35.3 Einundsechzigster Reisebericht_2010_12

 

Pie de la Cuesta – Acapulco

Anfangs stehen wir unter Palmen direkt am Pazifikstrand auf dem Campingplatz noch mehr oder weniger alleine. Allmählich trudeln die Stammgäste, die sich teilweise schon seit Jahrzehnten hier treffen, ein. Es wird sehr viel Deutsch gesprochen. Stammgäste aus Deutschland kommen zum Segeln und überwintern.

Ihre amerikanischen Campingaufleger und Pickups parken sonst in Texas.

Zwischendurch bringen wenige durchreisende Womofahrer, die auf ihrem Weg von Nordamerika nach Süden auf den Campingplatz übernachten, Abwechslung.

Natürlich ist Tratsch und Klatsch angesagt. Im Mittelpunkt steht der Austausch von Tipps, Infos und Reiserouten.

Am Strand ist nicht viel los. Der Ehrentag für die Schutzpatronin von Mexiko, der Virgin de Guadelupe , der 12.12., kündigt sich schon frühzeitig mit Straßenaltären und Prozessionen an, an denen auffällig viel junge Leute teilnehmen.

In einem Bus-Korso fahren die mit bunten Luftballons geschmückten vollbesetzten Busse- auf der Kühlerhaube ist teilweise eine Madonna montiert- mit ohrenbetäubendem Lärm im Konvoi an uns vorbei. Dazwischen Motorradfahrer, die das Gnadenbild der Virgin wie ein überdimensionierter Rucksack auf dem Rücken tragen.

In der Weihnachtswoche spielen wir in internationaler Besetzung Boccia. Am Strand gibt es Volleyball und langsam füllt sich auch der Camping bis auf den letzten Platz.

Am hl. Abend sitzen die Bocciaspieler in trauter Runde zusammen. Bei den Weihnachtsliedern macht sich Textschwäche bemerkbar. Aber die erste Strophe können die meisten mitsingen.

Für Silvester ist eine große Party mit Discjockey vor dem Campingschwimmbad angekündigt. Die freundliche Einladung unserer mexikanischen Campingnachbarn sich mit zu ihnen an den Tisch zu setzen, nehmen wir gerne an. Ab 22 Uhr tanzt die Jugend unter fachmännischer Anleitung Salsa. Wir essen bis kurz vor 24 Uhr von den mitgebrachten mexikanischen Spezialitäten. Mit den vor jedem Teller auf einer Serviette liegenden Weintrauben können wir zuerst nichts anfangen. Sie sind genau abgezählt und werden in der Warteminute vor Mitternacht einzeln andächtig gegessen. Für jeden Monat des neuen Jahres ist eine Traube bestimmt zu der man sich beim Verzehr immer etwas wünschen soll.

24tWir hatten alle viel Spaß und Freude an der wunderschönen Silvesternacht mit mitternächtlichem Feuerwerk.

Allen Reiseberichtlesern ein glückliches 2011

35.4 Zweiundsechzigster Reisebericht 2011_01

 

Am Pazifikstrand vor Acapulco

Unsere Reise hat uns 2010 bereits nach Mexiko geführt. Jetzt werden einige denken, wieso wir in Mexiko so lange bleiben! Mexiko hat nicht nur kulturelle Highlights, sondern auch sehr schöne Strände.

Und gibt es was schöneres als direkt am Strand zustehen, sonnengeschützt unter Palmen den Tag zu verbringen, wenn man aus Deutschland jedes Mal von Schneerekorden, Glatteis und trüben Wetter berichtet bekommt.

SonneUnsere Tage werden nie langweilig, sind wir doch eine kleine nette Gemeinschaft, die sich jeden Tag zum Boccia spielen trifft und Reiseerfahrungen austauscht.

Aber natürlich fängt auch unser Reiseherz wieder heftig an zu schlagen und die wenigen Tage die wir noch faulenzen sind gezählt.

Anfang April wollen wir in die USA einreisen und davor die Baja Californica besuchen

Am 1. Wochenende im neuen Jahr leerte sich der Campingplatz an der Playa Luce genauso schnell, wie er sich vor Weihnachten füllte.

Unsere netten Campingnachbarn warten länger auf den Abschleppwagen, der sie schon bereits über 200km hierher gebracht hatte. Jetzt sorgen nur noch Durchreisende für Abwechslung. Der harte Kern trifft sich nachmittags in internationaler Runde zum Bocciaspiel. Dabei überwiegt die deutsche Sprache.

An einem Wochenende dominiert Kanadisch-Französich, als eine geführte Womoreisegruppe für 2 Nächte einfällt. Von den 17 Fahrzeugen sind 6 riesige Busse, die auch noch PKWs als Anhänger mit sich führen. Wir staunen über die Wendigkeit dieser großen Schlitten, wie sie zwischen den Palmen mit Hilfe von 4 Einweisern passgenau einparken, damit sie auch ihre Erker für Schlaf und Wohnzimmer ausfahren können. Da kommen wir uns mit unserem „Kleinwagen“ regelrecht poplig vor, aber tauschen wollen wir auch nicht.

Das Französisch in der Provinz Quebec ausschließliche Amtssprache ist und in den anderen englischsprachigen kanadischen Provinzen auch französisch dazu gehört, müssen wir erst lernen. Wer aus Quebec kommt spricht nur ein besonderes Französisch und kein Englisch, wie die anderen Kanadier. Uns fällt immer wieder auf, beide kanadischen Volksgruppen sprechen nicht miteinander obwohl sie alle stolz .die kanadische Flagge zeigen.

Einen Wetterbericht brauchen wir nicht, blauer Himmel und Temperaturen zwischen 20° und 30°. Bei angenehmer Brise lässt es sich am Pazifikstrand gut aushalten. Kälte, geschweige denn Schnee kennt man nur aus dem Fernsehen.

Auf dem Camping herrscht keine Langeweile. Wir haben unbeständiges WIFI. Jeder hat hier mindestens einen Laptop und jedes Fest wird gefeiert.

Zu Hl. Dreikönige gibt es in in großer lustiger Runde hintersinnig einen speziellen Kuchen, in dem Babys aus Plastik eingebacken sind. Der Reihe nach darf sich jeder, egal wo, ein Stück Hefekuchen aus dem runden Zopf herausschneiden. Das Stück wird sofort begutachtet und wenn sich eines der vielen Plastikbabys zeigt, kommt Stimmung auf. Angeblich muss der, der die meisten Babys findet, nächstes Jahr den Kuchen spendieren bzw. etwas was sich uns nicht erschließt machen. Aber letztendlich hatten fast alle aus dem mit Babys gut bestückten Kuchen 2 Babys auf dem Teller.

Auch Geburtstage begehen wir fröhlich in größerer Runde.

Acapulco

Acapulco zählt nach allen Reisewarnungen mit zu den gefährlichsten Städten in Mexiko. Aber davon merken wir nichts. Unser Campingplatz ist eine Oase. Wenn wir mit dem Omnibus oder mit unserem Womo zum Einkaufen in die Stadt fahren fällt dies nur an den verstärkten Militärkontrollen bzw. schwerbewaffneter Polizei auf. Die abschreckenden Leichenbilder in der Zeitung zeigen, dass es in Mexiko mit seinen Bandenkriegen nicht ganz normal ist. Aber die täglich im Hafen anlegenden Kreuzfahrtschiffe verdeutlichen, Touristen lassen sich nicht abschrecken.

Am 30. Januar sind in diesem Bundesstaat Gouverneurswahlen für die typisch mit Plakaten auch auf den Autos und Bussen geworben wird. Für den Wahltag sind im Fernsehen über zusätzliche 10 000 Soldaten zum Schutz der Wahllokale angekündigt. Man merkt aus den Erzählungen dass sich Unruhe breit macht. Dafür sorgt anscheinend auch das Fernsehen mit seinen Beschwichtigungen.

Dabei muss man wissen, dass es Nachrichten in unserem Sinn gar nicht gibt. Im Fernsehen nur einmal am Tag und am Wochenende gar nicht. Auch im Radio sind uns keine Nachrichten wie bei uns zur vollen und halben Stunde aufgefallen. Das es am Wahltag Einschränkungen beim Getränkeverkauf und der Abgabe gibt, kennen wir schon aus Argentinien und Brasilien. Uns ist der Wahltag auch nicht so geheuer. Deswegen haben wir uns entschieden noch ein bisschen länger hier auf dem schönen Camping zu bleiben, bevor wir uns weiter gen Norden auf die Baja-Californica bewegen.

Am Wahltag schauen wir uns das hiesige völlig unauffällige Wahllokal in einer offenen Sporthalle an. Wir sehen weder Militär noch Polizei.

Spätabends hören wir, beide Kandidaten erklären sich zum Sieger. Das heutige Ergebnis ist eindeutig.

35.5 Dreiundsechzigster Reisebericht 2011_02

 

Von Acapulco über die Berge entlang der Küstenstraße nach Norden

Mitte Februar juckt uns wieder das Reisefieber und wir verlassen mit einer Träne im Auge unseren Lieblingscamping. Es gibt zum Abschied Küsschen links und rechts- mexikanisch- von der mittlerweile stark geschrumpften Campingrunde.

Samstag soll in der Bergstadt Taxco der einmalig große Silbermarkt stattfinden, der uns bisher entgangen ist. Das reizt uns nach den vielen Ruhetagen einmal wieder richtig in die Berge zu fahren und in den Trubel zu stürzen. Den „kleinen“ Umweg nehmen wir in Kauf. Bei „unserem“ alten Stellplatz in Taxco haben wir auch schon angefragt und ein ok bekommen.

Der Samstagsmarkt zieht sich vom Busbahnhof durch steile Seitensträßchen, Stand an Stand am Hang. Das riesige Angebot lockt. Wir schieben uns mit den mexikanischen Touris durch die schmalen Standstraßen teilweise treppauf und treppab bis uns nachmittags die Füße wehtun. In der Touristinformation warnt man uns vorsichtshalber vor den vielen angebotenen (Silber)Fälschungen.

Am Sonntagmorgen stehen wir mal wieder hinter verschlossenen Türen. Man hat uns schlicht und ergreifend vergessen. Für uns finden wir ein Schlupfloch, doch unser Womo? Nichts für Ungut. Das alte Taxco bietet sich immer für einen Bummel an. Zu unserer Überraschung parkt nachmittags vor unserer steilen schmalen Zufahrt ein großer Bus. Das Tor ist offen. Eine Reisegesellschaft wird in der Silberschmiede, vor der wir stehen, empfangen.

Bei der Weiterfahrt durch die Berge mit tiefen Tälern teilweise zwischen 2000 und 3000 m abseits von gängigen Pfaden sehen wir tolle, grüne Landschaften. In den Dörfern gibt es traditionelles Handwerk aus Holz und Ton. Alles wird auf der Straße und in offenen Häusern angeboten. Coca Cola macht Orts- und Straßen-Schildersponsering. Wir wüssten nicht, wo wir uns tatsächlich bewegen und müssen immer wieder fragen wo es weiter geht. Wenn die Sonne vom immer blauen Himmel scheint steigen die Temperaturen leicht noch auf ca. 30°. Nachts brauchen wir wieder eine Zudecke.

In Punta Perula lockt eine schöne Badebucht, die uns schon lange ans Herz gelegt ist. Auf dem Camping direkt am Strand wollen wir uns unserer zum xten Mal nicht funktionierenden Wasserversorgung widmen. Wasser nur aus dem Kanister ist eine Hilfslösung aber ersetzt keine Dusche und keinen Wasserhahn! Das lieben wir nicht. Unsere Diagnose trifft nach Ausräumen und mühsamen Zugang zur Tauchpumpe im seitlich zu öffnenden Wassertank zu. Der Anschlussschlauch zur Pumpe ist den Erschütterungen von schlechter Straße und Topes wieder einmal nicht gewachsen. Unsere Muckis müssen heftig im Liegen in Aktion treten. Diesmal machen wir Ernst und tauschen Schlauch und Pumpe. Die 2. Ersatzpumpe! Wir sind ganz stolz als alles wieder funktioniert und verstaut ist. Auch die neue Tauchpumpe bringt nicht mehr Wasser als die alte, die wir vorsichtshalber für den Notfall aufheben.

