Zuschauer sind. Es geht um Waffen, Drogen und die Frage nach Ropa = Kleidung. Unsere „Pässe“ werden interessiert kommentiert, die geforderte Womoinspektion – wir gestatten es nur der Mexikanerin- erschöpft sich mit einem Blick durch die geöffnete Tür. Anders als beim Zoll interessiert die große Seitenklappe, die zu tiefen folgenlosen Blicken führt.

Mit dem Hinweis bis zur Ortschaft China könnten wir ungehindert weiterfahren und der Erklärung, sie müssten sich vor Drogen, Waffenschmugglern und der korrupten Polizei schützen, werden wir höflich und entspannt verabschiedet.

Erst beim Weiterfahren merken wir, daß sich auf der 80 km langen Strecke bis China immer wieder am Straßenrand im Gebüsch offensichtliche Wächter verstecken und in einer kleinen Ortschaft ein texanischer Pickup startbereit wartet. Im nachhinein lesen wir, daß in der Region ein erbitteter Bandenkrieg statt findet.

Als wir vor der Ortschaft China die 4spurige Nationalstraße queren fährt gerade ein Militärkontrolkonvoi vorbei wo die Soldaten typisch mit schußbereiten Gewehren auf der Pritsche stehen. Wir können uns nur fragend anschauen warum sie nicht auch auf unserer gefahren Strecke patrolieren.

Für uns geht es weiter stramm Richtung Mexico City. In Montemoralis spazieren wir durch die Innenstadt zur Bargeldversorgung. Immer in der Ebene zieht sich unsere Straße mit wenigen kleinen Orten und Häusern. Wir passieren nach Ciudad Victoria den nördlichen Wendekreis Tropica de Cancer d.h. bis zum Äquator sind es Luftlinie 2609 km.20161126_163713_HDR 20161124_123046Vorbei an CD Mante und CD Valles wird die Landschaft tropisch, an den Straßenrändern reihen sich in den kleinen Ortschaften Stände mit Südfrüchten und großem Blumenangebot.20161126_16464220161126_163302

 

 

 

Ab Japlan, 20161128_102122die franziskaner Kirche ist Weltkulturerbe, geht es richtig in die Berge und das gleich richtig hoch. Die gute einsame Straße schlängelt sich wie ein Pillewurm durch20161127_10360020161128_155749 20161130_170146Berg und Tal. Wir sind von der Landschaft fasziniert. Auf 2800m merken wir schnell, daß die Luft dünner wird. Auch in Bernal, wo der 3. höche Monolit der Erde in den Himmel ragt sind es noch 2500m.20161128_173331 Im gleichhohen Altacomulco überrascht uns ein Weihnachtsmarkt20161130_170456 ohne Glühwein und Fressstände, dafür mit vielen bunten Lichtangeboten.

Toluca liegt auch auf 2800m. Wir erkennen die Stadt mit neuen Hochstraßen, Unter- und Überführungen und einem chaotischen Verkehr nicht wieder. Die vielen Topes und Schlaglöcher und der Staub machen uns ganz schön zu schaffen.20161202_151054_HDR20161201_12233820161201_120216

Wir sind froh nach der Höhe in 31 km Autobahn 900 Höhenmeter tiefer bis Ixtopan del Sal zu kommen,von wo es weiter vorbei an Mexico City an den Pazifik nach Acapulco gehen soll.20161202_15364320161202_150033

Der Höhengeburtstag Jörg Erichs auf über 2800m bleibt sicher unvergessen. Bei den vielen Mails und Telefonaten auch auf Whatsapp muß das Ständchen von Marie für Opa mit unseren Geburtstagsliedern besonders hervorgehoben werden. Sie singt richtig schön und textsicher. Ihr abschließendes Happy Birthday mit …Marmelade im Schuh, Aprikose in der Hose und ihr Kommentar, das singen wir immer so entzückt genauso wie Paulas Opa Rufe.

Am Atlantik von New Jersey nach Deleware

 

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Es ist nicht leicht ein frei zugängliches Strandstück (09/2016) zu finden. Wellenreiter mit ihren Brettern unterm Arm zeigen uns den Weg zu einer unauffälligen Treppe zum Strand in einer Villengegend mit Ferienhäusern und Wochenenddomizilen, das auch die Rehe kennen.20160922_180651

 

Bis zum 1. Montag im September – Laborday- dem Ende der Hochsaison, manche sagen auch Sommerende, ist am Strand und den anschließenden Seebädern sehr viel los, Schwimmen aber verboten. Dafür können sich die Wellenreiter in den dunenbegrenzten Wellen richtig austoben. Es ist ein Schauspiel wenn immer wieder Artisten auf den Wellenkämmen reiten.20160910_152025

Die Infrastruktur in der dicht besiedelten Küstenregion lädt uns zum Verweilen. Auf dem riesigen Parkplatz bei Walmart finden wir ein ruhiges Eckchen mit WIFI und bei Aldi gibt es sogar die „deutsche Woche“ mit Pumpernickel.20160927_155550_HDR Endlich wieder richtiges schwarzes kräftiges Brot mit langem Haltbarkeitsdatum. Wir sorgen richtig vor.20160906_090457

 

 

 

 

 

Als der Hurrikan „Hermine“ entlang der Ostküste tobt, bietet unser Parkplatz bei Walmart Schutz als Sturm und Regenausläufer auch auf uns treffen. Nach den großen anfänglichen Schäden im Süden verlagert sich der Hurrikankern weiter auf das Meer, sodass hier alles glimpflich davon kommt. Allein die Flutwellen verändern den Strand.

In den Schlechtwettertagen erkunden wir unsere Umgebung völlig untypisch für Einheimische zu Fuß. Fußgänger sind hier nicht vorgesehen. Wenn überhaupt enden Bürgersteige gerne abrupt, Vor den riesigen Parkplätzen der angrenzenden Malls gibt es zwar Fußgängerampeln aber keine Fußwege. Man läuft nur vom Parkplatz zum Einkaufen und zurück, was bei der Hitze von über 30°teilweise verständlich ist.Von Klimaanlage zu Klimaanlage, wir hören sie überall laut brummen und surren. Amerikaner erscheinen uns lärmresistent.

Auffällig empfinden wir die große Polizeiwagenpräsenz. An (unserem) Strandzugang stoppt alle paar Minuten ein Wagen Wir fühlen unser Womo sicher abgestellt.

Als wir den Geburtstagsbrief für unsere Enkelin Paula extra bei der US-Post abgeben wollen, bemerken wir beim Aussteigen blickende Polizeiautos, die uns umstellen. Ich werde ins Womo zurückbeordert. Als Gisela, die das Ganze erst gar nicht mitbekam aus dem Womo aussteigt, stockt ihr der Atem als eine Polizeipistole auf ihre Brust gerichtet ist.

Unser Nummernschild passt mal wieder nicht ins Bild. Das Womo müsse in der USA zugelassen sein, Typisch was die Polizei nicht kennt muß illegal sein. Das und das Prozedere kennen wir schon. Es dauert bis wir Reisepässe, Versicherungsnachweis, Führerschein- der deutsche Internationale Führerschein wird nicht anerkannt und unser deutscher Führerschein ist völlig fremd- zurückbekommen.

Endlich können wir den Brief bei der Post aufgeben, aber er ist bisher nicht angekommen!

Der Herbst holt uns mit Regenschauern ein. Es hat stark abgekühlt und mit den dünnen Sommerhosen ist es vorbei. Hoffentlich nicht für lange.

Die Brückenpfeiler der Deleware Memory Bridge, über die wir den dicht be- und zersiedelten Garden State New Jersey verlassen, sehen wir nicht, es herrscht dicker Nebel. Der Kassierer an der Mautstelle verlässt seinen Platz um sich zu überzeugen, daß wir keine Zwillingsreifen an der Hinterachse haben. Wir fallen wie immer unter den Normaltarif von 4 $.2016_09._1jpg

Wilmington ist die größte Stadt von Deleware, dem zweit kleinsten Bundesstaat der USA, das gerade mal 150 km lang und an seiner breitesten Stelle 56 km misst. Die schwarzen Nummernschilder mit gelben Buchstaben und Ziffern mit dem Zusatz „The first State“ erinnern daran, daß Deleware als erste Staat die US Verfassung unterzeichnete.

Kanada/USA Quebec-New Hamshire-New York City

Endlich ist Hochsommer, den wir im Norden lange vermißt haben.

Quebec (8/2016) verlassen wir über die St. Lorenzstrombrücke.20160802_122036

In St. Marie telefonieren wir mit unserer Enkelin Marie und erzählen ihr, daß wir in einem kleinen Dorf St. Marie stehen. Ihre spontane Antwort „ ich bin doch kein Dorf, ich bin die Marie“.20160802_132407

Abends schauen wir beim Rollhockeytournier zu.20160803_200159 Super schnell, hart aber fair, fliegende Wechsel, allein der Torhüter trägt Schuhe. Sonst verläuft alles wie beim Eishockey, dem Volkssport der Kanadier.

In Thredford Mines erinnern rießige Halden an die große Vergangenheit der einst weltgrößten Chrysotil=Asbestweltabbauregion. Als sich Asbest gesundheitsgefährdend heraus stellte schlossen die großen Minen 2012. 20160805_142126Das Minensterben überträgt sich unübersehbar auf den Ort und seine Malls.

Wir nähern uns den Appalachen und sagen Kanada ade. Vorher genießen wir aber noch die herrliche Seenlandschaft. Auf einer 700 m Passhöhe ist der US Grenzposten. Mitten in der Natur steht ein Hochsicherheitstrakt. Die USA schützt sich hinter einem hohen Zaun mit Stacheldraht, Ampel und Schranken. Natürlich kennen wir die üblichen Fragen nach dem woher und hin, frischen Essbaren. Allein die überschaubare Größe unseres „kleinen“ Kühlschranks fällt auf. Wir sind die einzigen an diesem wenig frequentierten Grenzübergang nach New Hampshire der nachts geschlossen ist.Es dauert lange die für uns erforderlichen Programme aufzurufen und alle möglichen Daten, erstmals auch von unserem Womo, zu erfassen. Stöhnen und Haare raufen, Telefonate, immer wieder Stecker ziehen bis wir endlich unsere 6 $ Eintrittsgeld bezahlen und für 6 Monate in den USA bleiben dürfen.20160806_18014620160807_084457

Jetzt haben die Autos auch wieder vorne Nummernschilder und diese erinnern mit „Frei oder Tod“ an die Historie. New Hamphire erklärte als erster seine Unabhängigkeit. Hier hat Donald Trump , der Amerika wieder groß machen will, eine Hochburg was die vielen blauen Präsidenschafts-Flyer am Straßenrand,Häusern u nd Fahrzeugen zeigen. Für eine Präsidentin Hillary Clinton tritt keiner öffentlich ein.

