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Kanada

Nach längerer Unterbrechung setzten wir unsere Amerikareise im Juni 2016 in den Norden der Ostküste von Amerika und schließen in Kanada an, wo wir damals wetterbedingt nach Quebec abdrehten.

Wir danken insbesondere unseren hilfsbereiten aufmerksamen Nachbarn.

Nova Scotia – Neufundland

Natürlich kennen wir die warnenden Hinweise, daß der kanadische Zoll gerne ältere Womos als nicht hinreichend sauber beanstandet. Deswegen waschen wir extra das Womo in Münster bevor wir es in Hamburg verschiffen. Die Seabrigdebuchung beinhaltet eine Unterbodenreinigung in Hamburg.

Wir kommen am 1.06. 3 Wochen später mit dem Flieger von Frankfurt direkt nach Halifax an. Unsere Nachbarin Brigitta bringt uns dankbarer weise mit unserem vielen Gepäck zum Busbahnhof,

Probleme beim Abholen unseres Womos

Als sich in Halifax die Abholerschar in der Spedition die teilweise mit uns von Frankfurt nach Halifax geflogen und im selben Hotel abgestiegen waren, lichtet, reagieren wir erstaunt.. Wir werden als letzte aufgerufen. Debbie erläutert uns mit ernster Mine, es gäbe Probleme beim Zoll, näheres könne sie uns aber erst morgen Nachmittag mitteilen.

Erschrocken spazieren wir zu dem inzwischen ausgebuchten Hotel. Jetzt laufen wir nicht mehr 20 Min. sondern eine Stunde um bei Debbie ein längeres Telefonat mitzuhören, daß die vom Zoll geforderte Reifenreinigung, wenn überhaupt frühestens am nächsten Tag zu bewerkstelligen sei. Wir sollten aber nicht damit rechnen und Kosten zwischen 500 und 600 C$ einplanen.

20160602_140054Jetzt kennen wir wenigstens Halifax, insbesondere die gepflegte Hafenanlage. Große Schautafeln erinnern beim Museumsschiff an den 1. Weltkrieg, das Schicksal von Kriegsteilnehmern und dass Halifax als Umschlaghafen für Truppen und Versorgungsgüter in den Weltkriegen aufblühte.

Als wir am Freitag Nachmittag unser dreckiges (kanadischer Schmutz) auf einem weit außerhalb liegenden ehemaligen Minengelände nach Zollroutine in Halifax und Taxiirrfahrt in Empfang nehmen wollen, verläuft die erbetene Erläuterung der 700 C$ Rechnung unbefriedigend. Positionen und Preisansätze mit Korrektur zur Summenanpassung seien nun mal so, ohne Bezahlung bekämen wir das Womo nicht.

Die Reise geht los

Jetzt läuft es mit unserem alten US_Garmin wieder rund und wir sind überrascht daß wir im Gegensatz zum Hinweg nicht über eine der Brücken nach Halifax zu unserem Hotel mußten um unser Gepäck abzuholen.

Was uns zum leeren Wassertank veranlasste? Die Feuerwehr erweist sich als Quelle und Helfer zur nahen großen Mall.

Bei dem riesigen Walmartangebot müssen wir uns erst wieder eingewöhnen. Unter den großen Preisschildern mit lb-Preisen (462g) findet sich klein der Kilopreis. Ein deutscher Milchbauer würde jubeln wenn er an den Milch und Molkereiproduktpreisen partizipieren könnte.

Alkoholisches gibt es in speziellen Läden. Dabei kann der Bierdurst leicht vergehen. Das sehr gute einheimische“ India Pale Ale von „Keiths“ 355ml kostet fast das 3fache. Pfand erweist sich als Besonderheit. Es kann nicht Vorort sondern nur in speziellen Läden, die selbst die Kassierer kaum kennen, zu 50% eingelöst werden. Wie sind wir da verwöhnt!!

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Nach einem erholsamen Wochenende unmittelbar am Strand folgen Regen, Dunst und schwankende Temperaturen, die sich weniger als 8 ° bei unserer Fahrt entlang der Küste einpendeln. Alles ist privat, überall grüßen „No overnight“ Parkschilder. An den Absturz einer Swissairmaschine mit über 200 Toten 1998 erinnern an 2 Buchtenden große Denkmäler mit allen Opfernamen.

 

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Im Weltkulturerbe Lunenburg mit seinem Museumshafen, Kutschenidyll und einer bunten Häuserzeile liegt der Nachbau eines hiesigen Segelschiffes Bluenose II, das die Nummernschilder in Nova Scotia in vollen Segeln ziert. Wir schauen Freiwilligen zu wie sie das kleine Schiff auf Hochglanz für die nächste Fahrt bringen.

Die Wetteraussichten laden nicht zu weiteren Küstenfahrt ein. Wir queren die Insel, lassen bei RONA unsere Gasflaschen füllen und schmecken überrascht ungenießbares vermeintliches Trinkwasser das man uns dort auffüllt.