Die Welt ist doch ein Dorf. Internetbekannte stoßen unerwartet bei ihrem Spaziergang am Strand auf uns und laden uns spontan ein, zu ihnen umzusiedeln. Sie stehen mit ihrem VW-Bulli bei Bekannten um die Ecke in einem umzäunten Grundstück auf Schotter, der uns beim späteren Weiterfahren nicht los lassen will. Wir nehmen die Einladung gerne an und verbringen nette gemeinsame Stunden.

An Puerta Vallarta werden wir uns sicher lange erinnern. Die Küstenstraße führt uns hoch in die Berge auf fast 1000m und dann reiht sich am schmalen Küstenstreifen Hotel an Hotel. Amerika lässt grüßen.25JPG

Riesige Kreuzfahrtschiffe spucken fast täglich die Bewohner einer Kleinstadt aus. Ein großer Golfplatz liegt neben einer Marina, alles vom feinsten, umgeben von Hotels, Komplexen mit Eigentumswohnungen und neuen Häusern. Das ganze Urlaubsparadies wartet auf Kanadier und Amerikaner, aber wo sind sie? Die Angst vor Mexiko spiegelt sich in vielen Verkaufs-, Vermietschildern und leere Läden wieder. Auch die vielen sich aneinander reihenden Lokale warten auf Gäste.

Beim Parken vor einem Supermarkt hält uns ein freies Internet auf dem großen leeren Parkplatz. Wir schreien wie am Spieß als ein Lieferwagen rückwärts unser Womo als Zielscheibe wählt und unser offenes Küchenfenster abschießt. Zu unserer Überraschung gibt er aber nicht Hackengas. Er traut sich nicht aus seinem Auto, sondern funkt. Nach kurzer Wartezeit taucht ein PKW auf. Für den Lieferwagen gibt es zu unserer Freude eine nicht zwingende Haftpflichtversicherung. Ein Versicherungsvertreter der froh ist, dass wir keine Amerikaner sind, nimmt sich unserer an, bringt uns zu einer kleiner Hinterhofwerkstatt, vor deren Pfusch wir uns aber vor Ort fürchten. Unser nicht mehr vollständig schließendes Küchenfenster, das wir selber in der Zwischenzeit richten, soll gerade gehämmert werden. Das Risiko gehen wir nicht ein. Wir akzeptieren lieber einen (kleinen) Scheck, den wir in der nahen Bank einlösen und machen uns spät nachmittags von dannen, aber bleiben in Puerta Vallarta.

In der vornehmen Wohngegend mit einem Parkstreifen wachen wir nachts durch einen lauten Schlag und Stimmengewirr auf, schauen raus, sehen aber in der hellbeleuchten Straße nichts.

Beim morgendlichen Starten gibt es ein böses Erinnern. Wir trauen unseren Augen nicht. In unserer Womo-Karosserie sehen wir neben der Fahrertür ein tiefes Loch, das wie von einem Golfschlägerschlag mutet. Hat jemandem unser naher deutscher Fahnenaufkleber nicht gefallen? Wir sind richtig stinkig und froh, dass nicht mehr passiert ist.

In Mexiko ist Abhilfe nicht weit. Wir steuern Lo de Marcos, wo sich am Pazifikstrand mit riesigen Campingbussen und Huckups gut gefüllte Campingplätze reihen, die gleich mit US-Dollar Preistafeln auszeichnen, an.

Wir finden auf einem ganz neuen Campingplatz alles was das Herz wünscht. Gutes Internet, große neue Waschmaschine, Strom und den Fiberglas erfahrenen Lochflicker, der auf dem Campingplatz gut beschäftigt ist und sich gleich unserer annimmt.

Es gibt wieder „Happy Hour“. Die wenigen Mitcamper sind Kanadier aus British Columbien bzw. Ontario, die sogar Deutschland kennen bzw. ausgewandert sind.

Aber wir wollen weiter. In Tepic kennen wir uns schon ein bisschen aus. Hier sind wir bereits im letzten Jahr gewesen.

Die tollen Strände der Pazifikküste locken und der Kälteeinbruch in Kalifornien soll sich bis zur Baja California ausdehnen. Deswegen warten wir noch etwas mit dem Übersetzen von Mazatlan nach La Paz.

35.6 Vierundsechzigster Reisebericht 2011_03

 

Baja California

Entgegen allen Unkenrufen begleiten uns den ganzen Monat März strahlend blauer Himmel und hochsommerliche Temperaturen.

Von einem Hügel sehen wir in Mazatlán wo sich Nebelbänke tagsüber plötzlich vor die Sonne schieben, darüber ragende Feriensiedlungen und Hotels.

An Karneval soll an diesem attraktivsten und einladensten Strandort Mexikos an der kilometerlangen Uferpromenade die bunteste Party des Landes steigen. Wir wollen auf die Baja übersetzen. Die dramatische Silhouette felsiger Inseln vor einem tropischen Sonnenuntergang fesselt auch uns, als der glühende Ball im Meer versinkt und eine sternenklare kühle Nacht beginnt. Alles ist auf Tourismus ausgerichtet, aber auch auf den Golfplätzen fehlen die Gäste. Die Warnungen in USA und Kanada vor dem (gefährlichen) Mexiko hält viele ab.

26An der Bajafähre müssen wir erst einmal lange anstehen. Nach über 6 Stunden warten, vorher wird unser Womo noch mit dem Maßband vermessen und vom Militär gründlich visitiert, kommen wir mit als die letzten auf die Fähre.

Mit dem Schiffsfahrstuhl geht es aufs Oberdeck, wo wir gerade noch in eine Lücke passen. Wir können uns bei der 17 stündigen nächtlichen Überfahrt in unserem eingezwängten Womo aufhalten, während die Mitpassagiere teilweise in Decken eingehüllt auf dem Deck nächtigen. Die nicht allzu große Fähre stampft schaukelnd durch die Nacht. Wir schlafen nicht gut! Von der Fähre sehen wir am Morgen bei strahlendem Sonnenschein eine kahle menschenleere Berglandschaft auf uns zukommen. Es erinnerte uns an die Fähre nach Griechenland.

Nach dem schnellen Ausschiffen in dem 23 km von La Paz entfernten Hafen Pichilingue wartet schon wieder eine Militärkontrolle, diesmal von Marineinfanteristen, die mit viel Zeit kontrollieren und diesmal noch andere Daten als bei der Abfahrt erfassen.

Uns lockt es wieder an den nahen Strand Tecolote, die frei stehenden Wohnmobile sehen wir schon vom Schiff.

Von dem gepriesenen Karnevalsumzug in La Paz erwarten wir etwas anderes. Auf der tagsüber ruhigen Uferstraße auf der sich Buden und Karussellen eng an eng reihen wird es erst mit der Dämmerung richtig auch bei den Karussells und Standen lebendig. Die Menschen drängen sich und warten auf den nicht besonders langen Karnevalsumzug, der von einem großen Polizeiaufgebot eingeleitet wird. Auf den Auflegern großer LKWs hüpfen und tanzen verkleidete Tanzgruppen zu lautstarker Musik aus der eigenen großdimensionierten Stereoanlage. Es ist keine Karneval – Stimmung, auch als Konfetti gefüllte Eier aus dem Publikum fliegen.

Wir fühlen uns mehr wie auf einer Dorfkirmes. In einer Seitenstraße fallen uns viele Frauen und Männer, die an langen Tischen vor ihren bebilderten bunten Tafeln sitzen und auf dieser mit Popcorn, Steinen etc. auf Ansage ein Tafelbild belegen. Ein Glückspiel a la Bingo.

Südlich von La Paz bei Los Baririles streift der Tranpeninsular den Golf von California. Der Westwind hat diesen Ort zur Windsurf- und Kitermetropole gemacht, weil sich die Wellen nicht brechen. Wir schauen den Kitern bei ihren

Kunststückchen zu und fragen uns wie sie es mit ihren riesigen Schirmen schaffen sich nicht zu verfangen und in dem Getümmel nicht zusammenzustoßen.

Abends sehen wir ein irres Naturschauspiel. Die riesige Bucht wimmelte voller Rochen, die immer wieder aus dem Wasser springen und mit ihren Schwimmflügeln wie eine Concord, die aus dem Wasser aufsteigt, aussehen und mit einem spritzenden Bauchklatschern wieder eintauchen. Das Ganze wirkt wegen der unzähligen Rochen in der Abenddämmerung wie eine Springflut.

Weiter fahren wir Richtung Süden bis Cabo San Lucas, wo anstelle bizarrer Kakteen jetzt 08/15 Ferienresorts, Golfanlagen und All- Inclusive- Hotels die spektakuläre Küste säumen. Drei Kreuzfahrtschiffe in der Bucht sorgen für Umsatz und die erstmals vollen Strände erinnern an das zugebaute Spanien. Alles ist bis in das Hinterland einschließlich großer Supermärkte erschlossen. Das lebensnotwenige Wasser wird aus Grundwasser gewonnen. Die Berieslung erfolgt angeblich aus Grauwasser. Englisch und der Dollar haben spanisch und den Peso abgelöst.

27 28Zurück in den Norden wird die anfangs 4spurige Mex 1 in einer riesigen Straßenbaustelle weiter ausgebaut. Mangels Schilder finden wir im Baustellenverkehr keine Zuwegung zu den schönen Stränden am Pazifik.

Bis zur Entstehung der Jesuitenmissionen im 17. und 18. Jahrhundert gab es auf dieser 2. längsten Halbinsel unseres Planeten, die sich mehr als 1200 km wie ein langer Streifen mit einer Wüstenlandschaft zieht, keine europäischen Siedlungen. Jäger und Sammler- schätzungsweise 48 000-sollen hier gelebt haben. Eine indigene Bevölkerung sehen wir nicht mehr.

Todos Santos bezeugt das nichts mehr von dem was einmal war übrig ist. In der ehemaligen von Mönchen gegründeten Musterstadt für Indigene leben Künstler, Biobauern und angeblich auch Hollywoodsternchen, von denen wir aber nichts gesehen haben. Dafür werben an jeder Ecke Makler mit einem großen Grundstück und Häuserangebot. Wir schlendern alleine durch die ehrwürdigen Gassen und stehen vor gästelosen Restaurants.

Zurück in La Paz füllen wir unsere Vorräte in den großen Supermärkten wieder auf. Kreuzfahrschiffpassagiere bummeln unübersehbar durch La Paz. Die Andenkenläden und Restaurants freuen sich und wir uns wieder auf den schönen Strand Tecolote.

Klimatisch handelt es sich bei der Baja um eine der niederschlagsärmsten Regionen der Welt. Dies erklärt die Wüstenlandschaften. Diese sind aber keinesfalls mit den Wüsten in anderen Regionen der Welt zu vergleichen. Da die Halbinsel relativ schmal ist, sorgt der Pazifik für eine gewisse Luftfeuchtigkeit, die eine Kakteenlandschaft ungeachtet der Jahrelangen Regenlosigkeit ermöglicht. Über 4000 Pflanzenarten soll es auf der Baja geben, etwa 700 davon kommen allein hier vor, sind also endemisch. Trotz Hitze, nährstoffarmer Böden und weniger als 25 cm Regen pro Jahr wachsen selbst meterhohe Gewächse aus dem Boden.

Majestätische Cadon-Kakteenwälder, Yukapalmenhaine , Cirioskakteen, die wie umgekehrte stachlige Karotten in den Himmel ragen, durchziehen die Landschaft. Wir sehen viele blühende Kakteen.