Vorbei an den nummerierten Connecticut Seen fahren wir länger durch die waldreiche Region bis zur ersten Einkaufsquelle. Unterwegs begegnen uns auf dieser kurvenreichen Straße mit zahlreichen Baustellen und nicht asphaltierten Nebenstraßen Quads und helmlose Motorradfahrer. Freiheit geht hier über Sicherheit.

Breite Streifen und Lifte aller Art durchziehen bewaldete Hänge. Wir befinden uns in einem Wintersporteldorado im Einzugsbereich von Boston.IMG_1454

Die US Preise toppen, abgesehen vom Diesel,der bei Barzahlung noch einen Preisnachlaß erfahren kann ( ca. l 0,60 € ), Kanada, das wir von früher noch teurer in Erinnerung hatten.

Für New York machen wir noch in Keene einen Zwischenstopp bei ALDI mit seinem im Vergleich deutlich preiswerteren beschränkten Angebot.

Als wir bei Walmart einen neuen Garmin mit aktuellem GPS , auch für Mexico und Kanada erstehen wollen, erschreckt uns eine ohrenbetäubende Sirene. Feueralarm.  Alle stürmen aus dem Laden und warten verstreut vor dem Eingangsbereich. Wir sehen nichts auffälliges als wir durch die Verkaufsregale eilen.20160809_201636 Es dauert überraschend lang bis Feuerwehrmänner in voller Montur mit Atemschutz den Laden betreten. Nach über 2 Stunden, wir sitzen gemütlich beim Abendessen im Womo lösen sich die Grüppchen der Wartenden auf. Als wäre nichts geschehen geht der Verkauf weiter. Fehlalarm!IMG_1480

Die atemberaubende Kulisse von Manhattan genießen wir von der anderen Hudsonuferseite.20160814_174831 20160820_123624Dieses Mal klappern wir die typischen Sehenswürdigkeiten bei über 30° von Manhatten ab.

Wir merken schnell, wie wir zu Hause vom öffentlichen Nahverkehr verwöhnt werden. Es gibt keinen Verbund, keine Niederflorbusse. Viele Bahnstationen sind nicht behindertengerecht. Wir klappern die einschlägigen Highlights ab. Ärgern uns wenn in den langen Untergrundbahnhöfen, mit vielen Treppen Aufzüge fehlen. Mit der Path unterqueren wir den Hudson. Eine Endhaltestelle ist der noch im Bau befindliche World Trade Center Complex, den wir durchstreifen und andächtig vor dem tiefen Loch mit seinem Wasserspiel vom alten World Trade Center stehen.20160823_124547 Eine Heerschar von Arbeitern und Aufsehern richten im Eingangsbereich der neuen Bahnhofshalle Geschäfte ein, die am späten Nachmittag schon teilweise verkaufsfertig wirken. Auffällig sind die viele Polizei und Mitilär. Bei unserem Ausflug nach State Island fallen uns an der Fähre Hundeführer mit ihren Hunden bei der Gepäckkontrolle auf.20160815_131216

Freiheitsstatue, Broadway, 5th. Avenue, Centralstation, Tiff20160823_124829any, little Italy,

20160823_135443Chinatown, Washington- und Centralpark, die bekannten Hochhäuser, abends merken wir unsere Füße.

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Mit dem Womo durch die dichtestbesiedelte Gegend der USA mit einem verwirrenden mautpflichtigen Straßensystem ist ein Abenteuer für sich. Wenn dann auch noch Bauarbeiten und Brückensperrung dazu kommt, heißt es Kilometer fressen.

Jetzt touren wir wieder entlang der Ostküste und genießen den Atlantikstrand vor Neptune.

Kanada – Neufundland-Labrador-Quebec

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Der Juli  2017 verabschiedet sich in Quebecs Metropole mit Sonne pur. Zu unserer eigenen Überraschung landen wir wieder bei dem uns von früher bekannten Walmart bei dem man am Wochenende ab 17 Uhr nicht mehr einkaufen kann.

Maxi quasi auf der anderen Seite des kilometerlangen Parkplatzes schließt erst um 22 Uhr, das Abendessen ist gerettet und beim Biereinkauf staunen wir nicht schlecht über eine Werbeaktion. Der Einkaufspreis wird um die sonst aufgeschlagene Steuer reduziert. Heute schmeckt uns das Bier mal wieder !!

 

20160731_12334720160731_151055Quebec, ist mit 400 jähriger Geschichte an der Engstelle des St. Lorenzstroms die einzige Stadt in Nordamerika mit Stadtmauer, Festung, europäischen Flair fest in Tourihand. Wir flanieren im Strom der vom Kreuzfahrtschiff, Bussen und dem Urlaubswochenende angelockten Gäste zu den Sehenswürdigkeiten und kleinen schicken Gassen und genießen Ober- und Unterstadt. Nach vielemTreppen auf- und ab erwarten uns in unserem Womo ein leckeres Eis mit Blaubeeren.

 

IMG_1392Während Quebec als Weltkulturerbe im Gegensatz zu den bisher so ausgezeichneten beeindruckt kommt uns an das Weltkulturerbe Wikingersiedlung am Monatsanfang in den Sinn. Ein überschaubarer Hüttennachbau jüngster Zeit der daran erinnert, daß Wikinger schon um 1000 entweder vom Sturm gebeutelt oder wie später europäische Fischer gezielt auf der Jagd nach Dorsch bereits ab dem 1600 Jahrhundert an Neufundlands Gestaden bei den wenigen einheimischen Fischern und Jägern wilderten. Sie bereiteten ihnen das gleiche Schicksal wie vielen anderen Naturvölkern Nordamerikas und rotteten sie bereits in der 1. Hälfte des 1900 Jahrhunderts aus.

Den Weg zu den Eisbergen führt uns kilometerfressend ins Landesinnere auf einem Straßendamm durch unbesiedelte Moor und Waldlandschaften. Ab und zu stehen am Straßenrand verlassene Wohnanhängergruppen von Straßenbauarbeitern. Ins Auge stechen neben der Straße weit entfernt von jeglicher Bebauung im Moor angelegte Kleingärten, die mühsam von mit Moskitonetzen a la Imker Verkleideten bewirtschaftet werden. Was da wohl wachsen soll? Ein verärgerter Kleingärtner schimpft auf die Bären, die schon wieder seine Setzkartoffeln ausgruben. Für die Eigenversorgung erscheint der Garten als Hobby und tropfen auf den heißen Stein. Aber wenn wir uns die Lebensmittelpreise in den kleinen Supermärkten ansehen, die teilweise sogar das Lager integrieren und im Eingangsbereich den langen Winter mit hohem Schnee erahnen lassen, wissen wir warum diese Leute ihre Gärten lieben.20160702_120450

 

20160702_113944Wenn nur nicht die vielen Mücken, Fliegen und sonstigen Pickser wären, die uns ins Womo verfolgen und uns zwingen unser Moskitonetz nachts wieder aufzuspannen. Da gibt es nicht nur 7 auf einen Streich auch Giftwolken müssen genauso wie die Taschenlampe zum Ausleuchten helfen wenn es immer noch um unsere Ohren surrt.

Vor der Küste sehen wir zwar Fischerboote und große Stapel von Hummerreusen aber keine Möglichkeit zum Fischkauf. Saisonende und Fangrestrekionen.

20160704_113633IMG_1261Für Quads und Schneemobile gibt es eigene und gut ausgebaute Wege. Wir lachen vor einem überschaubaren Rundgang zu erdgeschichtlich weißen Steinen, die zu den ältesten Oberflächengesteinen der Erde zählen, über ein großes vorsorgliches Warnschild für den kurzen gebretterten Pfad durchs Moor.

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IMG_1252IMG_1296Die Eisbergallee verdient auch noch im Juli ihren Namen. Ihr entlang treibt der kalte Labradorstrom Eisberge aus Grönland und der Polarregion an Neufundlands Nordostküste vorbei. Wir stehen staunend vor gestrandeten Eisgiganten, die unaufhaltsam vor sich hin tauen. Auch wenn der größte Teil unter der Wasseroberfläche verborgen bleibt begeistern bizarre Formen und blaue Bänder durch die weiße Pracht, wenn das Wasser in den Rissen wieder gefriert.

 

20160701_173740Ein Highlight als sich auch noch Wale um eine Eisinsel tummeln.

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Von Neufundland setzt die Fähre begleitet von Eisgiganten nicht unmittelbar nach Labrador, sondern nach Blanc Sablon, Quebec, über. IMG_1296

Hier stoßen wir auf die Geschichte der „Bremen“ die am 16. April 1928 als 1. Flugzeug den Weg von Europa nach Nordamerika schaffte. Bisher hatten wir immer nur von den damaligen Helden der umgekehrten Richtung gelesen. Im Blindflug und mit 2500 l Sprit schafften 3 mutige Männer hier 4 Tage nach dem Abflug in Irland eine Crashlandung .20160704_135024

 

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Der 1800 km Labradorhighway anfangs entlang der Küste dann als Schotterstraße durch ewige Wälder und Moore bei regnerischem kaltem Wetter ist kein besonderes Abenteuer mehr. Obwohl als längste und einsamste Straße noch im Internet beschrieben lassen wir schnell die Strichliste zur Verkehrszählung. Auch das empfohlene Angebot sich ein Satellitentelephon auszuleihen erweist sich als gestrig. Die vielen Karibus, Elchen und Bären begegnen uns nicht, bzw. nur vereinzelt.

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20160704_173709Schon weit vor Happy Valley Goose Bay klären neue Stromtrassen, daß der Labrador Highway als Erschließungsstraße für den aufwendigen Bau von Strommasten im Moor dient und im letzten Stück über 80 km sogar schon geteert ist, was wir auf der neusten offiziellen Karte noch nicht sehen können.

 

20160706_173824Die riesige Baustelle Wasserkraftwerk Muscat Falls in der Nähe von Happy Vally Goose Bay das 2020 ans Netz gehen soll läßt diese kleine Stadt aufblühen.

 

20160707_112123Das ab 1967 erbaute unterirdische Wasserkraftwerk in Churchill-Falls, ein Ort

20160708_115914nur für die Angestellten und die vorübergehend tätigen, der am Ende der Dienstzeit verlassen werden muss, können wir besichtigen. Es ist das 2. größte Kraftwerk Kanadas und wir können nur staunen wie die Turbinenhalle in die Felsen gebohrt und gesprengt ist. Der Churchillfluß verkümmert zum Rinnsal.20160708_124910

In Labrador City herrscht Unsicherheit ob die nach der Schließung einer großen Mine freigesetzten über 500 Mitarbeitern in den weit entfernten Muscat Falls eine Chance bekommen.

Nach Labrador City beginnt gleich das als Grenze beschilderte Quebec. In der nahen Minenstadt Fermont spricht alles französisch.