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Unser 2. Weltkulturerbe „Grand Prè“ erinnert an die Eindeichung und die Vertreibung der Akadier (Franzosen) 1755 bevor Nova Scotia nach dem 7 Jährigen Krieg 1756-63 zu England kam.

Der Heldenepos um Evangeline, die damals 10 Jahre vergeblich auf ihren Geliebten der anderorts längst verheiratet war wartete, wird hier gepflegt.

Wir genießen lange Deichspaziergänge in Wolfsville bei wunderschönem Wetter sowohl bei Ebbe wie bei Flut, soll es sich doch hier um einer der weltweit höchsten Tide handeln.

Bei der Info (?) nutzen wir WIFI, den Frischwasserhahn und den Übernachtungsplatz.

Der Wetterbericht lockt uns zum Cape Georg nachdem wir in Truro uns bevorraten. Ein hilfsbereiter Anwohner verhilft uns zu einer weiten Umfahrung über eine nasse breite Erdstraße indem er uns auffordert ihm einfach nach zufahren. Wir glaubten fälschlicherweise an einen Schleichweg.

 

20160618_204925_HDRBeim Leuchtturm von Aisag werden im Hafen Lobster und Makrelen angelandet. Eine heftige Brise vertreibt uns aber ungeachtet der Sonne.

Abzweige von der Küstenstraße sind jetzt Einfahrten zu Häusern. Am Leuchtturm von Cape George trotzen wir dem Wind und genießen Sonnenuntergang und Vollmond.

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Cape Breton Island schließt sich über einen längeren Damm mit Eisenbahn und Straße über eine kurze Brücke ans Festland an. Wir verlassen den Trans Canadian Highway (TCH), der in Neufundland beginnt und fahren auf einer Nebenroute via kostenpflichtiger Fähre über die Insel.

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In Sydney einer eigenständigen Gemeinde neben North Sydney, wo wir bei unserem Spaziergang die ausgewiesenen Sehenswürdigkeiten(?!) „abarbeiten“ lauschen wir der Hillibillimusik die aus der großen Fidel am Kreuzfahrtkai tönt und an Historisches erinnert.

Nach 6 Stunden Fährfahrt im Nebel nach sonnigem Ablegen in North Sydney warten wir erst einmal in Port aux Basques Neufundland, dass sich der Nebel lichtet.

Jetzt geht es auf dem breiten TCH (Trans Canada Highway) durch endlose Tannenwälder bergauf und bergab. An den Schildern „Ausfahrt Stephansville 100km“ , 90km „Stephansville Mc Dounalds“ etc. rauschen wir vorbei ohne ein Foto zu schaffen.

Die Stadt selbst ist ein Versorgungszentrum . Wir umrunden die windige Halbinsel Cape St. George, die nach einer Sturmflut 1951 schon einmal vom Festland abgetrennt durch Dämme wieder angedockt ist. Es gibt viel Wasser, Natur und Fischerkaten. Wenn nicht der Rasenmäher rauscht dröhnen vereinzelt Quads, die auf eigenen Wegen ihre Bahnen ziehen.

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Bei unserer langen Klippenwanderung stechen versteinerte Sandblöcke – Grave- ins Auge die die Unbilden der Natur geformt haben.

Die 2. größte Stadt Neufundlands Corner Brook mit 20 000 Einwohnern, von denen jeder gefühlt mindestens über 1 Fahrzeug verfügt zeigt den Einfluß der großen Papierfabrik auf die Bevölkerungsentwicklung. Seit 1920 hat sich diese Stadt aus dem Nichts entwickelt.

Die Tierwelt versteckt sich. Weißkopfadler sind bisher genauso Fehlanzeige wie eines der 160 000 Moos (Elche), die aus einer 4köpfigen 1901 aus New Brunswick gebrachten Gruppe stammen sollen. Sie gibt es bisher nur auf Warnschildern in der von Seen, Flüssen, Mooren, Sümpfen und dichten Wäldern gekennzeichneten Landschaft.

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Auf dem „Vikinger Trail“- um 1000 hat es Wikinger nach hier verschlagen – holt uns nach sonnigen warmen Tagen der Regen und das kalte Wetter wieder ein, sodass wir von dem nächsten Weltkulturerbe dem „Gros Morne Nationalpark „ nur grau in grau sehen und von den reizvollen kleineren Küstenorten, die sich in vielen Buchten und auf den vorgelagerten Inseln an Felsen schmieden wenig sehen.

20160630_094143_HDREin Highlight findet wir im Arches Provincialpark mit seinen Felsbögen im Meer. Die Natur bildete sie aus einem Gletscherblock.

Jetzt geht es weiter bis ans nördliche Ende von Neufundland. Uns erwartet das nächste Weltkulturerbe, mit der Lebenswelt und Kultur der Wikinger. Dann geht es zurück zum Fährhafen nach St. Barbe um nach Labrador zu verschiffen.Nova SoctiaNeufundland