Eine befahrbare asphaltierte durchgehende Straße gibt es erst seit 1976. Sie zieht sich teilweise kerzengerade, dann wieder kurvenreich und wellig durch die karge aber ungeachtet dessen schönen, vielfältigen und surrealen Wüstenlandschaft. Die weltweit einzigartige Flora und Fauna ist äußerst anfällig.

Heftige Zerstörungsspuren eines Hurrikans sehen wir in Ciudad Constitution, das sich wie aus dem Nichts als landwirtschaftliches Zentrum auftut.

Vor Loreto erstrecken sich hinter irren hochragenden Felsgebilden und milchig blaugrünem Wasser kleine Strände, die von der Hauptstraße aus an fahrbar sind und Wohnmobilparks anlocken.

Playa Escondido ist eine riesige Investitionsruine, die mit 4spuren Straßen, Lichtmasten und einer Marina erschlossen ist und auf eine Belebung wartet. In der Bucht und dem Hafen liegen Segelboote zwischen den Felseninseln.

Wir nutzen die gute Waschmaschine der Marina.

Der Rio Mulege ist von Palmen und Mangroven gesäumt. Bei der alten Mission und dem Dorfplatz in Mulege ist die Zeit stehen geblieben. Einen Bäcker suchen wir vergeblich.

Den finden wir in dem 50 km entfernten Santa Rosalia, einer ehemals französischen Stadt auf der Baja, die eine Mischung aus Gebäuden in bedauernswertem Zustand, bunt gestrichenen Schindelhäusern, einer Kirche aus Fertigbauelementen von Gustave Eiffel und aufgelassenen Industrieanlagen ist.

Rein zufällig wurden in dieser Gegend Kupfererze entdeckt und 1885 übernahm das französische Unternehmen El Boleo den Abbau. Kohle, Koks und eine Kupferschmelze brachte man sich von Europa mit, und damit man sich richtig heimisch fühlte, wurde gleich noch ein kompletter Ort mit französischem Flair dazu gebaut. Die Arbeit verrichteten allerdings Yaqui-Indianer und Asiaten.

Nach der Industriebrache überraschte uns die neue Minera Boleo am Ortsausgang.

Nach der scheinbar endlosen Desierto de Viszcaino mit ausgedehnten Lavafeldern wirkt San Ignazio mit den üppigen grünen Dattelpalmen und dem ruhigen See, wie ein Paradies. Die 1786 vollendete Kirche mit ihren fast 1,2m dicken Mauern aus Lavasteinen zählt zu den schönsten der Baja. Sie beherrscht die kühle Plaza mit den schattenspendenden Lorbeerbäumen. Von hier aus starten die Walbeobachtungstouren zu der über 50km entfernten Laguna San Ignazio.

Die täglichen Militärkontrollen, die sich mittlerweile auch auf die handschriftliche Datenerfassung, nach welchem System auch immer erstreckt, bringen uns nicht aus der Ruhe. Die kontrollierenden Soldaten sind freundlich und können mit“ Deutsch“ wenig anfangen. Wir erklären das Alemania und Deutschland dasselbe, aber die deutsche Sprache was anderes als Englisch ist.

Geuerrero Negro ist durch seine Salzfabrik bekannt. Auf schneeweisen Flächen blühen Salzkristalle. Auch hier wird mit Walbeobachtungen diesmal in der Lagune Ojo de Liebre geworben. Wir kommen erst abends an. Nicht nur die Warnung von entgegenkommenden Autofahrern sondern auch eine graue Wand am blauen Himmel kündigt kalten undurchsichtigen Küstennebel an, den wir gerne in der Sonne aussitzen. Abends wird es dann erstmals lausig kalt. Aber am nächsten Morgen scheint wieder die Sonne und wir sehen nur noch die graue Wand an der Küste, wie einen langen Streifen.

Der Übergang von dem Südteil der Baja nach Norden erinnert mehr an eine Grenze zu einem Drittland als an eine Provinzgrenze. Erst kündigen große Schilder Kontrollen an, dann teilt ein ausgedehnter Kasernenkomplex die nunmehr mehrspurige Straße. In einer offenen Halle mit Stoppschildern interessiert sich dann aber keiner für uns und das laut Reiseinfos verbotenes Obst.

36 Mexiko und Westküste USA

 

Von Mexiko-Bja California Nord nach USA (Kalifornien_Nevada_Arizona) in die Nationalparks Joshua Tree, Death Valley, Yosemite

 

Die inzwischen 4spurige Mex 1 führt uns weiter gen Norden. In Ensanada , Baja California Nord,begrüßen uns neue Malls mit ihren Läden und Supermärkten. Im Zentrum werben die Apotheken in großen Lettern und Dollarpreisen u.a. für Viagra, Schmerzmittel und Psychopharmaka. Hier legen Kreuzfahrtschiffe an und auf diese Passagiere wird gewartet, während wir bei unserem Rundgang unbeachtet bleiben.

 

Noch einmal Womo waschen lassen und schon stehen wir in einer der vielen Spuren am Grenzübergang in Tijuana- es soll der Weltgrößte sein- an. Die Mexikaner interessiert unsere Ausreise nicht.

 

Unsere Aufmerksamkeit wird beim halbstündigen Anstehen voll von den zwischen den wartenden Autos schlängelnden Verkäufern gefordert. Adios Mexiko. Eine Punktlinie über die Fahrspuren, hohe Zaungitter mit Stacheldraht signalisieren den Eintritt in die „Neue Welt“ und das „Aus“ für Straßenhändler.

 

Immer wenn die rote US-Ampel auf Grün springt, darf ein Fahrzeug in die US-Kontrollzone einfahren. Unser Herkunftsland Deutschland und das Reiseziel Alaska begeistert die dunkel uniformierte Einreisebeamtin, ein Deutschlandfan. Ohne weiteres klemmt sie den Laufzettel mit quer geschriebenem „Alaska“ und die Pässe unter den Scheibenwischer. Alaska scheint im Einreisebüro ein Zauberwort und wird laut verkündet.

 

Warum bei Gisela nicht nur die Daumen sondern auch alle Finger gescannt werden?

Nach dem fälligen Eintrittsgeld (6 US $ pro Person) fahren wir auf der mehrspurigen Autobahn nach San Diego, wo alles geordnet und steril wirkt und wir in den von wenigen Menschen aber vielen PKWs befahrenen Zentrum landen.

 

Ist es der graue Himmel und der kalte Wind der uns nach einer Stadtrundfahrt durch San Diego mit neuem GPS weiter fahren lässt?

 

Unsere Route und das GPS in dem überwältigenden Straßennetz müssen sich erst aneinander gewöhnen, genauso wie wir wieder an lange Hosen und Pullover.

 

Die in den Reiseführern so schön beschriebene Route nach Palm Spring beschert uns kurz vor der Passhöhe auf 1600m bei 3° wieder einmal das Urerlebnis eines Plattfußes.

 

Von dem noch profilstarken Michelin Reifen löst sich schlagend die Decke und wir schaffen es gerade noch mit dem kaputten Reifen auf eine breite Ausweichspur. Mit dicken Klamotten bei eisigem Wind gehen wir routiniert an den Reifenwechsel und sehen das eigentliche Problem- neuer Reifen- noch nicht.

 

Im Land der unbegrenzten Möglichkeit wird es doch eine Leichtigkeit sein, den passenden Reifen aufzutreiben. Fehlanzeige!! Reifenhändler gibt es an jeder Ecke, Reifen auch, aber nicht für unser Format und Gewicht. Das sei außergewöhnlich, selten und nur schwer kurzfristig aufzutreiben. Die hier fahrenden Sprinter sind anders bereift.

 

Mit 5 Arbeitstagen Wartezeit müssten wir schon rechnen. Von Continental oder Michelin ist dabei nicht die Rede.

 

Die Empfehlung, es in der nächsten größeren Stadt zu versuchen greifen wir in Palm Springs, wo die Schönen und Reichen in mit hohen Mauern umgebenen Villen wohnen, auf. So viele hochklassige Mercedes, BMW, Audi stechen einfach ins Auge.

 

Unseren ersten US- Nationalpark Yoshua Tree vergleichen wir natürlich mit den vielen Nationalparks und Wüstenlandschaften, die wir schon kennen. An die vielen verbalisierten Ge- und Verbote – no parking anytime- in dem voll erschlossenen Park müssen wir uns erst gewöhnen.

 

Der Besucher kommt im PKW, wird durch den Park geleitet und fährt von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt. Wenn jemand überhaupt aussteigt klickt der Fo

toapparat und schon geht es weiter zum nächsten Parkplatz. Viel gelaufen wird nicht, dafür geklettert und das extrem.

 

Der Joshua Tree NP wird als besonders merkwürdige Wüste beschrieben, weil sie große Höhenunterschiede zwischen 400 und 1500m aufweist und dadurch die beiden typischen Wüstenformen Südkaliforniens- die Coloradowüste im Süden und die Mojavawüste im Norden – einbezieht.

 

Die 10 bis 12m hohe Yucca“Bäume“ mit ihren spärlichen Blattbüscheln an den Ästen gaben die Mormonen den Namen des Propheten Josua. Viele Bäume blühen in dem zu Wäldern verdichtetem und von gigantischen Felsburgen geprägten Park.

 

Nach dem Nationalpark geht es meilenweit durch öde Landschaften auf der berühmten R 66 weiter.

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Salzseen flimmern in der Wüste. In Amboy übernachten wir neben „Roy´s Motel/Cafe“ im Wüstensand und hören die von vielen immer wieder pfeifenden Dieselloks gezogenen, in kurzen Abständen vorbeirauschenden, langen mit Containern voll beladenen Santa Fe Güterzüge.

 

In Kingmann glauben wir uns am Ziel unserer Reifenwünsche. Der angeblich passende Reifen hatte dann doch zu wenig Tragkraft, als man ihn aufziehen will.

 

33In Las Vegas gäbe es auf jeden Fall unseren Reifen. Das wird unser neues Ziel. Das Risiko ohne Ersatzreifen weiterzufahren ist uns zu groß.

 

Der Hooverdam aus den 30iger Jahren staut und reguliert den Colorado und wird als technisches Wunderwerk beschrieben. Seit Oktober 2010 führt eine gigantische Straßenbrücke den Verkehr, der früher über den Staudamm lief, als Folge des 11. September 2001 auf einer neuen Trasse vorbei.

 

Natürlich sind wir nicht nur über die neue Brücke spaziert, sondern haben uns den Staudamm, das Kraftwerk und die in die Gestaltung des Dammes einbezogenen Plastiken angeschaut.

 

Die erstaunte Frage eines neben uns im Anblick des Dammes parkenden Amerikaners “ob diese kleine Mauer tatsächlich der aus dem Fernsehen bekannte riesige Hoover-Staudamm sei“ bejahen wir schmunzelnd.

Las Vegas zu beschreiben erübrigt sich. Natürlich sind wir über den Strip und die Fermont spaziert und lassen die Outlet-Mall nicht aus. Die Spielkasinos verdienen an uns nichts

Mit dem Reifen sind wir aber nicht weiter gekommen. Auch hier hätte man erst einen besorgen müssen und fordert dafür einen zusätzlichen Aufschlag nach dem anderen zu dem schon hohen Reifenpreis.

 

Jetzt kommt unser 6. Reifen, den wir für den Notfall (an die USA haben wir dabei nie gedacht) mitführen zum Zug.

 Für den Preis des Reifenwechsels hätten wir in Mexiko fast einen neuen Continental-Reifen kaufen können.

Unser nächstes Wüstenabenteuer heißt „Death Valley“. Der Name täuscht. Die Namensgeber sind hier nicht dem Tod begegnet. Sie hatten überlebt und geglaubt in dem von hohen Bergen eingerahmten Tal eine Abkürzung auf ihrem Weg in den Westen zu finden.