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20160709_160335Die ca. 700km zurück an den Labradorstrom führen durch gnadenlos bereits abgebaute bzw von Minen 20160709_16463620160709_164043erschlossene 20160709_172027Berglandschaften begleitet von Eisenbahntrassen die immer wieder den Weg kreuzen. Herrliche Landschaftsbilder mit Flüssen und Seen im ewigen bergauf und bergab auf Schotterstraße verschwinden oft in den Staubwolken des Versorgungsverkehrs. 20160711_124413Sogar ein Rotelbus überholt uns vor dem Wasserkraftwerk Manic 5. Die 214 m hohe Pfeilerstaumauer mit einer Kronenlänge von 1314 m zählt zu der Höchsten der Welt und ist seit 1970 in Betrieb. Das Kraftwerk versorgt sogar noch New York.20160710_213548_NightVon unserem tollen Stellplatz können wir zwar wegen der vielen kleiner Stecher das Womo nicht verlassen aber dafür das tolle Panorama auch in nächtlicher Illustration genießen.

20160712_205248Wir sind froh in Baie Commeon nach einer Übernachtung unmittelbar am Staudamm von Manic 2 wieder in der Zivilisation anzukommen.

In Forestville können wir endlich wieder tagsüber frei von Plagegeistern Strand, Sonne und den wunderschönen Blick auf den St. Lorenzstrom mit seiner Tide und dem Fährverkehr genießen. Auch hier wird jeder Zufluß zur Stromerzeugung bzw. Holz treideln genutzt.20160716_174014

Der Fjord Saguanay erschließt eine bezaubernde Landschaft die sowohl von der Tide des St. Lorenzstromes wie vom Lac Saint Jean, der den Saguanay abfließt, geprägt wird.

An dem Baie des Ha! Ha!20160723_185934 können Kreuzfahrtschiffe an dem neuen großen Kai anlegen. In St. Prime am Lac Saint Jean treffen wir Jutta und Lothar, die mit ihrem neuen 4×4 Sprinter mit Bimobilaufbau diesmal nach Alaska unterwegs sind.20160726_191931

Die viel beschriebenen Wale am Saguanay sind leider Kamerascheu.20160728_18583720160729_121414

Jetzt sind wir weiter auf dem Weg nach Süden und verlassen den St. Lorenzstrom. Wir haben das fehlende Stück unserer Reise durch den amerikanischen Kontinent in Quebec geschlossen und im Juli über 3000km bei erfreulichen Dieselpreisen zwischen 0,66 und 1,00 € geschrubbt.

Kanada

Nach längerer Unterbrechung setzten wir unsere Amerikareise im Juni 2016 in den Norden der Ostküste von Amerika und schließen in Kanada an, wo wir damals wetterbedingt nach Quebec abdrehten.

Wir danken insbesondere unseren hilfsbereiten aufmerksamen Nachbarn.

Nova Scotia – Neufundland

Natürlich kennen wir die warnenden Hinweise, daß der kanadische Zoll gerne ältere Womos als nicht hinreichend sauber beanstandet. Deswegen waschen wir extra das Womo in Münster bevor wir es in Hamburg verschiffen. Die Seabrigdebuchung beinhaltet eine Unterbodenreinigung in Hamburg.

Wir kommen am 1.06. 3 Wochen später mit dem Flieger von Frankfurt direkt nach Halifax an. Unsere Nachbarin Brigitta bringt uns dankbarer weise mit unserem vielen Gepäck zum Busbahnhof,

Probleme beim Abholen unseres Womos

Als sich in Halifax die Abholerschar in der Spedition die teilweise mit uns von Frankfurt nach Halifax geflogen und im selben Hotel abgestiegen waren, lichtet, reagieren wir erstaunt.. Wir werden als letzte aufgerufen. Debbie erläutert uns mit ernster Mine, es gäbe Probleme beim Zoll, näheres könne sie uns aber erst morgen Nachmittag mitteilen.

Erschrocken spazieren wir zu dem inzwischen ausgebuchten Hotel. Jetzt laufen wir nicht mehr 20 Min. sondern eine Stunde um bei Debbie ein längeres Telefonat mitzuhören, daß die vom Zoll geforderte Reifenreinigung, wenn überhaupt frühestens am nächsten Tag zu bewerkstelligen sei. Wir sollten aber nicht damit rechnen und Kosten zwischen 500 und 600 C$ einplanen.

20160602_140054Jetzt kennen wir wenigstens Halifax, insbesondere die gepflegte Hafenanlage. Große Schautafeln erinnern beim Museumsschiff an den 1. Weltkrieg, das Schicksal von Kriegsteilnehmern und dass Halifax als Umschlaghafen für Truppen und Versorgungsgüter in den Weltkriegen aufblühte.

Als wir am Freitag Nachmittag unser dreckiges (kanadischer Schmutz) auf einem weit außerhalb liegenden ehemaligen Minengelände nach Zollroutine in Halifax und Taxiirrfahrt in Empfang nehmen wollen, verläuft die erbetene Erläuterung der 700 C$ Rechnung unbefriedigend. Positionen und Preisansätze mit Korrektur zur Summenanpassung seien nun mal so, ohne Bezahlung bekämen wir das Womo nicht.

Die Reise geht los

Jetzt läuft es mit unserem alten US_Garmin wieder rund und wir sind überrascht daß wir im Gegensatz zum Hinweg nicht über eine der Brücken nach Halifax zu unserem Hotel mußten um unser Gepäck abzuholen.

Was uns zum leeren Wassertank veranlasste? Die Feuerwehr erweist sich als Quelle und Helfer zur nahen großen Mall.

Bei dem riesigen Walmartangebot müssen wir uns erst wieder eingewöhnen. Unter den großen Preisschildern mit lb-Preisen (462g) findet sich klein der Kilopreis. Ein deutscher Milchbauer würde jubeln wenn er an den Milch und Molkereiproduktpreisen partizipieren könnte.

Alkoholisches gibt es in speziellen Läden. Dabei kann der Bierdurst leicht vergehen. Das sehr gute einheimische“ India Pale Ale von „Keiths“ 355ml kostet fast das 3fache. Pfand erweist sich als Besonderheit. Es kann nicht Vorort sondern nur in speziellen Läden, die selbst die Kassierer kaum kennen, zu 50% eingelöst werden. Wie sind wir da verwöhnt!!

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Nach einem erholsamen Wochenende unmittelbar am Strand folgen Regen, Dunst und schwankende Temperaturen, die sich weniger als 8 ° bei unserer Fahrt entlang der Küste einpendeln. Alles ist privat, überall grüßen „No overnight“ Parkschilder. An den Absturz einer Swissairmaschine mit über 200 Toten 1998 erinnern an 2 Buchtenden große Denkmäler mit allen Opfernamen.

 

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Im Weltkulturerbe Lunenburg mit seinem Museumshafen, Kutschenidyll und einer bunten Häuserzeile liegt der Nachbau eines hiesigen Segelschiffes Bluenose II, das die Nummernschilder in Nova Scotia in vollen Segeln ziert. Wir schauen Freiwilligen zu wie sie das kleine Schiff auf Hochglanz für die nächste Fahrt bringen.

Die Wetteraussichten laden nicht zu weiteren Küstenfahrt ein. Wir queren die Insel, lassen bei RONA unsere Gasflaschen füllen und schmecken überrascht ungenießbares vermeintliches Trinkwasser das man uns dort auffüllt.

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Unser 2. Weltkulturerbe „Grand Prè“ erinnert an die Eindeichung und die Vertreibung der Akadier (Franzosen) 1755 bevor Nova Scotia nach dem 7 Jährigen Krieg 1756-63 zu England kam.

Der Heldenepos um Evangeline, die damals 10 Jahre vergeblich auf ihren Geliebten der anderorts längst verheiratet war wartete, wird hier gepflegt.

Wir genießen lange Deichspaziergänge in Wolfsville bei wunderschönem Wetter sowohl bei Ebbe wie bei Flut, soll es sich doch hier um einer der weltweit höchsten Tide handeln.

Bei der Info (?) nutzen wir WIFI, den Frischwasserhahn und den Übernachtungsplatz.

Der Wetterbericht lockt uns zum Cape Georg nachdem wir in Truro uns bevorraten. Ein hilfsbereiter Anwohner verhilft uns zu einer weiten Umfahrung über eine nasse breite Erdstraße indem er uns auffordert ihm einfach nach zufahren. Wir glaubten fälschlicherweise an einen Schleichweg.

 

20160618_204925_HDRBeim Leuchtturm von Aisag werden im Hafen Lobster und Makrelen angelandet. Eine heftige Brise vertreibt uns aber ungeachtet der Sonne.

Abzweige von der Küstenstraße sind jetzt Einfahrten zu Häusern. Am Leuchtturm von Cape George trotzen wir dem Wind und genießen Sonnenuntergang und Vollmond.

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Cape Breton Island schließt sich über einen längeren Damm mit Eisenbahn und Straße über eine kurze Brücke ans Festland an. Wir verlassen den Trans Canadian Highway (TCH), der in Neufundland beginnt und fahren auf einer Nebenroute via kostenpflichtiger Fähre über die Insel.

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In Sydney einer eigenständigen Gemeinde neben North Sydney, wo wir bei unserem Spaziergang die ausgewiesenen Sehenswürdigkeiten(?!) „abarbeiten“ lauschen wir der Hillibillimusik die aus der großen Fidel am Kreuzfahrtkai tönt und an Historisches erinnert.

Nach 6 Stunden Fährfahrt im Nebel nach sonnigem Ablegen in North Sydney warten wir erst einmal in Port aux Basques Neufundland, dass sich der Nebel lichtet.

Jetzt geht es auf dem breiten TCH (Trans Canada Highway) durch endlose Tannenwälder bergauf und bergab. An den Schildern „Ausfahrt Stephansville 100km“ , 90km „Stephansville Mc Dounalds“ etc. rauschen wir vorbei ohne ein Foto zu schaffen.

Die Stadt selbst ist ein Versorgungszentrum . Wir umrunden die windige Halbinsel Cape St. George, die nach einer Sturmflut 1951 schon einmal vom Festland abgetrennt durch Dämme wieder angedockt ist. Es gibt viel Wasser, Natur und Fischerkaten. Wenn nicht der Rasenmäher rauscht dröhnen vereinzelt Quads, die auf eigenen Wegen ihre Bahnen ziehen.

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Bei unserer langen Klippenwanderung stechen versteinerte Sandblöcke – Grave- ins Auge die die Unbilden der Natur geformt haben.

Die 2. größte Stadt Neufundlands Corner Brook mit 20 000 Einwohnern, von denen jeder gefühlt mindestens über 1 Fahrzeug verfügt zeigt den Einfluß der großen Papierfabrik auf die Bevölkerungsentwicklung. Seit 1920 hat sich diese Stadt aus dem Nichts entwickelt.

Die Tierwelt versteckt sich. Weißkopfadler sind bisher genauso Fehlanzeige wie eines der 160 000 Moos (Elche), die aus einer 4köpfigen 1901 aus New Brunswick gebrachten Gruppe stammen sollen. Sie gibt es bisher nur auf Warnschildern in der von Seen, Flüssen, Mooren, Sümpfen und dichten Wäldern gekennzeichneten Landschaft.

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Auf dem „Vikinger Trail“- um 1000 hat es Wikinger nach hier verschlagen – holt uns nach sonnigen warmen Tagen der Regen und das kalte Wetter wieder ein, sodass wir von dem nächsten Weltkulturerbe dem „Gros Morne Nationalpark „ nur grau in grau sehen und von den reizvollen kleineren Küstenorten, die sich in vielen Buchten und auf den vorgelagerten Inseln an Felsen schmieden wenig sehen.

20160630_094143_HDREin Highlight findet wir im Arches Provincialpark mit seinen Felsbögen im Meer. Die Natur bildete sie aus einem Gletscherblock.

Jetzt geht es weiter bis ans nördliche Ende von Neufundland. Uns erwartet das nächste Weltkulturerbe, mit der Lebenswelt und Kultur der Wikinger. Dann geht es zurück zum Fährhafen nach St. Barbe um nach Labrador zu verschiffen.Nova SoctiaNeufundland

Südindien vom 27.01. bis 21.2.2016


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Hinflug Frankfurt – Muskat(Oman) – Chennai

Rückflug Trivandrum – Muskat(Oman) – Frankfurt

Nachdem wir 11/2015 Nordindien von Delhi nach Mumbai auf dem klassischen „Touristentrampelpfad“ durch das „Goldene Dreieck“ mit dem Höhepunkt Taj Mahal in einer kleinen Gruppe mit Phoenix Reisen kennen lernten, schließen wir Südindien, diesmal mit World Insight, an.

Wir fahren 2400 km im Kleinbus von Küste zu Küste, dazu 300 km von Chennai (Madras) nach Bangalore mit der Eisenbahn.
Route

Am 27.1. sprechen uns unser mitreisenden Kieler Dagmar und Klaus bereits auf dem Flughafen in Frankfurt an. Schon bilden wir eine Gruppe. Aber wo bleiben Armin und Heiner? Sie tauchen erst am Flugziel auf.

Mit einer Boeing 787- 800 Dreamliner von Oman Air starten wir abends mit erstaunlich viel Platz nach Muskat(Oman), dem Oman Air Drehkreuz, wo wir nach Chennai umsteigen. Nach dem nasskalten Frankfurt ist es frühmorgens (+3 Std.) in Mucat bereits angenehm warm. In von unseren Mitreisenden entdeckten Ruhesesseln versuchen wir mit Blick auf den Flughafenneubau zum Überbrücken der Wartezeit etwas zu schlafen, was bei dem Gewimmel und fremdländischen Lauten schwer fällt. Flughafenmitarbeiter rufen im Vorbeigehen Abflüge auf. Dazwischen tönt der Muezzin. Tief verschleierte Frauen strömen auf der einen Seite und Männer gegenüber in Gebetsräume.

Wir sind in einer anderen Welt angekommen.

Das merken wir auch beim Weiterflug in einer vollen Boeing 737.

Vor der indischen Migration in Chennai stoßen Armin mit seiner großen „Africatasche“ und Heiner wie aus dem Nichts dazu. Sie waren in den selben Maschinen gut getarnt.

 

Mit unserem klassischen Visum bekommen wir sofort den Einreisestempel. Bei den elektronischen Visa läuft es an anderer Stelle aufwendiger. Vor dem Flughafen erwarten uns spätnachmittags bei über schwülen 30° unser Reiseleiter Harsh, der Kleinbusfahrer und ein Agent um uns ins ca 35 km entfernte Hotel am Bengalischen Strand in Mamalapuram zu verfrachten.
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Von den Hotel-Bungalows zum Hotelrestaurant am Strand ist es ein Katzensprung. Trotz Müdigkeit 20160130_114010werden unsere Lachmuskeln schon beim Kennenlernen wach. Eine lustige Reisegruppe hat sich getroffen.

Vor der Tempelrunde am Freitagmorgen sind wir von dem guten indischen Frühstück im Strandrestaurant, wo 2 Köche wirken, überrascht. Ungeachtet der gespannten Netze schaffen es auch Krähen sich von dem Frühstückstellern zu bedienen.

Mahabalipuram war der wichtigste Seehafen des antiken Pallava Königreichs. Ein Spaziergang führt uns zu den grandiosen Tempeln und Schnitzereien die zum Weltkulturerbe gehören. Die Tempel wurden im 7. Jahrhundert in den Stein gemeißelt. Der Strandtempel 2016_01_02_Südindien (95)erhebt sich mit seinen 2 Türmen wie eine große Faust aus Stein über dem Meer. Seine Reliefs sind von erstklassiger Qualität, obwohl der Zahn der Zeit ganz schön nagt. Die beiden Tempel erheben sich über Shivaschreinen. Am Südrand des Ortes sind die 5 Rathas (Transportmittel der Götter) aus einem einzigen Felsen gehauen. Jeder dieser Tempel ist einer Hindugottheit gewidmet und mit einem Tierrelief verziert.
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2016_01_02_Südindien (37)Besonders ins Auge stößt ein gigantisches Relief -Archunas Buße-, für uns ein Steinmetzwunder. Es ist in einen riesigen Felsen gehauen und quillt von Szenen aus Mythen und Bildern des Lebensalltages über.

Nachmittags wollen wir eigentlich am Sandstrand relaxen, der uns und streunenden Hunden fast alleine gehört, so daß wir es vorziehen zum Schwimmbad auszuweichen, wo sich bereits Männern in Schwimmringen unter strenger Aufsicht eines trillernden Bademeisters tummeln. Als uns das Becken alleine gehört wissen wir warum: Es ist für Nichtschwimmer zu tief.

Das indische Essen mit seiner Gewürzvielfalt ist gewöhnungsbedürftig, wobei die Wahl zwischen Vegetarisch, Huhn oder Fisch nichts zu wünschen lässt.

Kanchiburam ist eine hektische moderne typische indische Stadt und bekannt für Seiden und Sariwebereien. Sie war die Vorgängerin der gestrigen Hauptstadt der Pallavadynastie. Um den lebendigen Chiva Tempel Kailashnatha zu besichtigen heißt es Schuhe aus und lange Hosen an.20160201_093305

Die niedrige Sandsteinanlage zeigt tolle Reliefs mit vielen halb tierischen Gottheiten. Im Mittelpunkt steht ein großer prismenförmiger Turm den wir als Nichthindus nur von Außen bestaunen dürfen. Von den 5 Shivatempeln, die den 5 Elementen zugeordnet sind ist der Ekambareswara Tempel dem Element Erde zugeordnet. Wir betreten die riesige Anlage durch einen 60 m hohen unbemalten Turm mit lebendigen Reliefs. Ein Mangobaum erinnert an eine Götterhuldigung Shivas.

Bei der anschließenden Seidenwebereibesichtigung sehen wir Webern bei der Arbeit an uralten Webstühlen als Vorlauf20160130_121835 für den Besuch des großen Verkaufsraum zu.

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Bevor es zur verkehrsreichen Standrundfahrt und zum Hotel nach Chennai weiter geht genießen wir alleine einen Bummel durch die Gassen mit vielen Seidensariläden, die nur Barfuß betreten werden dürfen. Bei den Marktständen quellen die Farben der Blumenblüten über und ein vielfältiges Obst- und Gemüseangebot lockt.

In Chennai heißt es früh aufstehen, unser Bus bringt uns bereits um 5 Uhr bei schon viel Verkehr und Menschen auf den Straßen zum Zug nach Bangalore. Auf dem Weg vor und durch den Bahnhof zu den Gleisen strömen Reisende. Uns fallen die auf dem Boden Schlafenden genauso ins Auge wie der gegenüber unserem Zug wartende Personenzug mit offenen Waggons ohne Sitze. Wir sitzen in vollbesetzter 1.Klasse mit nummerierten Plätzen. Am Wageneingang klebt ein EDV-Ausdruck, der jedem Fahrgast noch einmal zeigt, wo er richtig ist.

Auf unserer 3 stündigen bequemen Zugreise durch fruchtbare Landschaften und lebendigen Ortschaften gibt es Zeitungen, Frühstück, viel zu Trinken und eine benutzbare Toilette.

In einem neuen Bus für 7 Personen, leider ohne Sicherheitsgurte, verlassen wir Bangalore ohne weiteres auf einer 4spurigen mautpflichtigen Autobahn. 3 Ernten sind angesagt.. Wir sehen Reisfelder in den verschiedensten Wachstumsstadien, Kokospalmen, Zuckerrohr, Bananen von klein bis groß.

Reis dreschen ohne Dreschmaschine sticht natürlich ins Auge. Das Getreide liegt einerseits zum Überrollen einfach auf der Straße andererseits wird es ausgeschlagen und der Wind zum Trennen der Spreu genutzt.

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Wir kommen Sonntags noch bei Helligkeit in Hassan an und nutzen nach einem Rundgang die Gelegenheit das nahe Kaufhaus mit Vollsortiment und Preisauszeichnung kennen zu lernen. Beim Stöbern stoßen wir auf unsere Mitreisenden, die auf gleicher Wellenlänge ticken.

Und wieder rufen Tempel. In Belur und Halebid erwarten uns aktive Tempel mit kunstfertigen und aus schwarzem Stein gemeißelten Reliefen.

Zurück geht es über Hassan zur großen JaintempelJain-Tempelanlage in die Pilgerstadt Sravanabelagola, wo eine 17,5 m hohe Statue einer jainistischen Gottheit auf einem kahlen Berg drohnt, die die höchste aus einem einzigen Steinblock heraus gehauene Statue der Welt sein soll. Wir schließen uns dem barfüßigen Aufstieg über 600 Stufen auf kahlem Fels bei brütender Nachmittagshitze nicht an, denken lieber an unsere Gesundheit und nutzen die Gelegenheit den kleinen Ort mit seinen Affen, der alle 12 Jahre von Millionen Gläubigen heimgesucht wird (wieder 2018) kennen zu lernen.

Unsere Weiterfahrt nach Mysore führt durch fruchtbare Gebiete mit Reis und Zuckerrohranbau vorbei an Stauseen und Bewässerungsgräben. Immer wieder sehen wir wie Reis händisch gedroschen wird .