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In Death Valley gibt es Wasser, Golfplatz und aufgelassene Minen mit Bergbaugeisterstädten. Zu den vielen Sehenswürdigkeiten führen gut ausgebaute Straßen.

 Von den vielen verschiedenen Aussichtspunkten überblicken wir das Tal und genießen die angenehmen Temperaturen, die im Sommer auf 65°Celsius steigen.

In Devils Golf Course sind wir 86 m unter dem Meeresspiegel, dem niedrigstem Punkt Amerikas.

Uns begegnet eine Welle deutscher Oster-Urlauber, die mit Motorrädern (Harleys) und Mietwohnmobilen unterwegs sind.

Unser erster US-Campingplatz in Death Valley ist zwar perfekt nummeriert und ausgestattet. Es gibt überall Toilettenhäuschen und an zentralen Plätzen Trinkwasser, aber keinen Strom. Wir kommen mit unserem Solar ohne Stromanschluß aus, die anderen Womos, viele mit PKW als Anhänger, erkennbar nicht.

Mit dem Generatoren Verbot von 19 Uhr bis 7 Uhr tut man sich schwer. Fernseher, Klimaanlagen, Mikrowellen, Kühlschrank etc. benötigen Strom und den gibt es hier nicht aus der Steckdose.

Als das limitierte disharmonische Generatoren Konzert abends endet gibt es bei uns ein Aufatmen an dem schönen angenehm warmen Wüstenabend, den überraschend viele im klimatisierten Womo verbringen.

Der Generatoren-Wecker startet pünktlich mit dem Verbotsende. Ab 7 Uhr schallt es wieder taktlos aus allen Richtungen in unterschiedlichen Tönen. Eigentlich wollen wir einige Tage bleiben, aber nach dem Frühstück packen wir genervt.

Jetzt holt uns nach einer Fahrt durch eine Parklandschaft der Winter ein, den wir in den letzten Jahren ausgelassen und nicht vermisst haben.

Alle Pässe über die schneebedeckten Hänge der Sierra Nevada sind geschlossen.

Um in den Yosemite NP zu kommen fahren wir an dem Sequoia und Kings Canyon NP vorbei. Leider sind alle Zufahrten gesperrt, der hohe Schnee liegt noch sehr tief.

Das sehen wir am Lake Tahoe, wo es im Winter 10m Schnee gegeben hat. Viele Häuser verstecken sich im Schnee.

Auch an Ostern bekommen wir die Wetterunwillen zu spüren. Die Wasserfälle im landschaftlich schön gelegenen Yosemite NP rauschen zwar vielfältig und in voller Wucht über die nackten glatten teilweise 1000m hohen Felswände. An den Yosemitefalls, die spektakulär in 2 gigantischen Stufen tief stürzen und als

höchster Wasserfall Nordamerikas gelten, stauen sich aber auch bei dem schlechten Wetter die PKWs wie überall im Park.

Nichts wie ab in tiefere wärmere Regionen

In Santa Cruz am Pazifik wartet unsere Police von der amerikanischen Autoversicherung bevor es weiter entlang der Pazifikküste nach Norden Richtung San Francisco geht.

 

37 Westküste USA

 

37.1 Sechsundsechzigster Reisebericht 2011_05

Über San Francisco entlang der Pazifikküste nach Portland, Oregon

Von wegen wärmer! Nur wenn die Sonne es einmal schafft, den wolkenverhangenen und immer wieder regnerischen Himmel zu durchbrechen geht das Thermometer über die 10°C. Dazu kommt natürlich an der Pazifikküste immer wieder ein strammer, kalter Wind.

San Francisco Bay umrunden wir vom Pazifik über das Küstengebirge kommend. In Berkeley genießen wir von der Höhe den Blick auf die Brücken über das Bay über die wir mehrmals fahren. Egal ob Bay Bridge, Golden Gate oder die Richmond Brücke, jede der Brücken aus den 30iger Jahren des letzten Jahrhunderts sind Sehenswürdigkeiten für sich über die wir nicht nur fahren, sondern sie auch zu Fuß erkunden. 36

Golden Gate Bridge in San Francisco

Es sieht schon toll aus, wenn ein Kreuzfahrtschiff unter unseren Füßen durch die Golden Gate Brücke fährt und wir von oben die fotografierenden und blitzenden Passagiere wie kleine Ameisen sehen.

San Francisco sehen wir uns genauer an, gelingt es uns doch mit unserem Wohnmobil für tägliche und abendliche Ausflüge erlaubte Stellplätze zu finden.

Von den Büroriesen des Financial Center schaudert es uns, sowohl bei der Durchfahrt als auch bei unserem Stadtrundgang. Können sie einem Erdbeben trotzen?

Über die Transamerika Pyramide am Rande der architektonischen Hochhaus-Errungenschaften der Finanzwelt spazieren wir in die Chinatown, die uns an andere Chinesen Viertel auf unserer Reise erinnert, wenn uns nicht die allgegenwärtigen Feuerleitern an den Häuserfassaden in die USA versetzen.

Es umgibt uns ein spaßiges Gemisch und problemloses Nebeneinander von Chinesisch und Englisch in Wort und Schrift, aber die besten Zeiten hat Chinatown hinter sich.

34Cable Car in San Francisco

Anders die nahe Cable Car, die die Stadtväter vor mehr als 50 Jahren schon einstellen lassen wollten und die wie eh und je mit Bremser und schwer arbeitendem Fahrer am riesigen Bedienungshebel ein Publikumsmagnet ist.

Natürlich fahren auch wir Cable Car, aber nicht von unten am Pier, wo geduldige Touristen sich in stundenlangem Anstehen von Straßenmusikanten unterhalten lassen und dem Drehen der Cable Car auf der automatischen Drehscheibe zuschauen.

Fisherman`s Wharf ist Touristenrummel pur.

Egal ob im Maritimmuseum, wo wir nicht nur einen alten Segler, ein U-Boot, ein Libertyschiff –beide 2. Weltkrieg- sondern unzählige kleine Fahrzeuge bis hin zu einer früheren Autofähre mit historischen Fahrzeugen, die vor den Bay Brücken die beiden Uferseiten miteinander verband, bewundern können oder in einem Spielautomatenmuseum ist genauso Gedrängel, wie auf Pier 39. Es spielen die Besucher noch genauso aktiv wie ihre Ur-Ur Ahnen. Allein die im Reiseführer angekündigten Seelöwen fehlen.

Es ist nicht zu übersehen, dass San Francisco nur noch das Image einer Hafenstadt pflegt. Die Containerschiffe steuern ins gegenüberliegende Oakland, durch das wir bei unserer Bayrunde fahren.

Den Ausflug nach Alcatraz, der ehemaligen Zuchthausinsel, schenken wir uns. Auf das Plastikcape, das im Fahrpreis bei dem windgepeitschten Meer drin ist, können wir verzichten.

Von der Richmondbrücke ist der größte Ölhafen Kaliforniens nicht zu übersehen. Wo Sacramento und San Joaquin River zusammen fließen führt uns der Weg ins vielgerühmte Weincountry mit Napa und Sonoma als den bekanntesten Orten. Von der als lieblich beschriebenen Region merken wir wenig. Ein Vergleich mit anderen Weingebieten hinkt. Vielleicht liegt es auch an der kalten Jahreszeit, wo in den großen flachen Feldern bzw. leichten Hanglagen mehr die mobilen Toilettenhäuschen als die kaum ergrünten Weinstöcke ins Auge stechen.

Die wenigen Windpropeller und kleinen Öfchen, die für Luftaustausch und Temperaturreglung sorgen sollen, müssen wir suchen. Dafür grüßen die großen Weinimperien von Weltfirmen.

Erst sind es wenige Radler, dann aber werden es immer mehr, die uns immer bestens ausgerüstet teils auf Rennrädern auch Tandems auf der Küstenstraße begegnen. Wenn der beschilderte Radweg aus topografischen Gründen die 101 mit benutzt, gibt es extra Radfahrerampeln vor Engstellen, insbesondere Brücken und Tunnel, die den Radlern ein ungestörtes Passieren erlauben. Wir sind immer wieder erstaunt, wenn die vielfältige verbale Beschilderung z.B.enge Brücken- narrow bridge- ankündigen. Platz für große Fahrzeuge und auch Radfahrer gibt es nach deutschen Maßstäben mehr als genug.

An die reizvollen Landschaftsbilder, malerischen Scheunen, sich am Straßenrand entlang ziehenden Holzhäuschen- die Garagen wirken manchmal größer als der Wohnteil-und die versteckten im Wald untertauchenden „Hexenhäuschen“ haben wir uns längst gewöhnt.

Manchmal haben wir den Eindruck, dass jede amerikanische Familie ein Wohnmobil nutzt. Wohnmobilparks, Campgrounds und Mobilhaussiedlungen sind genauso unübersehbar wie das riesige Angebot von Gebrauchten. Der als Anhänger gezogene PKW gehört dazu. Außerdem fallen die vielen „Storages“ auf, das sind riesige umzäunte und bewachte Garagenhöfe.

Unser Weg führt an kahlen Küstenfelsen mit immer wieder wunderschönen Aussichten auf die Pazifikküste entlang. Als wir die berüchtigte Knautschfalte zwischen der pazifischen und der kontinentalamerikanischen Platte- der San Andreas fault- passieren, denken wir daran, dass uns hier jede Sekunde ein Erdbeben erwischen kann.

Wenn die Küstenstraße, die von Gefängnisinsassen in den 20iger Jahren in die Steilküste gesprengt wurde, einen Bogen landeinwärts schlägt, glaubt man sich im tropischen Regenwald, so wild wuchern hier Bäume, Büsche und Blumen in den von Flüssen gebildeten Buchten.

In Fort Ross, das 1812 von den Russen als Vorposten ihrer Siedlungen in Alaska mit Holzgebäuden und Zäunen errichtet wurde, besichtigen wir die restaurierte Anlage.

Unterwegs bewundern wir wild wuchernden vielfarbigen Rhododendron, der das Grau und Weiß der Holzhäuser farblich aufmotzt.

Die Flussmündungen am Highway laden immer wieder zum Verweilen und Spazier

Am Meer überraschen uns noch einmal Wale.

Küstenorte sind eigentlich Fischerstädtchen was wir in dem als historisch beschriebenen Newport – aber hier ist alles historisch, was ein wenig älter ist- mit Seelöwen auf den Laufgittern der Fischfabriken sehen. Den Krebsen wird mit an langen Leinen ins Meer geworfenen benetzten Metallringen- als Köder dienen Hähnchenschenkel- zu Leibe gerückt. Eine bunte Mischung frierender oder aber auch in der Sonne auf mitgebrachten Campingstühlen Sitzender zieht die Körbe immer wieder hoch und alle bestaunen den zahlreichen aber meist viel zu kleinen Fang. Bevor ein großer Krebs in den mitgebrachten Eimer landet, wird er mit einer Art Schublehre vermessen.

Die Küstenwälder haben manchmal ein bedauernswertes Aussehen. Wir sehen immer wieder Schneisen von kahlen Baumriesen.

Allmählich verändert sich die Vegetation.

Anstelle der Zypressen sehen wir nun die Coast-Redwoods, die über 100m hoch wachsen können und einen riesigen Umfang aufweisen und bis zu 2000 Jahre alt werden. Für eine Durchfahrt unter einem Redwood ist unser Womo doch zu hoch, nicht zu breit.

Redwoods37

Leider sind viele Redwood Bestände Kaliforniens nur noch in Parks zu bewundern. Die Holzfäller haben in mehr als 100 Jahren ganze Arbeit geleistet.

Die Straße windet sich vom dichten Wald wieder zum Meer. Auf einmal grüßen zwischendurch weiße Dünen.

Überall warten Parkplätze, teilweise mit Wohnmobilstellplätzen aber auch mit Kassenhäuschen bzw. Kassenautomaten auf die Reisenden.