In der Abenddämmerung kommen uns teils in Viererkolonnen mit Zuckerrohr hochbeladene Ochsenkarren auf der Straße entgegen ohne dass wir eine dampfende Zuckerfabrik erkennen können. Dafür staunen wir beim Vorbeifahren über die eng gepfercht stehenden hochbeladenen Ochsenkarren auf dem umzäunten großen Fabrikvorplatz ohne das ein LKW oder Traktor zu sehen waren.

Vor unserem Hotel in Mysore ist die Straße aufgerissen. Am Hoteleingang wirbt ein großes Plakat „3. Getränk frei“. Außer uns lockt es damit aber keine Restaurantgäste. Als Gisela ein 3. Kingfisher ordert, will den vielen Kellnern ihre 3. Bierbestellung nicht in den Kopf gehen, bis unsere lustige Runde überzeugen kann.

Unser morgendlicher Ausflug nach2016_01_02_Südindien (287) Somnathpur schließt mit dem meisterlichen sternförmigen majestätischen Keshava Tempel nahtlos an Belur und Halebid an. Wir bestaunen einzigartige Steinreliefs und Skulpturen mit Mystischen- und Alltagsszenen, betrachten lange hohe Mauern und das große Wasserbecken.

Zurück in Mysore besichtigen wir den heute teils musealen Maharadschapalast von 1912, der an Stelle seines abgebrannten Vorgängers entstand. Kaum vorstellbar, dass das Ganze damals nur 4,5Mio € gekostet haben soll.

 

20160205_1057242016_01_02_Südindien (307)Auch hier heißt es wir wieder Schuhe aus und Fotoapparate abgeben, im Palastinneren ist fotografieren streng verboten. Als es indische Touris mit ihrem Handy trotzdem wagen fackelte unsere weiß bekleideter Begleiter nicht lange, reißt die Handys an sich und läßt die Fotos löschen.

Bei aller Großartigkeit des Palastes begeistern uns insbesondere die Augen in großen Portraits, die mit dem vorbeiziehenden Betrachter wandern.

2016_01_02_Südindien (327)     Der nahe Blumenmarkt entpuppt sich als riesiger Markt, wo es alles gibt, was das Herz begehrt. Für Armin auch einen „Spar“Gurkenschäler. Beim Hühnerschlachter kommt das junge Huhn aus vollen Käfigen direkt zum Mann am Fenster mit dem großen Messer in der Hand. Aber bevor sein Messer fällt gibt es noch einen Wassertropfen auf den Hühnerkopf. Das weitere Procedere, das nichts für Frauenaugen war, verschließt sich uns. Eine Querstraße weiter wird das verkaufsfertige Huhn angeboten. Die wenigen offenen Metzgerbuden daneben laden uns auch nicht zum Kauf ein. Um die Ziegen- und Schafgerippe bzw. Teile schwirren Fliegen. Lecker und erst der Geruch!

Unser 2. Fahrer verabschiedet sich bevor es in die Bergwelt und durch das Mudumalai Tiger Reservat weiter ins hochgelegene und kühle Ooty, dem heutigen Sommersitz wohlhabender Inder in den blauen Bergen (Nilgires), geht. Leider bleibt uns keine wirkliche Gelegenheit die Hirsche,Wildschweine mit Ferkel, Elefanten und Mungo zu beobachten. Das Reservat ist kein Programmpunkt und dient uns nur zur Durchfahrt von Karnataka in ein neues Bundesland,Tamil Nadu.

In der Hügellandschaft sorgen chaotische Überholmanövern für Angstschweiß und Aufschreie. Insbesondere als wir bemerken dass der Busfahrer zum Bremsen auf die Handbremse zurückgreift. Er sieht das eher locker, liefert uns aber wegen der steilen Parkplatzzufahrt nicht unmittelbar vor unserer Teefabrik mit Museum und dem Hotel ab.

2016_01_02_Südindien (855)An den Hängen wachsen nicht nur Teebüsche. Es sind auch Karottenfelder und Beete in unterschiedlichsten Wachstumsstadien zu erkennen.

Mit uns interessieren sich in einer der Teefabriken an der Hangstraße auch indische Schüler für den Produktionsablauf von den grünen Blättern bis zum verpackten Endprodukt „Tee“. Als 2. Standbein wird Schokolade hergestellt und verkauft.

Unser Busfahrer wird morgens freudig begrüßt, als der Bus mit neuem Bremsschlauch vor dem Hoteleingang hält, wo bereits Affen für Aufmerksamkeit sorgen, die schon am Hotelfenster beim Frühstücken zuschauten.

Die Ganztagsfahrt nach Trichy führt uns erst durch die wunderschöne grüne Bergwelt zuerst zum Bahnhof der Schmalspur-Zahnradbahn, die wie eine Spielzeugeisenbahn aussieht, in Concor. Auch sie ist Weltkulturerbe und verbindet Ooty mit einer Talstation. Spezielle Kammräder in der Lokomotive greifen in eine verzahnte Mittelschiene um die steilen Steigungen zu bewältigen.

An uns ziehen Wälder, Wasserfälle, Teeplantagen in einem langgestreckten Tal vorbei. Affen am Straßenrand lassen sich von chaotischen Überholern nicht schrecken.

Je tiefer wir kommen, desto wärmer wird es wieder. (über 30°) In der Ebene ziehen Reis, -Baumwolle- und Tabakfelder an uns vorbei. Wir fahren auf Nebenstraßen ohne halsbrecherischen Verkehr.

Wieder schwächelt unser Bus als kurz vor dem Ziel Trichy die Klimaanlage ausfällt und wir die Fenster für Zugluft öffnen müssen.

In der großen Hotelanlage außerhalb von Trichy treffen wir beide nach dem Hotelessen beim Beine vertreten auf eine Gruppe Monteure der Fa. Voith, die vor ihrem Hotelbungalow gemütlich beim Grillen deutscher Bratwurst und selbstgebackenem Brot zusammen sitzen. Unüberhörbar deutsche Töne locken uns an. Gerne greifen wir bei den angebotenen leckeren Würstchen und Bier zu, hören, dass sie seit über einem Jahr eine Papierfabrik bauen, die kurz vor der Fertigstellung stehe und der indische Arbeitsalltag sich genauso chaotisch wie der Verkehr gestalte. Die Bungalowanlage des Hotels, dass das bestes Hotel am Platz sei, diene als Quartier. Als Besonderheit bekommen wir die Wassereinfüllstutzen neben dem Bungalow gezeigt, wo 2 Mal täglich kaltes und warmes Wasser für das Hotel angeliefert werde.

 

Wieder erwartet uns ein Tempeltag. Die 420 Stufen zum Rock-Fort-Tempel, der auf einem mächtigen Felsvorsprung ruht, schaffen wir locker. Der Ausblick ist grandios. Unter uns kreisen Adler und man sieht ganz Trichy im morgendlichen Dunst. Bei unserem Treppen-Frühsport kommen wir an Höhlentempeln und vorbei einer Tafel, die Shiva zeigt wie er das Wasser des Ganges mit einer einzelnen Haarsträhne in Schach hält, bevor wir vor dem Turm mit goldener Spitze stehen.

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Weiter geht es in die wohl größte indische Hindu-Tempelanlage SriRanganathaswamy. Sie umfaßt 49 Schreine, die Vishnu gewidmet sind. Wir zählen 21 Tempel von denen der höchste mit 73 m zugleich der höchste Tempelturm Asiens sein soll. Wir spazieren durch mehrere Straße mit Verkehr, vorbei an Restaurants und Verkaufsständen bevor wir das eigentliche Tempelgelände erreichen. Nach dem obligatorischen Schuhe ausziehen bietet der Aussichtspunkt auf einem Dach einen guten Überblick. Überall ist spirituelles zu sehen. Priester mit nackten Oberkörpern zelebrieren mit einzelnen Gläubigen ihre Segen. Am heiligen Fluß Kaveri in dem sich Frauen und Männer getrennt rein waschen segnet ein Elefant gegen Entgelt- er trennt sauber zwischen Geldscheinen die er seinen Führer gibt und gereichtem Futter- den Kopf des Spenders durch Auflegen des Rüssels als Glücksbringer. Auch Heiner läßt sich vom Stupser des Elefantenrüssels Glück bringen.

 

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In Tanjore umrunden wir das mit Tempeltürmen bestückte große wasservolle Sivaganga-Becken, wo schon am Straßenrand mächtige Tempelwagen für das nächste Fest hergerichtet werden.Wir können uns kaum vorstellen, daß von hier aus einmal ein Königreich den Hinduismus über Indiens Grenzen verbreitete.

Im anschließenden Tempel mit geräumigen Kuhstall begrüßen uns rot bemalte Hörner heiliger Kühe, die auf ihr bereitliegendes Spendenfutter warten.

Immer wieder staunen wir über das allgegenwärtige spirituelle Leben um uns herum.

Das nächste Weltkulturerbe wartet bei dem mit einer riesigen Festungsanlage umgebene Brihadishware–Tempel mit der größten Statue von Shivas heiligem Bulle Nandi in der Mitte. Der Tempelturm strahlt in einer Farbenvielfalt. Mit uns sind Schulklassen unterwegs für die wir gegenseitig neben den Götterdarstellungen begehrte Fotoobjekte sind.

 

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Vorbei an Cashewkernverkaufsständen, wo die frischen Kerne geschält und geröstet werden, kommen wir nach Chettinado, wo eine Gemeinschaft von Händlern im 19. Jahrhundert ihre palastartigen Häuser mit dem feinsten ausstatteten, bevor nach dem 2. Weltkrieg ihr Handelsnetz zerbrach und die verlassenen Villen ihrem Schicksal überlassen waren. Inzwischen sind viele Häuser in historische Hotels verwandelt. Uns erwartet Essen und Vorkochen der Chettinad-Küche mit ihrer besonderen Gewürzverwendung. Als Vorgeschmack werden uns einzelne leckere Speisen auf große Bananenblätter serviert. Für uns gab es extra Besteck, ein Inder ißt mit Fingern.

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Dann wird schnell das vollständige Kochequipment aufgebaut, bevor unsere Köchin mit aus 2 DIN A 4 Blättern geheftetem Kochhut in Kochjacke ein köstliches Essen mit Chettinad-Huhn und Nachtisch zubereitet, das wir lecker, lustig verkosten. Mal sehen ob wir mit dem verteilten Chettinad-Hühner-Rezept einschließlich Zutatenliste für die Gewürzmischung klar kommen können.

Auf dem weiteren Weg nach Madurai lernen wir alle denkbaren Typen indischer Fahrstraßen kennen. Vom staubigen tiefspurigen Feldweg, schmaler löchriger Nebenstraße, Baustelle, neuer Landstraße, mautpflichtige Autobahn ist alles dabei.