Mit Memorialday (Volkstrauertag) am letzten Montag im Mai beginnen die Hochsaison und die sehr langen Schulferien.

In Oregon kommen wir richtig im wilden Westen an. Uns erwartet eine vielfältige Landschaft, die erst ab ca. 1840 von Siedlern, die in 49Planwagen in den Nordwesten zogen, erschlossen wurde. Wer kennt nicht die Western mit Flößen auf den Kaskaden des Columbia River, den Trabern, die Ottern und Biber jagten und natürlich die vielen Indianerstämme, die sich letztendlich erfolglos gegen die Eindringlinge wehrten.

Portland feiert bei unserer Ankunft das 100 jährige Rosenfest mit einem großen eintrittspflichtigen Vergnügungspark am Willamette River, aber die Rosen spielen noch nicht mit Blühen mit. Angeblich gibt es hier die meisten Mikrobrauereien und die größte Kneipendichte von allen Städten der USA, aber davon bekommen wir wenig mit. Das Zentrum ist Parkverbots bzw. Kurzparkzone und in die Parkhäuser passen wir nicht. Dafür profitieren wir vom „Fairlesssquare“, die Straßenbahn im innerstädtischen Karee gibt es zum Nulltarif. Sightseeing mit dem Auto geht auch, rund um das Zentrum führen 2 Autobahnen, die hinauf in luftige Höhen und auf hohen Brücken 2 mal über den Fluss und einem Straßencanyon unter der Erde die Skyline von Portland zeigen. Wir glauben unseren Augen nicht zu trauen als wir auf der Burnsidebrücke Wildgänse mit ihren Küken zwischen den Autobahnfahrspuren ruhen und grasen sehen.

Portland gefällt uns mit seinen 12 Brücken unterschiedlichster Konstruktion, die in Sichtweite den Willamette überspannen. Der Saturdaymarkt am Wochenende mit Kunsthandwerk, Imbissküchen und Musikanten- trommeln u.a. auf Plastikeimer- ist ein Anziehungspunkt. Vor dem Besucherzentrum erwartet uns ein riesiger angekarrter Schneehaufen. Schnee ist nicht weit entfernt, was wir bei unserer Rundfahrt auf der historischen Straße (gebaut von 1915-21) entlang bis dem bis dahin nur per Schiff passierbaren Columbiariver und dem schneebedeckten Mount Hood –einem riesigen Vulkankegel (ca. 3000m)- sehen. Ab 1000m grüßen weiße Flächen aus den dichten wolkenverhangenen Wäldern. Allein die Skilifte an den vielen Skifahrerparkplätzen laufen nicht mehr.

Einkaufen in den USA ist ein „Vergnügen“. So viel Rabatte, Gutscheine, Mitgliedsausweise u.a. das muss man erst einmal kennen. Wir lachen gar nicht mehr, wenn uns an der Kasse das selbstverständliche alles o.k. und“ have a great day“ gewünscht wird. Besonders „freuen wir uns“, wenn auf dem Kassenbon noch einmal ausdrücklich der vermeintlich gesparte Betrag nicht nur umkringelt sondern besonders betont wird. Manchmal sparen wir laut Kassenbon mehr, als wir tatsächlich bezahlt haben. Aber anscheinend will man das hier! aber nicht bei IKEA und H & M, die es in Portland auch gibt.

38 Westküste USA und Kanada

 

38.1 Siebenundsechzigster Reisebericht 2011_06

 

Olympic Peninsula, Inlandpassage, Alaska, Yukon(Kanada) nach Fairbanks, Denali Nationalpark

 

Bevor wir die Olympic Peninsula umrunden, scheint uns nach der schon oft als „most liveable City“ der USA gekürtes regnerisches Portland, erst einmal die Sonne vom wolkenlosen Himmel am Pazifikstrand in Seaside.

 

Strandurlauber und ein Frauenfußballturnier auf mehreren Sandstrandfeldern sind ein Hingucker. Das eher seltene Strandvergnügen nutzen wir gerne, bevor es über eine nicht endend wollende Brücke hoch über den Columbiafluß weiter auf der US 101 mehr oder weniger küstennah weiter nach Norden geht.

 

Im äußersten Nordwesten der USA begleiten uns wieder eine wilde Küste, triefenden Wälder und teils getarnte aber dennoch unübersehbare Kahlschläge. Die allgegenwärtige Holzindustrie wirbt zwar mit großen Tafeln über ihre Aufforstungs- und Abholzdaten, an denen wir nicht mehr leben! Aber als etwas höher sitzende Wohnmobilfahrer fallen wir nicht mehr auf die nur schmalen Waldstreifen neben der Straße rein, die die riesigen Kahlschläge außerhalb des Staatsparks unsichtbar machen sollen.

 

Im staatlichen Regenwald begegnen uns noch die großen mächtigen 4 des nördlichen Regenwaldes- Sitka Tanne, Western Hemlock, Douglasie und Redcerder, dazwischen Roterle und Ahorn. Noch sind die größten Bäume dieser Welt zu bestaunen. Wie schnell sich das ändern kann zeigt uns der überall angekündigte und ausgeschilderte Weg zu „größten Tanne“ der Welt. Leider fehlt bereits die Baumspitze dieses über 2000 Jahre alten Riesen.

 

Auf einem anderen langen Spaziergang in den Regenwald bewegen wir uns auf den historischen Spuren der Holzfäller aus den 20iger Jahren, die wir vorher in einer Fotodokumentation – die finden wir in der USA immer wieder auf den guten mit Toiletten ausgestatteten Rastplätzen- vorgeführt bekommen. Die Natur

hat die Trasse der Eisenbahnschienen und die Verladeplätze, die zum Abtransport der Holzriesen von Nöten waren, längst zurück erobert. Geblieben sind überdimensionale Baumstümpfe mit mehrmeterbreitem Durchmesser und im verwesen befindliche Riesenstämme, die dem Abtransport widerstanden und Tännchen, die das Alter ihrer Vorgänger nie erreichen.

 

Bei den hohen Bergen fehlt uns im Nordwesten der USA einfach das Wetterglück. Sie verstecken sich immer in dichten Wolken. Auch die Olympic Mountans lassen sich abgesehen von den schneebedeckten Ausläufern nur erahnen.

 

Die Indigenoreservate erkennen wir schon frühzeitig an der Beschilderung „Casino“, die zum Glücksspiel einladen und mit Feuerwerksverkaufsständen locken.

 

Offensichtlich haben die Indigenos, die unter Bundesrecht fallen erfolgreich eine Gesetzeslücke in den sonst von Landesrecht bestimmten USA entdeckt. Die vollen großen Parkplätze sprechen dafür.

 

Apropos Landesrecht: In jedem Bundesland variiert die auf den netto ausgezeichneten Verkaufspreisen. Es werden Pound ( 453,59 g) ausgezeichnet auf die dann die Verkaufssteuer von 0 in Oregon bis fast 10% in Kalifornien, abgesehen von Lebensmitteln an der Kasse dazukommen. Auch Dosen- und Flaschenpfand ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Dann gibt es auch noch die lokale Steuer und in Alaska gibt es für alkoholische Getränke, auch Bier, im sonst landessteuer- und pfandfreien Land ein Aufgeld.

 

38Das größere Seattle buhlt wie Portland mit dem Zusatz „schönste Urlaubsstadt und most livable City“. Wir genießen die Spaziergänge entlang der Uferstraße und den ältesten aktiven „Bauernmarkt“, der sich uns fest in asiatischer Hand zeigt. Die Klischees der Reiseführer finden sich alle bestätigt.

 

Am Wochenende finden wir sogar im Zentrum einen freien Parkplatz. Die Höhe der Parkgebühren vermiest während der Woche jegliches parken. Jetzt wissen wir auch wo Starbucks herkommt. Seattle ist kaffeesüchtig und Starbucks, das 1971 von hier startete allgegenwärtig. Auch Microsoft und Boeing kommen aus Seattle. In diesem großen Flugzeugwerk mit 30 000 Mitarbeitern können wir in der weltgrößten Halle zuschauen, wie die Boeing 747, 777 und der noch nicht ausgelieferte aber fliegende Dreamliner entmontiert werden. Von diesem gibt es keine Blaupausen sondern nur noch elektronische Pläne und über 60 % der Teile kommen von Zulieferern. Da brauchen wir uns nicht zu wundern, dass sowohl die Eisenbahn, als auch die Autobahn direkt ins Werk führen. In der „Hall of Dreams“ begegnet uns Flugzeuggeschichte. Wir sehen, wie ein Triebwerk funktioniert und wie man TOP und nicht „Holzklasse“ in einem Flieger sitzen kann.

 

Den Weg nach Alaska haben wir schon lange vorbereitet. Die Fähre durch die Inlandpassage von Bellingham/Washington nach Skageway/Alaska buchten wir, ein Gedenk der Erfahrung anderer, bereits im letzten Jahr.40

 

Russland verhökerte 1867 diese leergejagte Kolonie für ein Trinkgeld von weniger als 10 Cent/ha für 7.2. Mio Dollar an die USA und ärgerte sich kurz darauf als dort ein Goldrausch den nächsten jagte und Menschen in dieses unerschlossene fast menschenleere Land strömten. Heute sind es die Touristen und viele Wohnmobile.

 

Mit unserem Schiff „Columbia“ bewegen wir uns für 4 Tage auf der damaligen Rennstrecke durch die Inselwelt zu den vor 115 Jahren bekannt gewordenen Klondike Goldfeldern. Über die auf dem Schiffdeck aufgestellten und festgeklebten Zelte schmunzeln wir genauso wie über die Passagiere auf dem „Solar“. Deckenstrahler sorgen für Wärme auf diesem halboffenen Solar- Deck, wo kabinenlose Passagiere eng an eng auf Plastikliegen in Schlafsäcken logieren. Da genießen wir lieber unsere komfortable Etagenbettkabine mit Heizung und großem Duschbad.

 

Es ist ein Inselhüpfen durch herrliche Fjorde und schmale Passagen, nachdem es vorher an den kanadischen Häfen ohne Stopp vorbei geht. Die vielen Kreuzfahrtschiffe können unsere Route größenbedingt nur teilweise passieren und liegen bereits in jedem angelaufenen Hafen, so auch in Juneau, der (Insel)Hauptstadt von Alaska, wo nicht nur aus- und eingeschifft wird, sondern die Hundehalter jede Gelegenheit nutzen ihre im Auto zurückgelassenen „Lieblinge“ Gassi zu führen. Wir fühlen uns auf dem Schiff wie im Panoramakino. Ein Ranger erklärt dem teilweise schlafendem Publikum- das Altersheim lässt grüßen! -das Wesentliche. Wale, Fischadler und alles was sonst noch kreucht und fleucht sorgen für zusätzliche Abwechslung in dieser Bilderbuchlandschaft, wo die Bäche immer wieder an den fast senkrechten Steilhängen aus dem schmelzenden Schnee in selbstgebildeten Schneisen ins Meer stürzen.

Skageway empfängt uns als Openair Museum der Goldrauschzeit. Die Gebäude stammen aus dem Boomjahren 1897-99 in denen Skageway Landehafen und Ausgangspunkt für die vom Goldrausch besessenen und mit über 20 000 Einwohnern die größte Stadt Alaskas war. Von dem abenteuerlichen Städtchen ist nicht viel übrig geblieben. Wir sehen noch die berühmten historischen Kneipenadressen und Häuser, die heute mit Juwelier- und Andenkenläden locken. Die Bürgersteige aus Holzbohlen müssen in der kurzen Saison viele Touristenfüße ertragen.

 

Mehrere 10 000 starteten von hier auf dem strapaziösen Weg und mussten dabei eine knappe Tonne Lebensmittel (aus Seattle) zum Überleben für ein Jahr mitschleppen. Mit dem Bau der Schmalspurbahn der White Pass und Yukon Route, von Skageway nach Whitehorse endete der damals mörderische steile Fußweg über den Chilkoot Trail. Heute verkehrt die Eisenbahn wieder für die Touristen.