Unser vor den Toren Madurais liegende stark frequentierte Hotel Poppis besitzt keine Konzession für alkoholische Getränke, was wir am Abend schnell merken. Die Bierflaschen sind zur Tarnung mit Zeitungspapier umwickelt, was aber uns genauso wenig stört wie dass warmes Bier am Tisch erst in Eiswürfelwasser gebadet werden muß.

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Bevor wir Sonntags die Tempelanlage Sri Meenakshi ansteuern müssen wir wegen der strengen Sicherheitskontrolle unsere Taschen (Foto, Batterien, Taschenmesser etc.) wie vor einem Flugcheck, leeren ehe wir uns barfuß in das Tempelgetümmel begeben. Unsere Sachen können wir in einem mehrstöckigen Touriladen deponieren von dessen Dachbalkon sich eine tolle Aussicht über die Stadt und die Tempelanlage mit 12 hoch-aufragenden bunt bemalten Figurentortürmen bietet. Überall begegnen uns andächtige Gläubige, die teils in langer Schlange anstehen, dazwischen sitzen Priester auf dem Boden die Begehrte typische individuelle Riten vollziehen, es geht vorbei an Verkaufsständen für Devotionen, es ist richtig was los, auch in dem musealen Tempel, wo wir in der 1000 Säulenhalle Steinmetzkunst bestaunen.

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Entspannt machen wir in der Mittagshitze einen einstündigen Rundgang durch das geschäftige Zentrum, bevor es zurück ins Hotel geht. Abends sitzen wir erst im 7 Stock auf einer Dachterrasse eines Innenstadtrestaurants bevor es mit dem Tuk Tuk zurück zum nahen Tempel geht. Wir warten vor dem uns verschlossenen

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Allerheiligsten, vor dem sich viel Gläubige drängen, auf die Tempelzeremonie. Angeführt von einem Trompeter, Trommler und Quetschkommodenspieler nähert sich die abendliche Prozession bei der Shivas in einer kleinen Sänfte, die von jeweils 2 kräftigen Priestern getragen wird, von seiner Braut zu der er morgens kommt, zurückgebracht wird. Bei der vor uns abgestellten Sänfte erleben wir unmittelbar im Zuschauerkreis wie die Priester ihrem Gott huldigen. Dabei wird auch ein für uns merkwürdig riechendes Gemisch verbrannt das den Atem verschlagen kann und bei Gisela Atemnot auslöst.

Zurück im Hotel haben wir beim Absacker das Glück, das einzige Bier zu ergatttern.

Nach den vielen Tempeln ist die Natur- und Tierwelt angesagt. Es geht vorbei an großen Reis- und Zuckerrohrfeldern, durch quirlige Ort, auf engen Serpentinen nach Kumuli/Thekkady, wo wir im Elefantencamp für unseren kurzen Elefantenritt schon erwartet werden.

Von einem in den Hang gebautem2016_01_02_Südindien (709)2016_01_02_Südindien (710)IMG-20160209-WA0033 Podest klettern wir zu Dritt auf 2 Elefanten, die uns von Führern geleitet, eine Runde durch eine Pimentplantage unter hohen Bäumen schaukeln. Da heißt es bei dem Fotoevent festhalten, um nicht von hoher Warte zu fallen.


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Beim anschließenden Elefantenbad übernimmt Klaus das Abschrubben eines sich flachlegenden Elefanten. Als Lohn bekommt er vom aufstehenden Elefanten mehrere Frischwasserduschstöße aus dem Rüssel, bevor es weiter zur nahen Gewürzplantage mit ihrem interessanten Gewürzgarten geht. Ein gut deutschsprechender Inder führt uns durch die angebaute Gewürzwelt und zeigt uns, dass Pfeffer in Indien als Schlingpflanze wächst, Piment vier Gewürze bündelt, Vanilleschoten, Muskatnüsse, kratzt von der Baumrinde Zimt, bringt die grüne eingetopfte Steviapflanze und vieles mehr. Bevor es in den bestens sortierten Verkaufsraum geht, kommen wir an dem offenen Kuhstall voller schwarz-weißer Milchkühe vorbei, die den Melkvorgang an einer offenen Melkanlage schon hinter sich haben.

In Kumuly kommen wir von Tamil Nadu in das Bundesland Kerala. Am Ortseingang muß wieder eine Zollschranke passiert und der Bus registriert werden bevor wir diese Touristenhochburg mit dem großen Angebot an Gewürzen kennen lernen können. Unser älteres Hotel liegt zentrumsnahe und bietet eine gute Bummelgelegenheit.

Am nächsten morgen heißt es wieder früh für einen 2 stündigen Spaziergang durch Südindiens bekanntestes Naturschutzgebiet Periyar aufzustehen. Beim Parkeingang wartet schon eine lange Bus, PKW und Tuc Tuc Schlange vor der geschlossenen Schranke. Später warten Menschentrauben am Wasserufer auf die Parkguids. Bevor es los geht müssen wir uns in ein dickes Buch eintragen.

Bei unserem Spaziergang mit einem Parkguide im Morgentau anfangs entlang einem Ufer sehen wir zwar Elefantenlosungen aber auch durch den Urwald zeigt sich uns in der frühen Morgenstunde kein Tier, obwohl der Guide mit Dagmars Fototele eifrig sucht und glaubt damit etwas auszumachen was sich uns verschließt. Erst nach einer Floß-Überfahrt zurück zum Ausgangspunkt wird es wieder lebendig turnen doch Affen zwischen den vielen Touristen.

Von der nachmittägliche Jeepsafarie zu Aussichtspunkten in der umliegenden grünen Hügelwelt mit unterwegs großen christlichen Kirchen zurück streifen wir wieder durch die Geschäftswelt von Kumuly, die uns vorbei an einer großen christlichen Kreuzstatue unter den Rufen des Muezzins durch eine typische Grenzstadt, wenn auch im selben Land führt. Auf der einen Seite quirlige Geschäfte, nach der Schrank Buden und eine lange Busschlange zu der die Fahrgäste eilen.

2 Schiffe 2016_01_02_Südindien (902) 2016_01_02_Südindien (947) warten schon in einer langen eng nebeneinander liegenden Bootreihe auf uns, als wir nach einer schönen Berglandschaft mit langen Tälern und Teeplantagen in Alleppey am Einstiegsufer für Touren auf den Backwaters von Kerala, die ein riesiges Netzwerk an Kanälen mit mehr als 2000 Hausbooten bilden, ankommen.

Nach dem chaotischen Verkehr ist es eine Wohltat einzuschiffen.

Zur Begrüßung gibt es für jeden eine rote Rose und zur Erfrischung eine Kokosnuss. Uns überraschen zwei luxuriöse Kabinen a la Hotel mit extra Nasszelle und Klimaanlage. Dagmar und Klaus weichen als erfahrene Segler auf das 2. Schiff mit offenem Oberdeck aus. Die dienstbaren Geister schlafen auf den Bänken.

Mittags-, Abendessen und Frühstück, wir werden bestens am großen Deckstisch voll verpflegt und genießen auf dem Oberdeck den angenehmen Fahrtwind, bestaunen bei unserer Rundfahrt die vielen anderen Schiffen und das Uferleben bei den Kanaldurchfahrten. Beim abendlichen Anlegen an einem Ufer werden wir mit Strom versorgt. Die Klimaanlage in unserer Kajüte läuft bis nachts Starkregen einsetzt von dem morgens nichts mehr zu merken ist.

Von der leider viel zu kurzen Bootstour geht es nach dem Frühstück zurück zum Ausgangspunkt und weiter nach Kochi direkt ins quirlige Touristenzentrum mit seinen historischen Sehenswürdikeiten.2016_01_02_Südindien (1017)

Vorbei am Getümmel vor Antiquitäten, Souvenirgeschäften und Ständen spazieren wir zu den großen freischwebenden chinesischen Fischernetzen, mit denen vor unseren Augen gefischt wird.2016_01_02_Südindien (1012)

Über die im Umbau befindliche Kirche St. Franziskus, die 1503 von portugischischen Franziskanermönchen errichtet wurde und in der noch eine Grabplatte daran erinnert dass die sterblichen Überreste des Entdeckers Vasco de Gamas einmal hier ruhten bevor sie nach Lissabon kamen, geht es ins jüdische Viertel. Bei der Synagoge stechen die vielen Deckenleuchten, prachtvollen Kandelaber und Buntglaslampen ins Auge.

Weiter auf vollen Touristenpfaden erreichen wir den holländischen Palast mit seinen gut erhaltenen hinduistischen Wandgemälden. Im ersten Stock sehen wir die Porträtgalerie des Maharadschas, eine Sänftensammlung, mit Juwelen besetzte Kleidungsstücke unter schönen geschnitzten Decken.

Viel zu schnell geht es ins innerstädtische Hotel in Kochi, vor dem die Metrohochbahnbaustelle vorbeiführt. Die danebenliegende moderne Mall, sowie die Geschäfte und Banken, einschließlich Mc Donald überzeugen uns nicht.

2016_01_02_Südindien (1050)2016_01_02_Südindien (1055)Dafür erleben wir abends unvergessliches Kathakali, den prachtvollen Tanz Keralas, der seit über 400 Jahren Geschichten durch Pantomime erzählt.

Nach dem Schminken auf der Bühne -das Make-up ist die langsame Verwandlung des Sterblichen in unsterbliche Gottheiten und Dämonen- führt ein Mime in großartigem Kostüm begleitete von einem erläuternden Trommeler in die Kunst von Gestik, Augenrollen und Bewegungsabläufen ein bevor uns das eindrucksvolle 2 Personen Drama, in dem der Prinz verführt werden soll, in seiner ungewöhnlichen Darbietung in den Bann zieht und begeistert.

Anschließend finden wir einen Chinesen quasi zum Abschiedsessen von unserem Reiseleiter.

20160129_101536Der letzte Tag unserer Tour ist vom strammen Autofahren auf der viel befahrenen durchgehend bebauten Küstenstraße geprägt um unser Badeaufenthaltsziel Kovalam rechtzeitig zu erreichen, damit unser Reiseleiter seinen Rückflug nach Delhi nicht verpasst, was nach einem langen Stau durch eine Wahlveranstaltung der KPI, die sich bereits lange durch rote Fahnen mit Hammer und Sichel ankündigte, fraglich erscheint.20160212_113207

Nach schneller und hektischer Verabschiedung von Reiseleiter und Busfahrer genießen wir anfangs gemeinsam herrliche Strandtage an der buchtreichen Küste am arabischen Meer, bevor sich unsere Runde Zug um Zug verabschiedet.

Vor unserem Hotel trennt eine breite Schutzmauer, auf deren Krone Restaurants Tische in Reihe aufgestellt haben bzw. Sonnenschirme über Liegen zum relaxen einladen, den schmalen Meerzugang von der großen sandigen Bucht. Dagmar und Klaus stürzen sich gleich als einzige in die hohe Dünung. Die vielen indischen Badegäste tummeln sich Buchten weiter. Sie stehen am Strand mit einer Strandpromenade einerseits mit Moschee anderseits vielen Restaurants und Geschäften teils mit voller Bekleidung im Wasser und lassen sich von Wellen überraschen.