 

Auf Alaskas Autonummernschildern ist die Menschenschlange über den Passweg gegenwärtig.

 

Im Gegensatz dazu empfängt uns die gesichtslose moderne nüchterne Hauptstadt des kanadischen Yukon, Whitehorse, dem Treffpunkt mit den Wohnmobilfahrer auf dem Wal Mart Parkplatz, die auf dem kanadischen Landweg nach Alaska bzw. nach Süden über den Alaska Highway zurück wollen. Eine Landverbindung zwischen dem Mutterland USA und Alaska gibt es nur durch Kanada. Die damals namensgebenden berüchtigten Stromschnellen des Yukon gibt es nicht mehr. Sie sind in einem Stausee verschwunden. Dafür begrüßt uns bei

der Einreise nach Kanada ein Kolibri und kurz später ein Schwarzbär, der am Straßenrand genauso überrascht wie wir war.

 

Die Baustelle am Uferpark von Whitehorse lässt uns nur erahnen, wie man von hier weiter mit Sack und Pack die Reise auf dem Yukon, dem einzigen Weg nach Norden, Richtung Dawson City fortsetzte. Das werden wir auf dem Rückweg erleben, aber erst fahren wir auf dem im 2. Weltkrieg durch die Wildnis geschlagenem Alaska Highway nach Norden.

 

Vor Faibanks bestimmt die Luftwaffe den immer wieder mit atemberaubenden Landschaft und Flussbildern glänzenden Weg.

 

In North Pole empfängt uns ein überlebensgroßer Nikolaus, der das ganze Jahr strahlt und von jedem amerikanischen Kind gekannt wird. Wir sind am 24.6., also genau 6 Monate vor Weihnachten beim Nikolaus, der hier zu Hause ist, Wünsche entgegen nimmt und rechtzeitig seine Karibus vor den Schlitten anschirrt um alle, hoffentlich auch unsere, Wünsche zu erfüllen, die wir extra aufgeschrieben haben.

 

Natürlich gibt es auch in Fairbanks am nördlichsten Punkt unserer Reise alles zu Kaufen. Die großen bekannten Supermärkte quellen mit ihrem üblichen Warenangebot über, obwohl im Permfrost von Alaska so gut wie nichts wächst.

 

Im 7 monatigen Winter wird es im Dezember/Januar nur 3 Stunden hell, dafür jetzt nicht dunkel. Tiefe Temperaturen (-25°) sind genauso normal wie Schnee, Stirnlampen und Stecker an den Autos. Moskitos sind unterschiedlich aktiv aber im kurzen Sommer immer präsent. Die Schlittenhunde machen wärmebedingt „Urlaub“, bevor im Winter die Schlittenhunderennen für Unterhaltung sorgen. Sie müssen jetzt in kältere Regionen.

 

Über Regen schreiben wir nicht, es gibt nämlich zwischendurch auch ausnahmsweise Sonnentage mit über 30°. Die Sonne scheint, wenn da, fast rund um die Uhr, es wird nicht dunkel und nach 2 Stunden geht die Sonne nach Mitternacht wieder auf. Mittlerweilen haben wir 10 Stunden Zeitunterschied zu Deutschland. Wenn wir frühstücken wird in Deutschland zu Abend gegessen.

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Erst 1957 entstand der Denali Highway und es dauerte noch weitere 14 Jahre bis zur Straße von Fairbanks nach Anchorage und der Zufahrt zum Denali Nationalpark, einem der größten und beeindruckendsten geschützten Wildnisse

der Erde. Die Hauptattraktion Natur wird durch die Tierbeobachtungsmöglichkeiten getoppt.

 

Uns hält das Regenwetter nicht ab und wir schaffen es tatsächlich morgens als letzte die Busfahrkarten zu dem an diesem Tag äußersten Parkpunkt „Wonder Lake“ zu kaufen.

 

Mit „Welcome folks“ und „Augen auf“ begrüßt uns unser Busfahrer auf der 9 stündigen Hin – und Rückfahrt, insgesamt 280 km. Wir sind zu unserer Überraschung nur 10 Fahrgäste in dem Bus vom Typ der überall in den USA anzutreffenden Schulbusse, die mehrere 1 000 Touris täglich in den für den individual Verkehr gesperrten Nationalpark befördern.

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Unser Bus ist quasi ein Lumpensammler- Man kann aus- und einsteigen wo man will und bereits auf der Fahrbahn anhaltende Busse signalisieren, dass etwas im „Busch“ ist. Wir sehen bis abends nach 21 Uhr alles was das Prospekt an Tieren verspricht: Grizzlies, Elche, Karibus, Dallschafe, einen Wolf, der sich direkt vor unseren Bus legt, Rotfuchs und natürlich auch das arktische Backenhörnchen, das vor uns beiden ein fotogenes „Männchen“ macht.

 

Der König der Berge, Mt. Mc Kinley, 6194 m, höchster Berg des amerikanischen Kontinents, verweigert uns die Audienz, er ist noch nicht einmal in den tiefen Wolken zu erahnen. Auf der Strecke gibt es viele gutausgebaute Tribünen für den Superblick, den es aber nur an wenigen Tagen im Jahr gibt.

 

 

38.2Achtundsechzigster Reisebericht_ 2011_07

 

Von Anchorage/Alaska/USA nach Calgary/Kanada

 

Alaska, Yukon, Rocky Mountains

 

Wir setzen unsere Alaska-Rundfahrt durch die landschaftlich schöne tannenbewachsene gebirgsumgebene Permfrostgegend auf unendlichen abzweigloser Asphaltstraße fort.

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Anchorage kündigt sich bereits früh mit am Straßenrand stehenden Holzhäusern, die teilweise mit ihren rostigen Autowracks an einen Schrottplatz erinnern, an. Die Straße wird mehrspurig und das Amerika übliche Häuserpanorama mit Flugplatz, Lagerschuppen, Automeile, Einkaufmärkten, Hochhäusern erwartet uns in dieser weitläufigen Stadt.

 

Das alte Zentrum liegt etwas abseits der neuen Verkehrsadern und ist mit seinem samstäglichen Bauernmarkt genauso ein Anziehungspunkt wie mit dem informativen Besucherzentren, die mit Runduminfos glänzen. Es gibt jede Menge Karten und Broschüren im Übermaß und natürlich Geschichte in diesem Dreh-und Angelpunkt Alaskas in den fast die Hälfte der ca. 700 000 Alkans lebt.

 

Kaum vorstellbar, dass vor 100 Jahren in dieser Ebene zwischen 2 Flußarmen die heute „Native people“ genannten Ureinwohner ihre ertragreichen Lachsfischgründe für sich alleine hatten, während wir die vergeblichen Bemühungen der im Uferschlamm und Fluss nebeneinander aufgereihten Angler „bewundern“.

 

Wir genießen die im Kern steuerfreie Stadt, füllen unsere Vorräte auf, helfen mit unserem Gasflaschenadapter aus und halten das ein oder andere Schwätzchen mit einem der vielen Womofahrer, die sich aber auch auf der ca. 600km langen einzigen Straße auf der Kenai-Halbinsel „verlaufen“.

 

Was es so mit dem Angeln auf sich hat bekommen wir bald erzählt. Der 1.“Run“ der Lachse ist längst durch und der 2. noch nicht in Sicht. Es gibt kaum etwas zu angeln. Die vielen großen Fotos mit Riesenlachsen stammen alle aus den 80iger Jahren, was uns doch sehr zu denken gibt, als wir später an einem traditionalen Lachsfangplatz lesen, dass seit 2010 zum Schutz der wenigen Fische nicht mehr geangelt werden darf.

 

Wieder begleiten uns tolle Gebirgs- und Gletscherkulissen. Beim sonntäglichen Mittagskaffee in der Sonne erleben wir sogar einen unfallbedingten langen Stau auf dem Seward-Hwy, der sich neben Eisenbahn und Steilhang an die tief ins Landesinnere reichende Bucht- Turnagain Arm- schmiegt. Von der spektakulären Flutwelle, mit der das Meerwasser nach der Ebbe hereinbrechen soll, merken wir nichts. Das schlammige Watt mit seinen Schlickpolstern füllt sich lediglich langsam, dafür begegnen uns in einem geschützten flachen Flussarm große Lachse und Forellen.

 

Ungeachtet der Hochsaison finden wir immer schöne freie Übernachtungsplätze und einsame Spazierwege, wo uns die Bärenangst begleitet, aber außer Karibus und niedliche Erdhörnchen begegnet uns niemand. Entweder verlaufen sich die Wanderer in der menschenleeren Wildnis oder aber sie hocken auf einem der vielen Campingplätze mit ihren abgesetzten Wohnanhängern bzw. Bussen und kutschieren mit den mitgeführten Quads durch die Landschaft.

 

Zeugnisse der früheren russischen Besiedlung der Halbinsel sind orthodoxe Holzkirchen, die ihren früheren Glanz nur noch erahnen lassen und russisch klingende Ortsnamen.

 

 

Die sich als „Halibut fishing capital oft he world“ anpreisende Hafenstadt Homer präsentiert sich von einem großen Parkplatz mit einer faszinierenden Aussicht in die grüngraue Bay, die von unzähligen Gletscher gekrönten Gipfel umrahmt wird. Wir sehen den Homer Spit, einen betonierten Landstreifen, der 7 km weit in die Bay hinaus ragt. Wie auf einem ausgestreckten Arm führt er mitten in die Meerespracht und ist dicht gedrängt mit sich aneinander reihenden Campingmobilparks gefüllt. Daneben knattern die Zeltplanen der vielen Zelte im Wind. Links und rechts locken auf Pfeilern ins Wasser montierte Häuserzeilen mit kleinen Läden, Kneipen, Eisdielen und Vermietfirmen. Natürlich lassen wir die mit Dollarscheinen tapezierte Kneipe in einem unscheinbaren Holzhaus nicht aus.

 

Von Überfüllung kann, wie auf dem ganzen Spit, nicht die Rede sein.

 

Bei der Rückfahrt nach Anchorage begleitet uns besseres Wetter. Wir genießen die Bilderbuchkulisse an der Quelle des Kenaaiflusses, die aus einer weit verzweigten Gletscherzunge, die sich am unteren Ende nur noch erahnen lässt, in einem See mündet.

 

Wir trauen anfangs unserer Augen nicht, als wir in einem der vielen kleinen Seen in einer Flusslandschaft bis fast in Schulterhöhe versinkende Elche nicht beim Baden, sondern beim Fressen beobachten können.

 

Nach einem Zwischenstopp in Anchorage geht es auf dem Glenn-Hwy und Tokcutoff wieder durch eine grandiose Fluß- und Gletscherlandschaft.

 

Tok kennen wir bereits. An der Tankstelle wartet ein Hochdruckreiniger für eine schnelle Autowäsche.

 

Jetzt locken Dawson City und der Top oft the World-Hwy, der seinen Namen nicht verdient. Die Straße aus Goldrauschzeiten ist nur anfangs geteert. Wir sehen im Fluss aktive moderne Goldwäscher und im ehemaligen Goldgräberdorf Chicken noch eine im trocknen liegende Riesenbaggerruine-Dredge- . Sie sieht wie ein mächtiges Schiff aus. Die Erdschaufeln zogen sich durch den mühsam aufgetauten Permfrostboden. Im Inneren wurde das Baggergut gewaschen, Gold aussortiert und am Ende wurde das meiste wieder ausgeworfen.

 

Chicken lebt nur noch in den 3 Sommermonaten vom Tourigeschäft mit 40 Einwohnern die sich in der restlichen Jahreszeit auf 4 minimieren.