2016_01_02_Südindien (1071)20160215_114942     Baden war bei dem teilweise hohen Wellengang für uns so nicht angesagt. Wir ziehen den Hotelpool vor, wobei zu unserer Überraschung bei den Pools zwischen Weißen und Indern getrennt wird. Täglich spazieren schweißtriefend über steile Wege und Pfade vorbei an Buchten zum großen Leuchtturm über dem Hauptstrand des Ortes mit seiner geschäftigen langen Promenade, die zum Bummeln einlädt.

Restaurants, die abends den frischen Fisch an der offenen Front präsentieren und anbieten, reihen sich aneinander. Schmale unbefestigte Gässchen führen nach hinten zu Hotels und Läden -auffällig viele Schneider vor Nähmaschinen- die genauso auf Touristen warten wie die allgegenwärtigen Strandliegenvermieter.

Eine große Hochzeitsgesellschaft, die mehrere Hotels belegt, wird bei der Ankunft in unserem Hotel von Trommlern und einem Kathakalidarsteller begrüßt. Auch wir sind neugierig. Als Fotoobjekt     überrascht uns eine abendliche Einladung zu einer großen Vorhochzeitsveranstaltung in einem anderen Hotel, die wir uns vorsichtshalber schriftlich bestätigen lassen. Obwohl wir auffallen lassen wir uns wie die anderen über 1000 Gäste das leckere großartige Buffetmit seinen vielen Stationen schmecken und erleben eine für uns gewöhnungsbedürftige aufwendige Bühnenschau auf einer schon Tage vorher aufgebauten Freiluftbühne. Von dem Brautpaar sehen wir genausowenig wie von den Einladern. Für die eigentliche Hochzeitszeremonie am nächsten Nachmittag wird eine weitere Bühne andernorts aufgebaut, die an einen Palast erinnert. Außer einen auf einem offenen Pickup angekarrten gesattelten Schimmel sehen wir davon nichts.

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Unser Rückflug verlief glatt in vollen Flugzeugen, nur das Dreamliner Nr.2 von Oman Air von Muscat nach Frankfurt enger bestuhlt war.

Sonntagmorgen 4.00 wartet das von uns tags zuvor auf der Straße bestellte Taxi nicht aber das Frühstück, dann wir auf dem Flughafen in Trivandrum, der sich noch im Sonntagsmorgenanlauf befindet. Die bekannten Liegesessel in Muscat sind stark frequentiert und in Frankfurt klappt alles mit dem Abholen.

Südindien, die Reise und das Programm haben uns sehr gut gefallen und viele neue Eindrücke vermittelt. Das Alter unserer immer netten,aufgeschlossenen, harmonischen, interessierten Gruppe passte.


bei unserer Panamericareise 2006 bis 2013 Monat für Monat dabei

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

 

1 Vor dem Start des großen Abenteuers „Panamericana“

 

2 Unsere Route 2006-2013

 

3 Über den Atlantik

 

3.1 Erster Reisebericht_2006_02

 

3.2 Zweiter Reisebericht 2006_02

 

3.3 Dritter Reisebericht 2006_02

 

3.4 Noch dritter Reisebericht aus Banjul Gambia 2006_02

 

3.5 Vierter Reisebericht aus Banjul/Gambia 2006_02

 

3.6 Fünfter Reisebericht 2006_03

 

3.7  Spezialbericht – Seereise – Hamburg –Buenos Aires

 

4 Argentinien

 

4.1 Siebter Reisebericht von Buenos Aires 2006_03

 

4.2 Achter Reisebericht 2006_04

 

4.3 Neunter Reisebericht 2006_05

 

5 Von Argentinien über Bolivien –Paraguay nach Brasilien

 

5.1Zehnter Reisebericht 2006_06

6  Brasilien

 

6.1 Elfter Reisebericht 2006_07

 

6.2 Zwölfter Reisebericht 2006_08

 

6.3 Dreizehnter Reisebericht 2006_09

 

6.4  Vierzehnter Reisebericht 2006_10

 

Brasilien und Uruguay

 

7.1  Fünfzehnter Reisebericht 2006_11

 

7.2  Sechzehnter Reisebericht 2006_12

 

Argentinien, Brasilien, Paraguay

 

8.1 Siebzehnter Reisebericht 2007_01

 

8.2 Sonderreisebericht von Katja, 2007_01/02

 

9 Brasilien

 

9.1 Achtzehnter Reisebericht 2007_02

 

9.2 Neunzehnter Reisebericht 2007_03

 

9.3 Zwanzigster Reisebericht 2007_04

 

9.4 Einundzwanzigster Reisebericht 2007_05

 

9.5 Zweiundzwanzigster Reisebericht_2007_06

 

10 Brasilien, Paraguay und Argentinien

 

10.1 Dreiundzwanzigster Reisebericht 2007_07

 

11 Deutschlandurlaub

 

11.1 Vierundzwanzigster Reisebericht 2007_08

 

12 Rückkehr nach Buenos Aires

 

12.1 Fünfundzwanzigster Reisebericht 2007_09

 

13 Argentinien, Uruguay und wieder Argentinien

 

13.1 Sechsundzwanzigster Reisebericht 2007_10

 

14 Argentinien

 

14.1 Siebenundzwanzigster Reisebericht 2007_11

 

14.2 Achtundzwanzigster Reisebericht 2007_12

 

15 Argentinien und Chile

 

15.1 Neunundzwanzigster Reisebericht 2008_01

 

16 Chile, Argentinien und wieder Chile

 

16.1 Sonderreisebericht 2008_03 von Katja

 

16.2 Einunddreizigster Reisebericht 2008_03

 

17 Chile 

 

17.1 Dreiunddreißigster Reisebericht 2008_04 

 

18 Chile und Bolivien 

 

18.1 Vierunddreizigster Reisebericht 2008_05  

 

19 Bolivien und Peru 

 

19.1 Fünfunddreißigster Reisebericht 2008_06 

 

20 Peru

 

20.1 Sechsunddreißigster Reisebericht 2008_07 

 

20.2 Siebenunddreißigster Reisebericht 2008_08 

 

21 Von Deutschland zurück nach Ecuador – Galapagosinseln 

 

21.1 Achtunddreißigster Reisebericht 2008_11 

 

22 Ecuador und Kolumbien 

 

22.1 Neununddreißigster Reisebericht 2008_12

 

22.2 Vierzigster Reisebericht 2009_01

 

23 Kolumbien und Costa Rica 

 

23.1 Einundvierzigster Reisebericht 2009_02 

 

24 Costa Rica und Panama 

 

24.1 Zweiundvierzigster Reisebericht 2009_03

 

24.2 Dreiundvierzigste Reisebericht 2009_04 

 

25 Costa Rica, Nicaragua, Honduras 

 

25.1 Vierundvierzigster Reisebericht 2009_05 

 

26 Honduras und Guatemala 

 

26.1 Fünfundvierzigster Reisebericht 2009_06 

 

27 Guatemala 

 

27.1  Sechsundvierzigster Reisebericht 2009_07 

 

28 Guatemala, Belize, Mexiko 

 

28.1 Siebenundvierzigster Reisebericht 2009_08/09

 

29 Deutschland, Mexiko 

 

29.1 Achtundvierzigster Reisebericht 2009_10 

 

30 Kuba

 

30.1 Neunundvierzigster Reisebericht 2009_11 

 

31 Mexiko 

 

31.1 Fünfzigster Reisebericht 2009_12

 

31.2 Einundfünfzigster Reisebericht 2010_01 

 

31.3 Zweiundfünfzigster Reisebericht 2010_02 

 

31.4 Dreiundfünfzigster Reisebericht 2010_03 

 

32 Guatemala, Mexiko 

 

32.1 Vierundfünfzigster Reisebericht 2010_04

 

33 Mexiko 

 

33.1  Fünfundfünfzigster Reisebericht 2010_05

 

33.2 Sechsundfünfzigster Reisebericht 2010_06 

 

34 Deutschland 

 

34.1 Siebenundfünfzigster Reisebericht_2010_07 

 

34.2  Achtundfünfzigster Reisebericht_2010_08  

 

35 Mexiko 

 

35.1 Neunundfünfzigster Reisebericht_2010_10 

 

35.2 Sechzigster Reisebericht 2010_11

 

35.3 Einundsechzigster Reisebericht_2010_12 

 

35.4 Zweiundsechzigster Reisebericht 2011_01 

 

35.5 Dreiundsechzigster Reisebericht 2011_02 

 

35.6 Vierundsechzigster Reisebericht 2011_03 

 

36 Mexiko und Westküste USA 

 

36.1 Fünfundsechzigster Reisebericht 2011_04 

 

37 Westküste USA 

 

37.1 Sechsundsechzigster Reisebericht 2011_05 

 

38 Westküste USA und Kanada

 

38.1  Siebenundsechzigster Reisebericht 2011_06 

 

38.2 Achtundsechzigster Reisebericht_ 2011_07 

 

38.3  Reisebericht 2011_08

 

38.4  Siebzigster Reisebericht 2011_09 

 

39 Mittlerer Westen der USA 

 

39.1 Einundsiebzigster Reisebericht 2011_10 

 

40 USA, Deutschland 

 

40.1 Zweiundsiebzigster Reisebericht 2011_11 

 

41 Deutschland und USA 

 

41.1 Dreiundsiebzigster Reisebericht 2012_02 

 

42 USA und Mexiko 

 

42.1 Vierundsiebzigster Reisebericht_2012_03              

 

42.2 Fünfundsiebzigster Reisebericht_2012_04 

 

43 Ostküste USA 

 

43.1 Sechsundsiebzigster Reisebericht 2012_05 

 

43.2 Siebenundsiebzig Reisebericht_2012_06 

 

43.3 Achtundsiebzigster Reisebericht 2012_07

 

44 Ostküste USA und Kanada 

 

44.1 Neunundsiebzigster Reisebericht 2012_08

 

45 USA parallel zur Ostküste im Landesinneren

 

45.1 Achtzigster Reisebericht 2012_09  

 

46 USA und Mexiko 

 

46.1 Einundachtzigster Reisebericht 2012_10 

 

47 Mexiko 

 

47.1 Zweiundachtzigster Reisebericht 2012_11

 

47.2 Dreiundachtzigster Reisebericht_2012_12 

 

47.3 Vierundachtzigster Reisebericht 2013_01 

 

47.4 Fünfundachtzigster Reisebericht 2013-02 

 

47.5 Sechsundachtzigster Reisebericht 2013_03 

 

48 Zurück nach Deutschland 

 

48.1 Siebenundachtzigster Reisebericht 2013_04

 

49 Ein erfüllter Traum 

 

49.1  Achtundachtzigster und letzter Reisebericht_2013_05

 

50    7 Jahren, 3 Monaten, 6 Tagen… 

 

1 Vor dem Start des großen Abenteuers „Panamericana“

 

Die letzten Infos aus 2005

 

Jörg-Erich räumt Zimmer und Schreibtisch in seiner alten Wirkungsstätte. Die letzten Arbeitstage! Heute haben wir von Grimaldi in Hamburg. Näheres über unsere Abfahrt und Reiseroute erfahren. Von Emden kommend soll die Grande Buenos Aires am 11.2.06 in Hamburg ankommen um wieder am 12.2.06 auszulaufen. Antwerpen, Le Havre, Bilbao, Lissabon folgen als europ. Häfen bevor es über Afrika (Casablanca, Dakar) weiter nach Brasilien (Salvador, Vitoria, Rio) gehen soll. Als voraussichtliches Ankunftsdatum in Buenes Aires wird der 9.3.06 genannt. Wir sind gespannt wie alles verlaufen wird.