 

Die Grenzabfertigung in fast 1400 m zwischen Alaska-Yukon/Kanada ist nur in den Sommermonaten besetzt.

 

Unser Versuch aus der USA auszureisen misslingt. Die nette Zöllnerin weist darauf hin, dass wir letztendlich die USA auch via Kanada nur in ein 3.Land verlassen können.

Ohne Anstehen führt uns die morgendliche Fähre über den Yukon nach Dawson City, wo in den letzten Jahres des 19. Jahrhunderts am Zusammenfluss von Yukon und Klondike ein ungeahnter Goldrausch die Menschen wie verrückt anzog.

 Im Nichts der Wildnis schoss eine 30 000 Einwohner große Stadt aus dem Uferboden um kurz darauf als Verwaltungszentrum des Yukon Territoriums und Versorgungsstation für Minenarbeiter dahin zu siechen.

 

Andere Goldfunde im Norden entvölkerten die Stadt, als ab 1900 das Gold des Klondike mit gigantischen Schaufelbaggern- Dredges- ausgebeutet wurde. Als Dawson City auch noch seinen Status als Provinzhauptstadt verlor- 800 Mitarbeiter zogen ins verkehrsgünstige Whitehorse- drohte der Weg zur Geisterstadt, doch der ansteigende Goldpreis lockte neue Goldsucher. Mittlerweilen durchwühlen moderne Maschinen das Erdreich jener Bäche erneut durch. Geblieben sind mit teils verfallenen Holzhäusern bebaute Straßen, eine große permfrost bedingt schiefe Kirche, neue Hotels, Souvenirläden und neue Salons. Die Yukonuferstraße ziert neben dem trocken gelegten Raddampfer- SSKeno- ein Pavillon, um den sich viele Zuschauer bei dem Musikfestival am Wochenende gruppieren.

 

Die riesige Dredge Nr. 4 ist auf ihrem letzten Ruheplatz ein im Wiederaufbau befindliches Denkmal.

Auf der abenteuerlichen Panoramastrecke des ca. 740 km lange Dempster Hwy bewegen wir uns weit in das Land der Mitternachtssonne. Nachts wird es um diese Zeit so gut wie nicht mehr dunkel. Als einzige öffentliche Straße des amerikanischen Kontinents führt er seit 1979 von der Zone der nördlichen Wälder durch die Subarktis bis hinauf an den Rand des Eismeeres. Die Erdstraße nach Norden führt uns durch Taigawälder aus besenstielgroßen Tannen und durch Tundragebiete. Erdstraßen und Regen vertragen sich nicht, was wir bei Dauerregen zu spüren bekommen. Mehr als 100 km Schlammschlacht und entgegenkommende LKWs verwandeln unser Womo in ein Schlammmobil, an ein Aussteigen war nicht zu denken. Ab und zu erfreuen uns Elche und Schwarzbären. Einer macht sogar mit seinem fotogenen Männchen auf sich aufmerksam.

 

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Polarkreis, Dempster Highway

 

An der Wegmarke Polarkreis machen wir es wie die wenigen anderen die uns unterwegs begegnen und kehren um.

 

Mit einem Hochdruckreiniger löst sich später der dicke Schlamm im nu.

 

Von Dawson City nach Whitehorse orientiert sich die Asphaltstraße im Wesentlichen am Verlauf des früheren Winterweges. Teils aufgelassene Roadhäuser erinnern an den 810 km langen Klondike Hwy und an die Strapazen der früheren Reise. Im Sommer konnte der Yukon von Whitehorse aus mit dem Raddampfer befahren werden. Im Winter bewältigten Pferdeschlitten diese abenteuerliche Strecke auf der wir verabredungsgemäß einen Schweizer Reisebekannten wiedertreffen.

Whitehorse kennen wir schon. Hier wohnen inzwischen 2/3 der Bevölkerung des Yukon. Von hier führt uns der 1942 als Pionierstraße gebauter 1400km lange Alaska Hwy Abschnitt nach Süden an den Ausgangspunkt in Dawson Creek, wo damals Endpunkt der Eisenbahn in Alberta/Kanada war.

Meile „ 0“ des 2240 km langen Alaska Hwy erleben wir im strömenden Regen genauso wie die dokumentierte Entstehung und Auswirkung der legenderen Straße in den bis dahin unerschlossenen hohen Norden, nachdem die Japaner 1942 die 3 äußersten Aleuteninseln besetzten.

 

Wir sind inzwischen am Prärierand angekommen und fahren durch eine hüglige Landschaft mit gelbblühenden Rapsfeldern, noch im Wuchs stehendem Weizen und riesigen Rinderfarmen. Städte wie Grande Praerie, Grande Cache bieten ein Einheitsbild, großer Parkplätze, Einkaufszonen und abgegrenzte Wohngebiete. Neue Häuser entstehen in Schnellbauweise aus vorgefertigten Spanplatten, die dann isoliert und verkleidet werden.

Die vielleicht schönste Straße Kanadas führt uns über 230 km durch die Nationalparks Jasper und Banff in die Rocky Mountains. Von den Autokaravanen, die sich im Sommer in dieser Seen-, Wälder- und Gletscherwelt bilden sollen, merken wir wenig. Allein wenn wieder einmal ein Bär oder sonstiges Wild am Straßenrand zu sehen ist, bilden sich schnell Autoanhäufungen. Jeder will natürlich neugierig sehen, was da fotografiert wird. Ungeachtet aller Warnungen können wir uns teilweise nur wundern, mit welcher Sorglosigkeit Jung und Alt diesen wilden Tieren begegnen.

Die „coolste“ Sehenswürdigkeit liegt auf halben Weg am Columbia Eisfeld. Der Athabascagletscher reicht nah an die Straße. Markierungen bezeugen seinen Rückgang seit dem letzten Jahrhundert. Den Spaziergang an die Gletscherzunge lassen wir uns auch bei über 2000m und kaltem strammen Wind nicht entgehen.

In Lake Louise, das aus unserer Sicht noch mitten im Nationalpark liegt, beginnt schon wieder eine breite 4 spurige Autobahn neben der stark befahrenen Eisenbahnstrecke.

80 km vom Ostrand der Rockys entfernt liegt die frühere „Cowtown“ Calgary, die ab Anfang des 20. Jahrhunderts beschaulich von der Viehzucht lebte, bis Öl- und Gasfunde Mitte des 20. Jahrhunderts einen Boom auslösten und die Hightech-Industrie folgte. Wir besuchen einen Schauplatz der Winterolympiade 1988 mit dem Eiskanal und den Sprungschanzen. Heute baggern die Lifte Mountainbiker auf den steilen Hang. Wir sehen eine Skisprungsimulation am Drahtseil des Liftes, die mit Bremsschirm endet.

Die Innenstadt von Calgary mit ihren Wolkenkratzern, die durch lange Gänge-und Brückensysteme wettergeschützt verbunden sind, erkunden wir bei endlich einmal herrlichem Sommerwetter und bewundern das gläserne Rathaus.

An den riesigen Shoppingmalls können wir in dem hochpreisigen Kanada leicht vorbei fahren.

46Jetzt stehen wir mitten in der Prärie wieder mit wogenden gelben Rapsfeldern zwischen Heuweiden und Weizenfeldern. Am Horizont erheben sich die noch schneebedeckten Rocky Mountains. Vor uns pumpen viele „Schwäne“ das schwarze Gold aus dem Boden. Ein Markstein mit einem stilisierten Bohrturm erinnert an eine untergegangene kurzlebige Ölboomstadt

38.3 69. Reisebericht 2011_08

 

Calgary/Kanada- Glacier Nationalpark/Montana/USA –Flathead Lake/Montana

Unser Weg führt uns auf dem Cowboy-Trail parallel zu der Ostflanke der Rocky Montains durch die endlose, hüglige Prärie. Es ist Heuernte. An den wenigen Abzweigen zu den großen entfernten Farmen glauben wir Lasso schwingende Cowboys und jagende Indianer vor uns, die sich aber als lebensgroße Schattenrisse neben den vereinzelten großen Rinderherden entpuppen.

Die wenigen übrig gebliebenen Bisons, die einmal diese Prärie zu tausenden bevölkerten und Nahrungsquelle für die nicht sesshaften Prärie-Indianer bildeten, grasen nur noch in kleinen Naturreservaten. Bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Bisons gezielt praktisch ausgerottet; dadurch waren die Indianer in ihrer bisherigen Kulturform als Prärie-Indianer ebenfalls praktisch zum Aussterben verurteilt.

Vorbei am kanadischen Waterton-Lakes-Natonalpark geht es durch das erste grenzüberschreitende Naturschutzgebiet zum Glacier Nationalpark mit dem schönen gemeinsamen Namen „Internationaler Friedenspark“.

Wir fahren wieder richtig in die Berge mit ihren 3000er Gipfeln. Schranken am Straßenrand machen aufmerksam, dass die Straße wetterabhängig befahrbar und der Grenzübergang nicht durchgehend geöffnet ist.

Auf ca. 2000m grüßt die US Grenzabfertigung nicht nur mit fröhlichem „Hello“ und einem schönen Tier-Stempel in unseren Pass. Wir werden auch gleich aufgeklärt, dass wir mit unserem 10-Jahresvisum dauernd aus den USA aus–, und wieder für 6 Monate einreisen dürfen. Mit 6 $/Person sind wir mit einer Verlängerung dabei.

Es liegt noch viel Schnee im Glacier NP. Der ihn durchquerende Logan-Pass ist erst seit dem 16. Juli wieder passierbar. Auf unserer Parkwanderung stapfen wir mit vielen anderen Wanderern bei strahlendem Sonnenschein durch hohen Schnee. Es ist Hochbetrieb und die kostenlosen Parkbusse, die wir auch nutzen, sind stark frequentiert. Bären, vor denen überall gewarnt wird, zeigen sich desinteressiert in weiterer Entfernung. Dafür beklotzen uns neugierige zottelige 55weiße Bergziegen mit ihren Zicklein, die erst vereinzelt später sogar in größeren Gruppen am jungen Grün neben dem Weg nippeln und sich genauso wenig wie die putzigen, bettelnden Backenhörnchen an den Wandern stören.

Die Seen aus der Eiszeit sind natürlich Besuchermagnet und Anlaufpunkte der knallroten Cabrioausflugsbusse im Antiklook, die an alpine Postbusse erinnern. Auch wir fahren über die enge Passstraße vorbei an einem Farbenrausch von Blüten und schäumenden Wasserfällen im Herz der 3000km langen Rocky Montains, die uns jetzt an ihrer Westflanke begleiten.

Wir kommen gerade rechtzeitig zur verspäteten Süßkirschenernte an den Flatehead Lake. Er ist der größte natürliche Gletscher-See in der westlichen USA, ein Badesee, der uns zum längeren Verweilen einlädt. Mit unserem Wohnmobil können wir direkt am gepflegten Seeufer parken, bei Safeway gibt es Internet und dahinter bietet ein riesiger Wal Mart Parkplatz ruhiges übernachten.

57Eine Einladung zu einer trotz Echolot fischlosen ganztägigen wunderschönen Angeltour nehmen wir gerne an. Auch wir versuchen uns vergeblich. Unterwegs durchstöbern wir gemeinsam eine „Primitive State Park“ Insel mit wilden Pferden und Bighornschafen, die wir tatsächlich auf unserem staubigen Weg durch die brottrockene steile Hügellandschaft zu Gesicht bekommen. Baden im herrlichen Seewasser runden den erlebnisreichen Sonntag ab.

Von den vielen Booten, die an den Bootsstegen vor den großen Häusern des buchtenreichen Seeufers zu sehen sind merkt man abgesehen von ihrem manchmal höllischen Lärm wenig. Lustig sind die Familienboote, die wie schwimmende Wohnzimmer über den See tuckern. Überall gibt es Bademöglichkeiten und Slip Anlagen zum Einlassen der Boote, die wie vieles andere von den großen Wohnmobilen durch die Gegend gezogen werden.