 

Allen ein gesundes Neues Jahr 2006 aus dem frostigen Münster/Westfalen

 

Hurra, der Abreisetermin steht fest

 

Die erste Hürde unserer Reise ist geschafft.

 

Unsere Überfahrt haben wir beim Agenten „Hamburg-Süd“ in Hamburg gebucht. Wir starten am 10. 2. 06 mit der „Grande Buenos Aires“ von Hamburg nach Buenos Aires. Die erste Rate der Schiffspassage ist schon bezahlt. Jetzt haben wir noch ab heute 87 Tage bis zur Abfahrt und es gibt noch viel zu tun, die Zeit rennt jetzt nach unserer Meinung noch schneller.

 

Seitdem wir den Namen unseres Schiffes kennen versuchen im Internet zu recherchieren ob schon jemand mit dem Schiff gefahren ist. Wir finden nur einen Motorradfahrer, der vom Buenos Aires nach Hamburg zurückfuhr, aber neue Erkenntnisse bekommen wir nicht. Vielleicht finden sich jetzt schon Mitreisende?

 

Die großen Anschaffungen haben wir jetzt hoffentlich alle hinter uns. Jetzt fängt die Kleinarbeit an. Unsere heißgeliebten Daunendecken sind in die Jahre gekommen und so werden wir von einer sehr netten Verkäuferin in Köln beraten, statt Daunen eine neue Faser für die Bettdecken zu wählen. Der Vorteil, wir

können uns den Platz für weiteres Bettzeug sparen. Diese Super Faser ist gut für die Kälte und aber auch bei hohen Temperaturen angenehm. Wir brauchen jetzt nur noch für jeden eine Decke mitzunehmen. Mal schauen wie wir den gewonnen Platz nutzen. Aber da fällt uns sicher genug ein.

 

In der ersten kalten Womonacht wärmen die Zudecken angenehm. Wir schlafen wunderbar, frieren nicht und träumen von unserer großen Reise.

 

Es geht los

 

Abreise 2006_02

 

Es geht los. Wir sind ganz glücklich. Unser Wohnmobil MS-IF 316 ist vollgepackt. Jetzt fahren wir nach HH um die letzte Nacht bei Freunden zu verbringen. Morgen am 11. 2. 06 sollen wir gegen 11 Uhr im Hafen sein, dann können wir selbst unser Womo auf das Schiff, die „Grande Buenos Aires“, fahren. Es ist alles sehr spannend und aufregend. Hoffentlich haben wir eine ruhige See, aber dagegen sind wir mit Tabletten schon gut versorgt worden.

 

Wir möchten uns von allen Freunden in Deutschland verabschieden. Durch das Internet ist die Welt klein geworden Ihr könnt uns alle auf unserer Reise begleiten und uns von zu Hause schreiben.

 

Bei den vielen kleinen und großen Helfern möchten wir uns herzlich bedanken. Viele wären nicht so gut verlaufen.

 

Wir melden uns sobald wir ins Internet können, vielleicht schon auf dem Schiff. (10.02.2006 13.13)

 

2 Unsere Route 2006-2013

mit der Grande Buenos Aires

 

 

Von Hamburg mit dem Schiff „Grande Buenos Aires“ über Antwerpen, Le Havre, Bilbao, Casablanca, Dakar, Banjul, Conakry, Freetown, Salvador de Bahia, Vitoria, Rio de Janeiro. Santos, Zarate nach Buenos Aires

3 Über den Atlantik

3.1 Erster Reisebericht_2006_02

Zur Verschiffung auf die „Grande Buenes Aires“

 

Zur Verschiffung auf die „Grande Buenes Aires“

Das gepackte – zwischenzeitlich heißt unser Womo dank unser Töchter „Joegi“ (das stumme westfälische e!) wartet auf die letzten Kleinigkeiten, die Garage und Flur immer noch wie ein „Schlachtfeld“ aussehen lassen. 43 867 km zeigt der Tacho an als wir mit dem letzten Müll zum Wiegetest auf unserer Müllkaute in den nahen Rieselfeldern kurz vor 15 Uhr starteten. Stramme 3980 kg, was hatten wir wohl alles (zu viel?) eingepackt. Sind es etwa die Getränke für die

Schiffsreise die wir bereits in im Herbst vorausschauend, man will ja kein Pfand verschenken, in Griechenland und Österreich bunkerten.

Unser neues 5 Tagekennzeichen MS 04531, herzlichen Dank Peugeot Hornung, benötigt 50 Min Wartezeit bei der Zulassungsstelle, bei der wir gleichzeitig unseren 10 Jahre alten treuen Volvo 850 tdi, der uns 330 000 km ohne großes Murren begleitete, abmelden. Die nette Sachbearbeiterin verweist uns auf die (notwendige) internationale Zulassung, als sie beim Abmelden von „Joegi“ von unseren Reiseplänen hört. Sie wäre, so glauben wir, am liebsten mitgefahren.

Die Autobahn begrüßt uns nach wenigen Metern gleich mit nicht angesagtem langem Stau, wären wir doch in Münster-Ost und nicht in Nord aufgefahren.

Den Weg durch Hamburg leitet uns Franz (unser Garmin/Quest) die uns partout durch das Elbtunnel und nicht über die von uns geplanten Elbbrücken franzen will.

Der herzliche Willkommensgruß von Buck-Gramckos und das üppige warme Abendessen versüßen uns bei leckerem Bier unseren Abschiedsabend. Beim opulenten Frühstück in dem herrlich gelegenen Haus mit riesigem Mammutbaum gekröntem Garten klingeln nochmals unsere Kinder durch. Offensichtlich wollen sie nochmals checken, wie wir drauf sind.

Der rattenkalte graue Hamburger Himmel um 0 Grad lässt uns morgens eher schauern als an Abschiedstränen denken als wir gegen Mittag völlig problemlos an der Schranke vor Schuppen 48 stoppen. Ein Gang ins Wachbüro, Reisepässe, noch geholt, schon steht ein „Fahrtfinder“ mit einem PKW bereit, der vor uns herfährt, und uns durch das Gewirr der zu ladenden PKW`s bringt.

Noch über 300 Fahrzeuge signalisiert der Schauermann, der die plastikverpackten PKW`s scannt bevor sie im Schiffsbauch verschwinden. Der dick vermummte Deckoffizier will gleich unsere Pässe, bevor wir wie auf einer Fähre auf dem Weg zu Deck 6 etwas hilflos mit Joegi rumstehen.

Silbergraue (neu aufgelegte) VW-Bullis aus Brasilien, große Straßenbaumaschinen, 3 LKWs und dann so weit das Auge reicht übereinander gestaffelte PKWs. Wir gucken ganz dumm, als an uns dauernd Sprinter Kastenwagen 313 cdi, – ist Joegi nicht auch so einer- an uns vorbei rauschen. Brasilienimport, sagt ein netter Schauermann, der die Rennfahrertruppe zu beaufsichtigen scheint. Er zeigt uns den Platz, wo immer Womos stehen würden. Das bestätigt der nächste tief vermummte Grimaldi-Mann, der uns noch einmal einweist.

Noch haben wir viel Platz auf dem Deck 6, die alten Nummernschilder finden wieder ihren üblichen Platz, bevor es mit dem Fahrstuhl auf Deck 12 ging, wo uns der Steward in unser neues Reich einweist.

Grande Buenos Aires Start PA 025

Unser Schiff mit dem wir von Hamburg nach Buenos Aires gefahren sind

Die Schiffsbesichtigung fällt kältebedingt kurz aus. Um 16.30 war Landgang Ende, ein Termin der uns nicht interessiert, müssen wir uns doch erst mal pendelnd zwischen Deck 6 und 12 häuslich einrichten, was völlig unkompliziert mit dem nahe liegenden Fahrstuhl funktioniert.

Jetzt warten wir, unterbrochen von Telefonanrufen von unseren Lieben bei Radiomusik und schon 2 Gold Medaillen, die unser Olympiakind – Katja arbeitet bei den Winterspielen in den 2 Autostunden von Turin entferntem Sestriere und wohnt in der Nähe des Deutschen Hauses gleich bestätigt.

Das für 19 Uhr annoncierte Auslaufen klappte planmäßig Die freundlichen Elblotsen erklären das Panorama, das wir von der Brücke, auf die wir immer dürfen, bis Cuxhaven verfolgen.

Beim ersten Kontakt in der Offiziersmesse um 18.00, gibt es Abendessen lernen wir die Mitreisenden kennen. Bei uns am Tisch sitzen erfahrene ältere Frachtschiffreisende, die erneut nach Chile wollen. Ein englisches Ehepaar aus der Nähe von London, die von Tilburry einmal rund fahren und ein Venezianer, der das bereits in Le Havre hinter sich hat. Eine bunte Gesellschaft, die sich noch finden muss. Das gilt auch für die Schiffsoffiziere. Der Kapitän übergibt dem bereits mitfahrenden Nachfolger in Le Havre.

12.02.06 Schneebedeckte Strände in Cadzand haben wir uns schon in der Sonne geaalt- begleiten uns bei teilweise Schneeregen bis vor die Scheldeschleuse, die wie eine schmale Sackgasse höchste Konzentration von Lotse und Brückenmannschaft fordert. Das wirkt alles gekonnt, obwohl höchste Anspannung auf der technisch auf dem neustem Stand – so der Lotse – stehenden Brücke zu spüren ist. Auf einmal qualmen bei kaltnassem Wetter die eigentlich verbotenen Zigaretten. Jetzt grüßt uns weit nach Mitternacht wieder eine Armada von in Reih und Glied abgestellten schneebedeckten PKWs. In 24 Stunden wissen wir, ob wir dieses Feld mit brasilianischen VW-Bullis umwälzen.