Nach schönen erholsamen, warmen Seetagen in Polson machen wir nun eine große Runde durch das bergige Grasland von Montana. In Missoula ziehen noch große Rauchschwaden durch die entfernten Bergwälder. Überall stehen die Feueranzeigen auf „rot“ und signalisieren höchste Brandgefahr in der immer herbstlich werdenden Landschaft.

Jetzt stehen wir in der Landeshauptstadt Helena- hat immerhin 30 000 Einwohner- und wollen auf anderer Route, aber über den Glacier NP, zurück nach Calgary, wo wir am Flughafen Deutschlandbesuch abholen.

38.4 Siebzigster Reisebericht 2011_09

 

Besuch aus Deutschland, Katja kommt, eine Rundreise zurück nach Kanada- von Calgary nach Vancouver- wieder nach Montana/USA

 

Für unseren Besuch wird unser kleines Womo-Reich erst einmal wieder platzmäßig sortiert und Wäsche in einer Landromat gewaschen, wo die 25Cent Stücke, sowohl die großen Waschmaschinen, wie auch die noch größeren Trockner füttern. Wir versuchen nach Farben zu trennen, aber bei den niedrigen Waschtemperaturen laufen sowieso keine Farben aus. Hinterher landet alles zusammen im Trockner. Im Freien Wäsche aufhängen ist nicht erlaubt.

 

In Helena, der Hauptstadt von Montana, ist der Geldsegen aus Bergbau und Landwirtschaft im 1899 erbauten Capitol nicht zu übersehen. In einer Führung, ohne vorher gescannt, registriert oder abgetastet zu werden, dürfen wir die ehrwürdigen Räume für Repräsentanten und Senatoren mit modernsten Abstimmungs- und Kommunikationsanlagen besichtigen. Jugendstillampen beleuchten riesige Bilder mit Indianer und Eisenbahnscenen.

 

Später klopft auf einem Highwayparkplatz ein bärtiger behelmter Radler ans Womo. Nils und Bettina, die wir am Ende des Alaska Hwy in Delta Junction nach ihrem Start in Anchorage kennen lernten strampelten uns die Bergstrecke mangels anderer Straßen auf dem Randstreifen der Autobahn entgegen. Bei Kaffee und Plätzchen schwätzen wir bis kurz vor dem Dunkelwerden. Sie verabschieden sich nach Helena und für uns geht es durch ein Felslabyrinth wieder gen Norden.

 

Auf der hügligen Prärieebene führt unser Weg entlang der Rocky Mountains ins Blackfeetindianerland. Indianerreservate sind leicht an Äußerlichkeiten zu erkennen. Hier dürfen die Hunde leinenlos wieder Hund sein. Bei der Asphaltierung der Zufahrtswege wird gespart und das Sprichwort „wie bei Hempels unterm Sofa“ fällt oft bei uns.

 

Jörg-Erichs Zahn hat sich mal wieder verabschiedet, da bietet sich die Hauptstadt der Blackfootindianer (Schwarzfußindianer gibt es tatsächlich) für einen Zahnarztbesuch an. Aber welch Überraschung. In dem modernen Hospital mit Zahnklinik muss man als Patient Indianer oder speziell registriert sein um behandelt zu werden. Hilfsbereit wird gleich rundherum telefoniert und ein Zahnarzttermin „fast um die Ecke“ verabredet.

 

Dann schauen wir aber doch ein wenig dumm, nach Cut Bank, dem nächsten Ort außerhalb des Reservates sind es gerade mal mehr als 50km auf fast schnurgerader Straße mit Kühen am Straßenrand. Dank GPS ist es ein leichtes die Praxis zu finden und einer der Zahnärzte nimmt sich ohne längeres Warten dem abgebrochenen Teil an.

 

Wir sind mal wieder auf den Spuren von“ Levis und Clark“, an die an historischen Markern und Schildern erinnert wird. Sie durchquerten im Auftrag des damaligen Präsidenten zu Beginn des 1900 Jahrhunderts erstmals überhaupt gezielt den Kontinent von Osten nach Westen an den Pazifik.

 

Den Glacier Nationalpark erleben wir diesmal mehr oder weniger schneelos. Wo wir bei unserem ersten Besuch noch durch tiefen Schnee stapften, sehen wir jetzt asphaltierte bevölkerte Wanderwege. Aber wir finden etwas abseits eine schöne Wanderstrecke.

 

Fort Macleod ist auf kanadischer Seite ein frühes Sicherungsfort im Blackfootindiandergebiet. Mit seinen Holzpalisaden erinnert es an jeden Western.

 

Das Wifiangebot am Fort lässt uns den Flug unseres Besuches mit verspätetem Start in Frankfurt bestens verfolgen, so dass wir abends pünktlich zum Abholen am Flugplatz in Calgary stehen. Es ist wie Weihnachten, französischer Käse, Schwarzbrot, Schokolade und Bücher werden ausgepackt und uns läuft die Spucke im Mund zusammen.

 

Der erste Montag im September ist wie in der USA Feiertag „ Laborday“- Tag der Arbeit- und zeigt zugleich das Ende der Hochsaison an.

 

Natürlich gibt es in Calgary wieder den obligatorischen Stadtrundgang und den Besuch des Olympiacentrums.

 

Die weitere Gegend kennen wir schon. Wir zeigen eine große weidende Büffelherde und freuen uns auf ein Wiedersehen der Nationalparks Banff und Jasper. Diesmal bei strahlend blauem Himmel und auch auf dem Eisfeld lacht die Sonne beim Gletscherspaziergang.

 

Leider verstecken sich die Bären, es gibt nur wilde Bergziegen zu sehen.

 

Im großen „Wells Gray“ Provinzial Park locken unterschiedlichste grandiose Wasserfälle, die sich aus tiefen Felsschluchten stürzen, zum Erwandern.

 

Mit welcher Energie große Lachse und Forellen durch Stromschnellen zu ihren Laichplätzen wandern, können wir an einem kleinen Fluss Buckel bewundern. Solange wir mit Begeisterung die Fischabstürze in den reißenden Fluß verfolgen, hat es kein Fisch geschafft das Hindernis zu nehmen.

 

Später sehen wir zweimal Laichplätze der Lachse, die nach dem Eierablegen verenden. Es sieht wie ein großes Fischsterben aus. Bären fressen kein Aas.

 

Nach Kamloops, einem modernen Einkaufszentrum, erweitert sich der Fluß zu einem See, der links und rechts von Erz- und Kohlenzügen stark befahren wird. In der trockenen Savanne genießen wir in einem bereits erschlossenen, aber abgesehen von einem grünen Golfplatz noch nicht bebautem Neubaugebiet das herrliche Spätsommerwetter in den Bergen.

 

Das Wetter verschlechtert sich als wir nach Whistler, dem Austragungsort der alpinen olympischen Wettbewerbe von Vancouver 2010 kommen. Mit den kurzen Hosen ist es vorbei. Auch der bisher ungenutzte im Reisegepäck verwahrte Anorak muss her, als wir durch das Wintersportparadies mit Fußgängerzone und riesigen Parkplätzen schlendern. An den Skiliften stehen bestens ausgerüstete Mountainbikefahrer mit ihren speziellen Bikes an.

 

58Bis Vancouver begleitet uns Regen auf der 4spurig ausgebauten Straße. Wir stehen in West Vancouver mit Blick auf die Lions Gate Brigde, die sich von hoher Klippe in grazilem Bogen 70 m über dem Wasserspiegel spannt.

 

Neben uns erinnert eine Gallionsfigur an die große Zeit um die Jahrhundertwende, als diese Stadt, wie aus dem Nichts erwachte. Vorher segelten die Schiffe achtlos an der Mündung des Frazer Rivers vorüber und steuerten Victoria auf Vancouver Island, dem Sitz der Hudson`s Bay Company und heute Landeshauptstadt von British Columbia, an.

 

Unser deutsches Nummernschild fällt auf, wir werden immer wieder nach dem woher und wohin auf Deutsch angesprochen. Dem Hinweis, dass die große Royal Mall zwischen 10- und 15 Gehminuten entfernt sei, folgen wir spontan, merken aber schnell, das Gehminuten etwas anderes als Fahrminuten sind.

Heute leben fast 2 Mio. Menschen dank des milden Klimas und des hohen Freizeitwertes in Vancouver, dem wirtschaftliches und kulturelles Zentrum Westkanadas.

 

Von Chinatown, einem alten Hafenviertel, starten wir unseren Stadtrundgang. In den Schaufenstern der Metzgereien hängen die dick glasierten Enten und überall warten quirlige Läden mit ihren außen aufgebauten Auslagen. Chinesische Sprache und Schriftzeichen dominieren.

 

Am Hafengebiet mit den Kreuzfahrtschiffanlegern entlang erstrecken sich die gläsernen Hochhäuser mit ihren spiegelnden Fassaden. Ein dampfendes Uhrenhäuschen haben wir vorher noch nie gesehen. Wir genießen das traumhafte Panorama über die Stadt und lassen auch die Strände nicht aus, bevor wir auf der Flughafeninsel Vancouvers im breiten Delta des Fraser Rivers unseren Besuch wieder verabschieden.

 

Von Vancouver ist es nur ein Katzensprung zurück in die USA und weiter an der Pazifikküste, wo fast leer stehende Malls und im Vergleich zu Kanada kleinere Autos ins Auge stechen.

 

Unser alter Uferplatz mit den Muschelbänken und Blick über die Inselwelt ist diesmal wasserbedeckt und längst nicht mehr so warm, dafür bietet sich ein Blick bis zum schneebedeckten Olympic, den wir zwar umrundeten, aber bisher noch nie gesehen hatten.

 

Auf der anderen Seite grüßt der schneebedeckte Vulkankegel des Mount Baker majestätisch aus der Ebene.

 

In Burlington verlassen wir die Pazifikküste.

 

Mit den „Cascades“ erwartet uns wieder eine der schönsten Gebirgsstrecken. Hier regnen sich die regen-schneebeladenen Pazifikwolken ab. Die Straße ist von Mitte Nov. bis April gesperrt.

 

In dem tief eingeschnittenen Flusstal reihen sich Stauseen, die seit 1923 Seattle mit Strom versorgen.

 

Bei uns konkurriert der Regen mit den Spritzern spektakulärer Wasserfälle.

 

In der Wildweststadt Winthrup überrascht uns wie schon öfters ein Reh mitten im Ort am helllichten Tag. Wenn die parkenden Autos nicht die Hauptstraße verunstalten würden, man hätte sich zeitversetzt im wilden Westen gefühlt.

 

Unser Weg führt durch Trockentäler mit steilen Basaltwänden durch Indianergebiet.

 

Der Betonklotz des Staudamms von Grand Coulee sticht schon früh ins Auge. Diese technische Großtat hält dem Wasserdruck nicht wie ein Gewölbe, sondern kraft Masse stand und war in der Weltwirtschaftskrise eine ABM- Maßnahme in der fast 8000 Menschen Arbeit fanden.

 

Überall stoßen wir auf kümmerliche Reste von Indianerbesiedlung, die hier früher als Nomaden im Wechsel der Jahreszeiten lebten.

 

Die Skyline von Spokane, der Hauptstadt des Bundesstaates Washington, verdeutlicht wie es diese Stadt tief im Binnenland gelegen, ohne Meer und schiffbaren Fluss zu Wohlstand gebracht hat.

 

Der Bundesstaat Idaho ist schnell passiert. Es gibt nur die Interstate 90 nach Osten, die sich durch die Gebirgslandschaft zieht. Bei Wallace fanden sich im letzten Jahrhundert die größten Silbervorkommen ganzen amerikanischen Kontinent.

 

In Missoulla MT schließt sich unsere Rundreise wieder.

 

Über Bozeman MT wollen wir weiter zum Yellowstone Nationalpark